Unterengstringen
Vier Rehe sterben qualvollen Tod wegen freilaufendem Hund

Trotz Leinenzwang reisst ein freilaufender Hund Rehe im Gebiet Hardwald. Die gerissenen Rehe seien aber Einzelfälle, betont Jakob Meier, Obmann der Jagdgesellschaft Unterengstringen.

Lukas Brügger
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Eines der gerissenen Rehe.

Eines der gerissenen Rehe.

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Das Reh war noch warm, als die Jagdaufsicht zum Kadaver gelangte. Es war an Allerheiligen in der Morgendämmerung. Das erste tote Tier wurde sieben Monate zuvor im April entdeckt - zwei weitere Funde folgten in der Zeit dazwischen. Für den erfahrenen Berufswildhüter Erwin Nüesch - er ist neben der Stadt Zürich auch für das Revier Unterengstringen zuständig - ist der Fall klar: «Die Rehe wurden von einem wildernden Hund getötet.»

Im Gebiet zwischen der Westumfahrung der Autobahn und dem Meierhof des Klosters Fahr herrscht seit über zehn Jahren Hundeleinenzwang. Der entsprechende Entscheid des Gemeinderates erfolgte damals, nachdem freilaufende Hunde Rehe gerissen hatten.

Die meisten befolgen Leinenpflicht

Nun hat es in diesem Gebiet erneut ein Hund auf die Rehe abgesehen. Die gerissenen Rehe seien aber Einzelfälle, betont Jakob Meier, Obmann der Jagdgesellschaft Unterengstringen: «Das Leinengebot für Hunde wird vom Grossteil der Hundehalter befolgt.» Und auch die Meldungen der vier toten Rehe seien von tierschutzbewussten Hundehaltern gekommen.

Die Jagdaufsicht mache selber Kontrollen im Gebiet, wo Hundeleinenpflicht herrsche. «Wichtig ist es, mit den Leuten zu reden und ihnen zu erklären, warum die Hunde hier an die Leine gehören», sagt der 82- Jährige. Meier betont auch, dass er keinesfalls gegen, sondern mit den Hundehaltern zusammenarbeiten möchte. So hofft er nun auch auf ihre Hilfe, um dem fehlbaren Hundebesitzer auf die Spur zu kommen.

Hoffen auf Einsicht des Halters

Den Hund auf frischer Tat zu ertappen, sei «sehr unwahrscheinlich», sagt Meier. Man könne nur hoffen, dass der betroffene Hundehalter auf die Berichterstattung reagiere und seinen Hund künftig an die Leine nehme. Falls man die Person aber tatsächlich ausfindig machen könne, «gibt es eine Verwarnung». Nütze diese nicht und werden weitere Tiere gerissen, könne der Hund auch geschossen werden. Das sei aber nicht das Ziel, sagt Meier: «So eine Massnahme wäre das allerletzte Mittel, das aber niemand einsetzen möchte.»