Statt dem gewohnten Rotton zieren ein hellblauer Himmel und unzählige Schwalben die Seiten des Elektro-Lastwagens von Planzer. Vor rund zwei Jahren hat sich die Transportfirma dazu entschlossen, auf den grünen Zweig umzusteigen und sich von der Schweizer Firma Iveco einen Laster für knapp 500'000 Franken umbauen lassen - für diese Summe hätte man drei motorbetriebene Lastwagen kaufen können -, um das Image des stinkenden Lastwagens aufzubessern.

Doch der elektrobetriebene Motor ist längst nicht mehr das Aussergewöhnlichste am Gefährt: Denn der Vogelschwarm ist nicht nur an den Seiten zu sehen, sondern ist auch das Gezwitscher deutlich hörbar.

Beste "Aufrisskarosse"

Vögel gehören allerdings nach wie vor nicht zum Transportgut von Planzer, wie der "Tagesanzeiger" schreibt. Stattdessen kam ein Marketing-Fachmann im Sommer auf die Idee, den Lastwagen akustisch nachzurüsten. Bei Thomas Koller, dem Chef der Zürcher Planzer Standorte, stiess er zunächst auf taube Ohren. "Die Wahl des Vogelgezwitschers als Warngeräusch für den Elektro-Laster fand ich echt peinlich", sagt er gegenüber dem "Tagesanzeiger". Trotzdem zeigte er sich einverstanden, probehalber acht kleine Lautsprecher über den Rädern anbringen zu lassen.

Seither umgibt das Elektro-Vehikel ein ständiges Gezwitscher, wohin er auch fährt. Koller wollte sich selbst von der Wirkung überzeugen und fuhr mit dem Lastwagen an einem Abend Richtung Zürcher Innenstadt. Die Rückmeldungen von Passanten seien positiv ausgefallen, was den Chef schlussendlich überzeugte. Viele Leute seien stehen geblieben, hätten gelacht und den Daumen hoch gehalten. Seither bezeichnet Koller seine neuste Anschaffung als beste "Aufrisskarosse".