«Ich finde die Idee einer Plattform gut. Es braucht aber konkrete Themen, die diskutiert werden können. Das Wort Vision ist mir zu nebulös», äusserte sich einer der Anwesenden. Er sprach damit einen der Gründe für das geringe Interesse an der zweiten Veranstaltung der «Vision Birmensdorf» an. Während beim Kick-off-Treffen Anfang März noch rund 40 Personen den Weg ins Gemeindezentrum Brüelmatt fanden, war es am Mittwochabend nur eine Handvoll.

Obwohl sich die Initianten der «Vision» ob des geringen Interesses enttäuscht zeigten, denken sie noch lange nicht ans Aufgeben. «Bis sich eine Institution etabliert hat, braucht es eine gewisse Zeit. Wir werden auf jeden Fall weitermachen», sagte Kurt Haering.

Zusammen mit Jadwiga Cervoni, Magda Keresztes und Felix Zimmermann hat er die «Vision» aus der Taufe gehoben, mit dem Ziel, «eine Austauschplattform zur Vernetzung der verschiedenen Interessegruppen und zur Integration der schlechter vernetzten Einwohner zu schaffen».

Den Anstoss zur Lancierung der «Vision» hätten die Behörden gegeben, als sie das Gästebuch auf der Homepage der Gemeinde abschalteten. «Die Idee unserer Plattform ist es, Leute zusammenzubringen, die ein Anliegen haben, aber noch keine Gleichgesinnten gefunden haben», erklärte Haering.

Ziel: Mehr Gewicht gewinnen

Eine Idee, die von den Anwesenden begrüsst wurde. Dies zeigte die angeregte Diskussion, die sich im Laufe des Abends entwickelte. Dabei wurde darüber debattiert, wie sich die «Vision» mehr Gewicht gegenüber den Behörden verschaffen kann. Die Anwesenden waren sich schnell einig, dass dies nur geht, wenn künftig mehr Leute an den Veranstaltungen teilnehmen. «Dafür müssen aber konkrete Diskussionsthemen vorgegeben werden», forderte ein Votant. Beispielsweise könnten die Kandidaten für die Gemeinderatswahlen vom kommenden Februar eingeladen werden, um den Leuten Red und Antwort zu stehen.

Ein anderes Thema, das sich während des Abends herauskristallisierte, ist der Verkehr. So zeigte sich einer der Anwesenden unzufrieden mit der Gestaltung der Zürcherstrasse.

Ein anderer forderte, dass Verkehrskontrollen nicht nur an der Luzerner- und der Zürcherstrasse, sondern auch an anderen Orten durchgeführt werden müssten, um Rasern Einhalt zu gebieten.

Diskutiert wurde aber auch über die Kehrichtsabfuhr. Ein Anwesender sprach sich dafür aus, dass Birmensdorf dem Beispiel Uitikons folgen und ebenfalls Unterflur-Container installieren sollte. «So wäre es möglich, die Kehrichtsäcke jederzeit zu entsorgen», sagte er.

Haering nahm die Anregungen auf, gab aber auch zu bedenken, dass es nicht Ziel sei, aus der «Vision» eine neue Partei zu machen. «Wir können diese Anliegen aber in die Parteien tragen.»