Eingeladen hatten SP Limmattal und die SVP des Bezirks Dietikon im Dietiker Hotel Sommerau Ticino. Nach einer Information durch Esther Graf vom Zürcher Volksschulamt moderierte der Chefredaktor der Limmattaler Zeitung Jürg Krebs die Diskussion zwischen den SP-Kantonsräten Rolf Steiner und Karin Maeder-Zuberbühler auf der einen, und deren SVP-Ratskollegen Claudio Zanetti und Rochus Burtscher auf der anderen Seite.

Positive Testergebnisse

Zuerst debattierten die Kantonsräte über den Nutzen der Grundstufe. Gerade für Kinder mit einem kleineren Bildungsrucksack sei die Grundstufe eine grosse Chance, eröffnete Steiner und erhielt sogleich Unterstützung von Fraktionskollegin Maeder: «Nur mit diesem Modell wird den teilweise gravierenden Unterschieden im Entwicklungsstand der Kinder Rechnung getragen.»

Indem sie den Kindergärten eine positive Entwicklung attestierten, versuchten die SVP-Kantonsräte dieser Argumentation den Boden zu entziehen. Burtscher hob die Qualität des Personals hervor: «Unsere Kindergärtnerinnen sind der Aufgabe gewachsen.» Mit einem bizarren Vergleich doppelte Zanetti nach: «Das ist eine klassische Führungsaufgabe. In der Armee kommen Offiziere auch mit unterschiedlich begabten Soldaten klar.» Maeder, selbst Kindergärtnerin, betonte die positiven Rückmeldungen aus den 27 Gemeinden, die die Grundstufe bisher testeten.

Die Hauptsorge sind die Kosten

Hauptsorge der Gegner der Vorlage bleiben die 62 Millionen Franken, die die flächendeckende Einführung der Grundstufe kosten würde. Zanetti präsentierte sich als Wächter der Steuergelder, als er sagte: «Als Volksvertreter schulde ich dem Steuerzahler die günstigere Variante.» Maeder bestritt den Mehraufwand durch höhere Lohnkosten nicht, betonte aber, die Aufwertung des Unterrichts würde die Ausgaben rechtfertigten.

Im letzten Abschnitt der Debatte äusserten die beiden SVP-Exponenten Sorgen um die direktdemokratischen Prinzipien der Schweiz. Selbst wenn die Gemeinden wählen könnten, wie im Gegenvorschlag vorgesehen, würden letztlich die Schulpflegen über die Einführung entscheiden, sagte Burtscher. Diese seien vom Stimmvolk mit einem Exekutivauftrag betraut, entgegnete Steiner und plädierte für Vertrauen in die Schulpflegen.

Ein Votant aus dem Publikum redete schliesslich Zanetti das Wort, als er nach der Erfüllung der Mundartpflicht im Kindergarten fragte. Da in der Grundstufe Kindergarten und die erste Primarklasse verschmelzen, würde im Unterricht sowohl Mundart als auch Hochdeutsch gesprochen, erklärte Esther Graf abschliessend.