Mit Barbara Gagliardi und ihrer Mutter Hana Widmer sind zwei der Künstlerinnen aus Urdorf. Beide zeigen ihre Werke erstmals öffentlich. Gestern Abend fand die Vernissage statt. Susanna Frei, die auch schon im Gemeindehaus ausgestellt hat und seit 2014 in der Kulturkommission dabei ist, eröffnete die Ausstellung.

Hana Widmers Werke sind impressionistisch. Es sind Bilder aus der Realität. Sie entführen die Betrachter an schöne Orte – so etwa ins Seleger Moor in Rifferswil, in die Altstadt Bremgartens oder auf einen schneebedeckten Waldweg, der nach Uitikon führt.

Vor allem das Bild vom Seleger Moor hat an der Vernissage zahlreiche Betrachter begeistert. «Jemand sagte mir, meine Bilder seien so gut, ich müsse einen höheren Preis dafür verlangen», sagte Widmer mit einem Lachen. Die Komplimente freuten sie: «Sonst sind meine Bilder nur bei mir zuhause. Darum habe ich bisher selten Rückmeldungen erhalten.»

Und nun ihre erste Ausstellung. 2017 hatte sie sich gemeldet, als die Gemeinde ausstellungswillige Künstler suchte. «Ich dachte: Warum nicht? Ich habe so viele Bilder.» Inspirieren lässt sie sich vom 19. Jahrhundert – insbesondere von Albert Anker. Das zeigt sich etwa beim Werk «Malende Kinder» deutlich, das mit Ölfarbe auf Leinwand gemalt ist.

Apropos malende Kinder: Auch für Widmers Tochter Barbara Gagliardi ist die Ausstellung im Urdorfer Gemeindehause ihr Debüt in der Öffentlichkeit.

Gagliardis Bilder sind abstrakt und lassen sich mitunter als eine Kombination von Kubismus und Surrealismus sehen. Entsprechend hat Gagliardi keine Vorlagen, von denen sie abzeichnet – vielmehr entstehen ihre Bilder aus dem Kopf.

Die Stadt im Gemeindehaus

Mehrere davon beinhalten Häuser, die sich ineinander verschachteln – so etwa das Werk mit dem Titel «Augen» und jenes mit dem Titel «Abend in der Stadt».

Mit städtischer Symbolik arbeitet auch Loredana Wild aus Unterlunkhofen im Aargauer Reusstal, die unter anderem ihr Werk «Skyline» zeigt: Hochhäuser einer Grossstadt in der oberen Bildhälfte, die sich in der unteren Hälfte spiegeln. Dazwischen: Glitzer.

Auf anderen Werken hat Wild bekannte Markennamen zu Collagen zusammengefügt. Wieder andere sind abstrakt und kommen mit nur zwei Farben aus. So zeigt Wild eine grosse Vielfalt an Stilrichtungen.

Wie Gagliardi lässt auch die Zürcherin Doris Kummer – ihr Atelier ist in der Fahrweid – ihrer Fantasie freien Lauf. Mit faszinierenden Figuren und vielen verschiedenen Weisstönen sorgt auch sie dafür, dass so manche Urdorferinnen und Urdorfer im Treppenhaus des Gemeindehauses stehen bleiben werden, um sich der Kunst hinzugeben.

Die Ausstellung dauert bis 24. Oktober und ist jeweils während den Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung öffentlich zugänglich.