«Dass ich seit Anfang Jahr als Gemeinderat im Schlieremer Parlament sitze, habe ich bisher keine Minute lang bereut, weshalb ich im Frühling 2011 auch für den Kantonsrat kandidieren werde. Durch die politische Arbeit und insbesondere meine Mitwirkung in der Rechnungsprüfungskommission sehe ich tiefer in die Materie herein, was mir ermöglicht, Zusammenhänge besser zu erkennen. Das ist spannend und bringt mich weiter.

Richtige Höhepunkte hat es bisher noch keine gegeben. Wenn mein Postulat am letzten Montag an den Stadtrat überwiesen worden wäre, hätte ich dies sicher als Highlight verbucht. Es würde mich freuen, wenn ich diesbezüglich in Zukunft etwas mehr Erfolg hätte. Dass es als linker Politiker schwierig ist, für einen Vorstoss genügend Unterstützung zu finden, war mir jedoch schon vorher bewusst. Schlieren ist schliesslich eine ziemlich bürgerliche Stadt, auch wenn wir nun zum ersten Mal seit langer Zeit wieder einen sozialdemokratischen Stadtpräsidenten haben. Aus diesem Grund kam ich auch nicht voller Illusionen in das Amt. Trotzdem finde ich es wichtig, dass ich unsere Politik vertrete.

Ich versuche nicht bewusst, die Sichtweise der Jungen einzubringen, da ich davon ausgehe, dass linke Politik sowieso zukunftsgerichtet ist. Sie will die Grundlagen schaffen, damit das Leben auch für die kommenden Generationen lebenswert ist. Dabei empfinde ich dies in der kommunalen Politik als besondere Herausforderung, aber auch als besonders wichtig: Die ganze Ideologie herunterzubrechen auf Punkte, die konkret in Schlieren umgesetzt werden können.

Im nächsten Jahr will ich mich selbstverständlich weiterhin vor allem grünen Themen widmen. So ist es mir ein grosses Anliegen, dass Schlieren nicht zu einer zugepflasterten Betonwüste wird. Aber auch die Durchmischung der Bevölkerung ist ein wichtiges Thema: Schlieren soll nicht zu einem blossen Vorort von Zürich werden, mit immer teureren Wohnungen.»

«Die ersten neun Monate im Dietiker Parlament waren geprägt von vielen neuen und spannenden Eindrücken: Neue Leute, neue Themen, neues Umfeld. Der Anfang war besonders intensiv, da ich gleich noch in die Spezialkommission Gemeindeordnung gewählt wurde. Da kam einiges zusammen, auch in Bezug auf den zeitlichen Aufwand. Doch das hängt wohl auch mit meiner persönlichen Arbeitsweise zusammen: Ich wollte mir so schnell wie möglich einen guten Überblick verschaffen und habe deshalb viel Zeit investiert, um mich einzulesen und mit den verschiedenen Themen vertraut zu machen. Ich wollte wirklich verstehen, was bisher geschehen ist. Deshalb habe ich mich während meiner Einarbeitungszeit auch noch etwas zurückgehalten mit Vorstössen. Trotzdem habe ich bisher im Rat immerhin zwei Voten abgegeben. Für das nächste Jahr habe ich sowohl selber als auch mit meiner Fraktion bereits einige Vorstösse in Vorbereitung.

Ich denke, dass ich auf jeden Fall die Sichtweise der Jugend im Parlament einbringe. So nehme ich unter anderem Themen auf, die für die jüngere Generation relevant sind. Beispielsweise habe ich eine Interpellation zum E-Voting vorbereitet - die ich zwar dann nicht eingereicht habe, da die Testphase im Kanton Zürich vorerst beendet ist. Doch dies ist genau eines dieser Themen, welches besonders für junge Menschen von Bedeutung ist.

Ich bereue es in keiner Weise, dass ich diese politische Aufgabe übernommen habe. Was ich besonders schätze ist die gute Zusammenarbeit, sowohl innerhalb der Fraktion als auch parteiübergreifend. Etwas stutzig wurde ich bloss, als im Herbst eine Parlamentssitzung derart eskalierte, dass Gemeinderäte den Saal verliessen und die Diskussion abgebrochen werden musste. Damals fragte ich mich, ob dies wohl normal ist. Kurz darauf habe ich jedoch herausgefunden, dass dies glücklicherweise nicht regelmässig geschieht.»

«Äusserst spannend: So würde ich meine ersten Monate im Schlieremer Parlament beschreiben. Vor allem meine Arbeit in der Geschäftsprüfungskommission hat mir einen vertieften Einblick in verschiedene Themen ermöglicht. Ich habe mich jedoch bisher im Rat noch nie zu Wort gemeldet, da ich mich zuerst mit Abläufen und Inhalten vertraut machen und diesbezüglich Sicherheit gewinnen wollte. Deshalb habe ich mich bis anhin vor allem eingelesen und eingearbeitet. Für das nächste Jahr habe ich mir jedoch vorgenommen, aktiver zu werden und mich persönlich auch mehr in die Diskussionen einzubringen.

Mein Alter habe ich im Parlament bisher überhaupt nicht als Nachteil empfunden. Glücklicherweise ist die Jugend unterdessen im Schlieremer Parlament recht gut vertreten. Da ist man als junger Mensch längst kein bunter Hund mehr. Ich hatte auch nie das Gefühl, dass ich aufgrund meines Alters nicht ernst genommen werde. Dass ich noch studiere empfinde ich sogar als Vorteil: So kann ich mir für meine politische Arbeit auch einmal einen Morgen frei nehmen. Denn gerade die Arbeit für die Geschäftsprüfungskommission ist zeitintensiv, da man sich wirklich vertieft mit Themen auseinandersetzen muss. Ich stelle es mir schwieriger vor, Politik und eine Vollzeitstelle unter einen Hut bringen zu müssen.

Positiv überrascht war ich von der angenehmen parteiübergreifenden Zusammenarbeit in der Geschäftsprüfungskommission. Ich hatte befürchtet, dass dort vor allem Parteipolitik betrieben wird. Dies ist jedoch überhaupt nicht der Fall: Ich erlebe die Diskussionen als fair und offen.

Thematisch wird mein Hauptfokus im kommenden Jahr einerseits auf der Integration liegen, andererseits im Bereich Verkehrsplanung. Dem öffentlichen Verkehr sowie dem Langsamverkehr sollte noch mehr Bedeutung zugemessen werden. Auch in Schlieren gibt es hier auf jeden Fall noch Nachholbedarf.»

«Die Zeit ist schnell vergangen, seit ich Anfang Jahr ins Schlieremer Parlament gewählt worden bin. Besonders positiv aufgefallen ist mir, dass ich von Beginn weg ernst genommen worden bin und meinen Ideen Beachtung entgegengebracht wurde. Wobei man das als junger Politiker auch erwarten darf.

Besondere Herausforderungen habe ich bisher nicht erlebt. Doch jedes Geschäft verdient Aufmerksamkeit und eine entsprechende Vorbereitung. Gleich zu Beginn meiner Zeit im Parlament wurden wichtige Geschäfte wie die Skateranlage oder die Badi Moos behandelt; so war ich von Anfang an besonders gefordert. Schliesslich wollte ich nicht nur oberflächlich wissen, worüber diskutiert wird, sondern im Detail Bescheid wissen. Der Zeitaufwand hat sich insgesamt jedoch etwa mit meinen Erwartungen gedeckt. Generell kann man sagen, dass ich durchschnittlich einen Abend pro Woche meinem Amt widme.

Die Situation war für mich als Ratsneuling speziell, da ich gleich noch als 2. Vizepräsident gewählt wurde und somit einen Platz auf dem Bock einnehmen durfte. Bisher habe ich zwei Postulate mitunterzeichnet. Ansonsten versuche ich mich vor allem in der Fraktion und im Büro einzubringen, wo ich zurzeit wohl fast noch mehr bewirken kann.

Im nächsten Jahr sehe ich verschiedene Schwerpunkte auf mich zukommen. Einerseits organisiere ich einen Workshop des Parlaments, bei dem es um das Thema «gesunde Finanzen» geht. Andererseits werden mich sicher die für Schlieren dringendsten Themen beschäftigen. Nebst der Limmattalbahn und dem Spital Limmattal kommt auch sonst einiges auf uns zu: Schlieren befindet sich in einer interessanten Phase des Wachstums und des Umbruchs. Da ist es wichtig, dass die richtigen Weichen gestellt werden.

Dass ich für den Gemeinderat kandidiert habe, bereue ich nicht. Ganz im Gegenteil: Die ersten neun Monate waren lehrreich und interessant. Und es wird immer spannender, denn je tiefer man in der Materie drin ist, desto mehr versteht man.