Unterengstringen
Vögel inspirieren das Spiel seiner Querflöte

Flötist Ivan Denes ist fasziniert vom klanglichen Zusammenspiel von Kunst und Natur. In seinem neuen Projekt beschäftigt er sich mit Vogelgesang.

Florian Schmitz
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Die Querflöte ist Ivan Denes’ grosse Leidenschaft, mit der er auch gerne andere Menschen ansteckt.

Die Querflöte ist Ivan Denes’ grosse Leidenschaft, mit der er auch gerne andere Menschen ansteckt.

Florian Schmitz

Beim Flötenspiel wird deutlich, wie eng Musik und Vogelgezwitscher miteinander verbunden sind. In der Musikgeschichte haben sich viele Komponisten von den gefiederten Sängern inspirieren lassen. Der in Unterengstringen wohnhafte Flötist Ivan Denes beschäftigt sich in seinem Projekt «8 Birds» mit dieser Verbindung zwischen Musik und Natur. Mit dem Ensemble Le Pli präsentiert er morgen Abend erstmals die Früchte seiner Arbeit im Zürcher Museum Bellerive im Rahmen der Ausstellung «Der textile Raum».

Ivan Denes

Geboren und aufgewachsen in La Paz, der Hauptstadt Boliviens, musizierte Ivan Denes mit 17 Jahren bereits im Symphonieorchester Boliviens und absolvierte den Bachelor am Nationalen Konservatorium für Musik in La Paz. 2010 verschlug es den bolivianisch-schweizerischen Doppelbürger in den Kanton Zürich. Hier schloss er im Januar 2014 den Master an der ZHdK ab. Zurzeit lebt der 27-jährige Querflötenspieler in Unterengstringen. Neben seiner Tätigkeit in Schweiz ist er aber auch weiterhin in Bolivien künstlerisch aktiv. (flo)

Gekommen, um zu bleiben?
Der bolivianisch-schweizerische Doppelbürger gründete eigens für das Projekt «8 Birds» das Musikensemble Le Pli gemeinsam mit den Flötistinnen Carla Claros Rollano, Constanze Chmiel und Susanne Kobel sowie der Sängerin Marie-Thérèse Albert. Unterstützt werden die Musiker vom Künstler Urs Bachmann, der den Auftritt visuell begleitet und erweitert. «Es wäre schön, wenn sich daraus eine feste Musikgruppe entwickelt», sagt Denes. Fest geplant sind zumindest weitere Darbietungen von «8 Birds» im Herbst 2016 und Frühling 2017.
Der Auftritt im Museum Bellerive kommt nicht von ungefähr. Vor zwei Jahren präsentierte Denes hier das Abschlussprojekt seines Masterstudiums an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). Nach einer weiteren Zusammenarbeit waren die Verantwortlichen des Museums endgültig überzeugt und fragten Denes von sich aus erneut an.

Inhaltlich bahnte sich das neue Programm bereits innerhalb des Studiums an. An der ZHdK arbeitete er mit einer Vogelforscherin an einem experimentellen Projekt zwischen Naturwissenschaft und Kunst. Mit dem Auftritt ist das Projekt Vogelgesang für den Musiker noch nicht abgeschlossen: «Ich arbeite weiterhin am Thema und würde das Ganze gerne in ein künstlerisches Forschungsprojekt aufgleisen.» Die Schnittstelle zwischen Forschung und Kunst fasziniert ihn.
Seit seinem Abschluss an der ZHdK vor zwei Jahren hat Denes neben der Zusammenarbeit mit dem Museum weitere Projekte aufgegleist. So arbeitete er vergangenen Sommer als Hauptorganisator an ein Flötenfestival in Bolivien mit, wo er bis zum Bachelorabschluss lebte.

«8 Birds» Musik und Vogelgesang / Musik und Raum.
Samstag, 16. Januar, 19.00 Uhr, Museum Bellerive, Zürich.