Dietikon
Vier Kirchgemeinden schaffen eine Website und Gemeinschaftsaktion für Flüchtlinge

Gemeinsame Sache machen seit Kurzem die vier lokalen Dietiker Kirchgemeinden bei der Integrationsarbeit von Flüchtlingen. Sie treten unter dem gemeinsamen Namen und Logo «Connect Dietikon» auf.

Gabriele Heigl
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Von links: Die Initianten Patrick Siegenthaler (mit Kinder-Weihnachtspäckli auf dem Schoss), Markus Hediger, Pia Hirsiger und Daniel Gerber freuen sich über den gemeinsamen Internetauftritt der Kirchgemeinden. Unten: Die Homepage von Connect Dietikon».

Von links: Die Initianten Patrick Siegenthaler (mit Kinder-Weihnachtspäckli auf dem Schoss), Markus Hediger, Pia Hirsiger und Daniel Gerber freuen sich über den gemeinsamen Internetauftritt der Kirchgemeinden. Unten: Die Homepage von Connect Dietikon».

Gabriele Heigl

Die Bewegung Plus, das Christliche Zentrum Silbern, die Katholische und die Reformierte Kirchgemeinde sind der Überzeugung, dass sie zusammen die Flüchtlinge noch besser unterstützen können. Schon seit einiger Zeit sind sie dabei, ihre diversen Flüchtlings-Projekte zu koordinieren. «Um die Angebote für Flüchtlinge, Behörden, Asylorganisationen, Fachstellen und ehrenamtliche Mitarbeiter übersichtlicher und transparenter zu gestalten, entschlossen wir uns zu einer Zusammenarbeit», so Daniel Gerber, Sozialdiakon in der Reformierten Kirchgemeinde und einer der Initiatoren von Connect Dietikon.

Internetseite auf Deutsch

Auf der Internetseite werden alle Integrationsangebote für Flüchtlinge gebündelt und laufend aktuell gehalten. Die Seite ist bewusst auf Deutsch verfasst, um die sprachliche Integration zu fördern. Um Mission ist es den Kirchgemeinden zunächst nicht bestellt. «Es geht uns zwar auch um die Vermittlung christlicher Werte, aber wir wollen vor allem Anschluss bieten und unsere Kultur nahebringen», so Gerber.

Wer, wo, was, wann?

Auf der Internetseite www.connect-dietikon.ch finden die Dietiker Flüchtlinge alle von den vier Kirchgemeinden für sie organisierten Aktionen.

Darüber hinaus gelte es, ein Netzwerk aufzubauen. Neben Gerber gehören Patrick Siegenthaler, Jugendpastor in der Bewegung Plus, Markus Hediger, Pastor im Christlichen Zentrum Silbern und Pia Hirsiger, Pastoralassistentin in der Katholischen Kirche, zu den Initianten des Projekts.

Die Connect-Dietikon-Seite verlinkt zu den Internetseiten der vier Kirchgemeinden, die alle weiter ihre eigenen Projekte umsetzen. Ab und zu soll es aber gemeinsame Aktionen geben. Die erste läuft bereits. Jeder Dietiker Flüchtling soll ein Weihnachtspäckchen erhalten (siehe Zweittext «Flüchtlingen eine Freude machen»). Bei der Umsetzung der Aktion arbeitete Connect Dietikon eng mit der ORS Service AG zusammen, die in Dietikon die Asylbetreuung organisiert. Den Inhalt der Päckchen spendierten die vier Kirchgemeinden. Jedes enthält Dinge des täglichen Bedarfs wie Shampoo, Reis oder Schokolade im Wert von etwa 20 Franken. «Die Kirchgemeinden wollen diese Menschen spüren lassen, dass ein Gott der Liebe zu uns schaut, der uns alle kennt und liebt – egal woher wir kommen und welchen Glaubens wir sind», so Gerber.

WeihnachtspÄckli-Aktion: Flüchtlingen eine Freude machen

In den letzten Wochen haben die freiwilligen Helfer der vier Dietiker
Connect-Kirchgemeinden 190 Weihnachtspäckli für jeden der Dietiker Flüchtlinge gepackt. Es gibt vier verschiedene Versionen: für Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer. Das für Kinder enthält zum Beispiel einen kleinen Teddybären, ein Puzzlespiel und Schokolade, das für Männer unter anderem ein Paar warme Socken, das für Frauen eine Hautcreme.

Jeder Flüchtling bekommt bei der ORS-Betreuungsstelle in der Neumattstrasse 24 einen Päckli- Gutschein, den er entweder am 13. Dezember von 17.30 bis 20.30 Uhr im Treffpunkt Plus im Christlichen Zentrum Silbern, in der Riedstrasse 3, oder am 15. oder 22. Dezember jeweils von 14 bis 17 Uhr im Café Mitenand im Kirchgemeindehaus der Reformierten Kirche in der Poststrasse einlösen kann. (GAH)

Mitarbeiter tragen die Vision

Die Verteilung der Päckchen erfolgt über Gutscheine, die von der ORS ausgegeben werden. «Die ORS-Mitarbeiter berichten von strahlenden Gesichtern, wenn sie den Flüchtlingen die Gutscheine für die Weihnachtspäckli überreichen», freut sich Patrick Siegenthaler. Man sei schon sehr gespannt, wie die Aktion ankommt. Sollten nicht alle Päckchen einen Abnehmer finden, werden sie am 25. Dezember bei einem ökumenischen Gottesdienst für Alleinstehende und Flüchtlinge im katholischen Pfarreizentrum St. Agatha verteilt.

Wie es dann mit weiteren gemeinsamen Projekten weitergeht, steht noch nicht fest. «Wir müssen erst unseren ehrenamtlichen Mitarbeitern unsere Vision vermitteln», meint Hediger, und Siegenthaler ergänzt: «Uns fehlt es nicht an Ideen, aber unsere Stärke zeigt sich in unseren freiwilligen Mitarbeitern, sie müssen diese Ideen tragen.»