Dietikon

Vierjährige Arbeit geht zu Ende: Der Stadtrat hat sich eine gute Note ausgestellt

So freute sich der heutige Stadtrat am 9. Februar 2014 über seine Wahl. Am Freitag geht seine Arbeit offiziell zu Ende.

So freute sich der heutige Stadtrat am 9. Februar 2014 über seine Wahl. Am Freitag geht seine Arbeit offiziell zu Ende.

Der Stadtrat zieht Bilanz – die Finanzen und das Stadtfest sorgen für gute Laune.

Am Freitag wird der Dietiker Stadtpräsident Otto Müller (FDP) seine Schlüssel an seinen Nachfolger Roger Bachmann (SVP) übergeben – und damit symbolisch auch die Geschicke des Stadtrats und der ganzen Stadt. Doch in welchem Zustand befindet sich diese? Darüber diskutierte der Dietiker Stadtrat an der Sitzung am vergangenen Montag. Es war die letzte Sitzung in der alten Zusammensetzung und damit Zeit, Bilanz zu ziehen. Vorneweg: Der Stadtrat hat sich eine gute Note ausgestellt.

Für Freude sorgte insbesondere die Optimierung des Finanzhaushalts, konkret die Loslösung vom individuellen Sonderlastenausgleich des Kantons. «Jetzt sind wir unabhängig», hält Müller fest. Dass dank diesem Umstand der Steuerfuss per 2018 von 129 auf 126 Prozent gesenkt werden konnte, sei besonders erfreulich, sagt Müller weiter. Denn je besser es um die Finanzen steht, desto mehr Gestaltungsraum hat der Stadtrat.

Stadtfest alle drei bis fünf Jahre

Als erfreuliche Errungenschaft nennt Müller auch das Konzept für ein regelmässiges Stadtfest, das erarbeitet wurde. Dieses Jahr findet das Stadtfest vom 31. August bis zum 2. September erstmals statt. Danach soll es in einem regelmässigen Turnus stattfinden. Ob alle drei, alle vier oder alle fünf Jahre, wird der neue Stadtrat entscheiden müssen.

Ebenso ist der Stadtpräsident ob der Umsetzung des Freiraumkonzepts besonders erfreut. Bestes Beispiel: Derzeit laufen die Bauarbeiten für die neue Allmend Glanzenberg, die dereinst von Gummiböötlern, Grill-Fans und weiteren Erholungssuchenden genutzt werden kann. «Am Schluss sind es aber auch sehr viele kleinere Sachen, auf die wir erfreut zurückblicken können», hält Müller namens des Stadtrats fest. 80 Prozent der angepeilten Massnahmen habe man ganz oder teilweise umgesetzt – das sei ein guter Wert, wie Müller an der gestrigen Pressekonferenz erklärte.

Ganz alle Massnahmen wurden also nicht umgesetzt. So steht im wichtigsten Wirtschaftsgebiet, der Silbern, immer noch keine S-Bahn-Station. Und es ist auch noch nicht definitiv, dass sie in den nächsten Jahren endlich realisiert wird. Doch für dieses Manko ist Bundesbern verantwortlich. Es gilt noch abzuwarten, wie der Bundesrat und das Parlament über den Bahnnetz-Ausbauschritt 2030/2035 entscheiden werden.

Auch bei anderen nicht umgesetzten Massnahmen muss Dietikon weiterhin Geduld haben aufgrund externer Faktoren. Dies gilt insbesondere für das fehlende Schulhaus im Limmatfeld-Quartier. Um dieses Manko zu beseitigen, muss erst die Dietiker Moorschutzverordnung rechtskräftig werden. Nachdem das Zürcher Obergericht den Rekurs des Verbands Bird-Life kürzlich vollumfänglich abgelehnt hat, rückt dieses Ziel näher, doch ist noch unklar, ob die Vogelschützer die Sache ans Bundesgericht weiterziehen.

«Langfristig gesehen sind die S-Bahn-Station Silbern und das Schulhaus im Limmatfeld sicher besonders wichtige Pendenzen, die wir an den neuen Stadtrat übergeben», sagt Müller. Weitere grössere Pendenzen, die den neuen Stadtrat beschäftigen werden, sind das Aufwertungs- und Gestaltungskonzept für die Reppisch, mit dem der Reppisch-Gewässerraum für die Bevölkerung zugänglicher und attraktiver gemacht werden soll. Hier fehlt noch das Hochwasserschutzziel, das der Kanton vorgeben muss. Ohne diese Angabe lässt sich kein Konzept erarbeiten.

Ebenso muss die Stadt auf den Kanton warten beim Projekt für die Verlängerung der Personenunterführung bei der S-Bahn-Station Glanzenberg, die dann auch als Veloroute benutzt werden können soll.

«Zu viele Bagatellgeschäfte»

Doch zurück zu den Errungenschaften: Unter anderem hat der Stadtrat auch verschiedene Vereinfachungen bei den Abläufen innerhalb des Stadthauses vorgenommen. Zum Beispiel: Bisher musste über jede Einstellung bei der Stadt letztlich der Stadtrat entscheiden. Das ist jetzt nicht mehr so. Auch muss er nicht mehr über jeden Stellenbeschrieb entscheiden, sondern nur über neue. «Wir hatten bisher im Stadtrat einfach viel zu viele Bagatellgeschäfte. Nun konnten wir wesentliche Teile delegieren», sagt Müller. Dank Änderungen wie diesen soll es der neue Stadtrat einfacher haben, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Bei den Themen Finanzen und Wirtschaft ist neben der Haushaltsoptimierung insbesondere die Verabschiedung der Immobilienstrategie 2040 zu erwähnen, die die Leitplanken für den nachhaltigen Umgang mit den 146 Liegenschaften der Stadt definiert.

In Sachen Siedlung und Mobilität sticht das verabschiedete Stadtentwicklungskonzept 2025 hervor. Hierzu ist nun auch ein Ansiedlungskonzept in Bearbeitung. Bis Ende 2018 soll es vorliegen – es soll helfen, Dietikon als innovativen Wirtschaftsstandort zu positionieren. Auch wird der Fiirabigmärt auf dem Rapidplatz positiv erwähnt. Weiter wird damit gerechnet, dass der Kanton in den nächsten drei Jahren die angepeilte Langsamverkehrsbrücke über die Limmat realisiert (südlich des Kraftwerks).

Baugerüste zeugen zudem vom derzeitigen Ausbau des Kulturlokals Gleis 21. Auch ist die Ausarbeitung des Vorprojekts zum Umbau der Zehntenscheune im Rahmen des Projekts «Kronjuwel» aufgegleist. Zudem soll ein Informations- und Leitsystem für eine gute Orientierung und höhere Aufenthaltsqualität im Zentrum sorgen. Es wurde vom Parlament genehmigt und soll spätestens 2019 umgesetzt werden.

Beim Thema Gesellschaft ist neben dem Stadtfest und dem neuen Altersleitbild auch die Eröffnung des Cafés Chrüzacher als Erfolg zu nennen. Zudem wurde die Verbleibdauer in der Sozialhilfe gesenkt und die Bekämpfung des Missbrauchs ist auch einen Schritt weiter. Zum Thema Service public hält der Stadtrat fest, dass Dietikon als saubere Stadt wahrgenommen werde, dass die energiepolitischen Anstrengungen weiterlaufen und dass auch den steigenden Schülerzahlen begegnet werde, Letzteres insbesondere mit dem Bau des Provisoriums Wolfsmatt und dem Pavillon Steinmürli. Zudem ist der Wettbewerb zur Erweiterung und Sanierung des Schulhauses Wolfsmatt vorbereitet.

Auch in Sachen Digitalisierung betont der Stadtrat einige Erfolge. Insbesondere wurde die elektronische Sitzungsführung beim Stadtrat und beim Gemeinderat eingeführt, und die Website wurde dieses Jahr neu gestaltet und überarbeitet.

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