Dietikon

Vier statt zwei Spuren bis Ende 2020: So soll die Überlandstrasse ausgebaut werden

Mehr Platz für den Verkehr: Ab Ende März soll die Überlandstrasse in Dietikon zwischen Altberg- und Limmatfeld-Quartier ausgebaut werden.

Der Regierungsrat hat den Ausbau der Überlandstrasse in Dietikon genehmigt. Es waren 17 Einsprachen eingereicht worden. Der Grossteil davon wurde abgewiesen.

2015 und 2018 hat sich das Zürcher Volk für die Limmattalbahn ausgesprochen. Aus dem Rahmenkredit für die Limmattalbahn und die flankierenden Strassenmassnahmen dazu hat der Regierungsrat nun 11,8 Millionen Franken freigegeben für den Ausbau einer 330 Meter langen Teilstrecke der Überlandstrasse in Dietikon. Ende März sollen die Bauarbeiten starten, teilte der Regierungsrat gestern mit.

Konkret wird die Überlandstrasse von der Grien-Insel bis zur Kreuzung mit der Heimstrasse von total zwei auf vier Spuren ausgebaut. So hat es mehr Platz für den Durchgangsverkehr, der grundsätzlich aus den Stadtzentren von Dietikon und Schlieren verschwinden und auf die Überland- und die Bernstrasse verlagert werden soll. Die Strasse wird nicht nur ausgebaut, sondern völlig neu gebaut. Das heisst: nicht nur die Beläge, sondern auch die Fundation der Strasse wird ersetzt.

Baubeginn Ende März

Sofern alle Einsprecher den Entscheid des Regierungsrats akzeptieren und nicht ans Verwaltungsgericht gelangen, können Ende März die Bauarbeiten starten.
Als Erstes baut der Kanton eine neue Brücke über den Oberwasserkanal, die direkt an die bestehende Brücke anschliessen soll. So entstehen dort zusätzlich zu den zwei bestehenden Spuren zwei neue. Dieser Brückenbau soll voraussichtlich im Herbst abgeschlossen sein. Danach sollen die Strassenbauarbeiten beginnen.

Dort, wo die Oberwasserkanalbrücke in Richtung Fahrweid endet und die Brücke über die Limmat beginnt, reduzieren sich die vier Fahrspuren wieder auf zwei. An dieser Stelle wird eine Linksabbiegespur erstellt, um auf das EKZ-Areal auf der Insel abzubiegen. Ob diese Abbiegespur für immer so bleibt, entscheidet der Kanton erst, wenn die Planung für ein anderes Projekt fertig ist: jenes für die neue Limmatbrücke und die neue Niederholzstrasse. Dieses soll im Sommer oder Herbst öffentlich aufgelegt werden.

Hindernisfreie Bushaltestellen

Neben den Auto- sollen auch die Velofahrer profitieren. So soll ein durchgehender Velo- und Gehweg auf der Nordseite der Strasse gebaut werden. Auf der Südseite der Strasse gibt es von der Einmündung der Altbergstrasse bis zur Grien-Insel eine sogenannte Veloschnellroute.
Bei der Brücke über den Oberwasserkanal entsteht zudem ein neuer Fussgängerstreifen. Weiter werden die Strassenbeleuchtung und die Strassenentwässerung erneuert und die beiden Bushaltestellen Heimstrasse hindernisfrei ausgebaut. In der Mitte der Strasse werden einige Bäume gepflanzt, die den Strassenraum aufwerten sollen.

Ausserdem müssen sich die Verkehrsteilnehmer auf zusätzliche Rotlichter einstellen. Sowohl bei der Einmündung der Altbergstrasse als auch bei der Einmündung der Limmatfeldstrasse wird neu je eine Lichtsignalanlage entstehen.

Zudem sollen die in Richtung Dietikon fahrenden motorisierten Verkehrsteilnehmer nicht mehr von der Überland- in die Limmatfeldstrasse einbiegen können. Das sorgte im Limmatfeld, insbesondere im Limmat-Tower, für Unmut. Dessen Bewohner müssen nun einen Umweg über die Heimstrasse fahren, um in ihre Tiefgarage zu gelangen. Sinn und Zweck des Abbiegeverbots ist es, die Menschen auf dem Velo- und Gehweg nicht in Gefahr zu bringen.
Auf dem ganzen Strassenabschnitt soll neu ein Tempolimit von 50 statt 60 km/h gelten. Dies hat die Stadt Dietikon so verlangt. Die Kantonspolizei wird noch definitiv entscheiden müssen. Es sieht aber gut aus bis jetzt.

Die Bauarbeiten sollen, wenn das Wetter mitspielt, bis Ende 2020 dauern. Somit laufen sie gleichzeitig wie der Bau der Limmattalbahn in Dietikon. Wie schlimm wird das Verkehrschaos auf der Überlandstrasse, auf der heute schon morgens und abends die Blechkolonne stockt? Dazu Markus Bissig: «Es wird zu Einschränkungen kommen. Aber in jede Richtung wird immer mindestens eine Fahrspur offen bleiben. Ein Tohuwabohu wie letztes Jahr bei der Vollsperrung der Schönenwerdkreuzung ist nicht zu erwarten», sagt Markus Bissig, zuständiger Projektleiter beim kantonalen Tiefbauamt.

2013 hatte der Kanton begonnen, ein Betriebs- und Gestaltungskonzept für die Überlandstrasse zu erarbeiten. Nun, sechs Jahre später, beginnen die Arbeiten. Ausser ein Einsprecher zieht vor Verwaltungsgericht. Total hatte es 17 Einsprachen gegeben. Mit drei Einsprechern einigte sich der Kanton, zwei Einsprachen werden noch im Enteignungsverfahren geklärt und die restlichen zwölf Einsprachen – mit total rund 90 Änderungsanträgen – wurden abgewiesen oder der Regierungsrat trat gar nicht erst darauf ein.

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