Junge Limmattaler Golf-Talente
«Viele denken, wir würden mit dem Elektrowagen auf dem Golfplatz herumfahren»

Die jungen Limmattaler Golf-Talente Aurelia Büchel, Alejandro Schmidt und Dennis Zeller haben Spass am Sport.

Michel Suter
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 Aurelia Büchel aus Urdorf hat das Golfspiel von ihrer Mutter gelernt. Am Turnier in einer Woche will sie ihr Handicap runterspielen.
 Dennis Zeller aus Uitikon machte die Erfahrung, dass seine liebste Sportart oft mit Minigolf verglichen wird.

Michel Suter

Es ist heiss. Die Schattenplätze des Restaurants im Golfclub Unterengstringen sind begehrt. Trotz der unerbittlichen Sonne stehen Alejandro Schmidt, Aurelia Büchel und Dennis Zeller auf dem Platz und schlagen mit viel Schwung Golfbälle ins fast endlos wirkende Grün. Die Jugendlichen bereiten sich auf das Pädes Junior Golf Open vor, das am Sonntag in einer Woche auf der Anlage durchgeführt wird und sich speziell an junge Golferinnen und Golfer richtet. «Dieses Turnier ist einfach geil», schwärmt Alejandro. «Da kriegt man unter anderem Süssigkeiten und kann zwischendurch mal einen Hamburger essen.» Der 14-Jährige hat als Einziger der drei schon an diesem Turnier teilgenommen.

Dafür hat das Limmattaler Trio eine andere Gemeinsamkeit. Alle sind durch einen Elternteil zum Golfsport gekommen. «Mein Vater spielt Golf, seit ich klein bin», erzählt Alejandro, der in Oetwil wohnt. «Mit sechs Jahren habe ich dann ebenfalls angefangen, Golf zu spielen.» Bei Aurelia war es die Mutter, die vom Golfsport begeistert war. «Sie golfte zuerst in Australien», sagt die 15-jährige Urdorferin. «Dann habe ich es auch ausprobiert – auf einem Golfplatz in Brigels. Es hat mir sofort gefallen.» Und Dennis wurde von seinem Vater vom Golffieber angesteckt. «Er nahm Unterrichtsstunden und ich ging mit», erinnert sich der 15-Jährige aus Uitikon. «Nun spielt die ganze Familie Golf.»

Ein Sport für alle

Doch was genau macht die Begeisterung für den Golfsport aus? «Auch wenn Golf eigentlich eine Einzelsportart ist, ist man auf dem Golfplatz in der Gruppe unterwegs», sagt Alejandro. «Und das gefällt mir.» «Ja, man lernt auf den Golfplätzen immer sehr viele Leute kennen», ergänzt Aurelia. «Zudem ist man in der Natur.» Und für Dennis ist die Tatsache, dass man «sozusagen gegen sich selbst» spielt, besonders motivierend. Daneben biete der Golfsport auch noch eine besondere Annehmlichkeit: «Die Trainings sind nicht an fixe Zeiten gebunden.

Der Wettkampf

Das Pädes Junior Golf Open wird bereits zum 15. Mal durchgeführt. Ursprüngliche Idee ist es laut Initiant Patrick Rohde, Kinder und Jugendlichen den Golfsport
näherzubringen und dessen Image als einer elitären Sportart entgegenzuwirken. Daher ist das Golfturnier auch speziell für Nachwuchsgolferinnen und -golfer ausgerichtet – mit Rockmusik und Grill. Die Teilnehmer reisen nicht nur aus verschiedenen Orten in der Schweiz an, sondern auch aus dem Ausland. Bisher sind 60 Anmeldungen eingegangen, 80 Plätze sind also noch frei. «Wer will, kann sich jetzt noch anmelden», sagt Rohde.

Neu in diesem Jahr kommt zum normalen Turnier noch ein Wettkampf dazu: der «Beat the Record @ GCU». Dabei versuchen mehrere Golf-Cracks, den
Platzrekord zu knacken. Mit dabei sind unter anderem Neal Woernhard, Mauro Anderi, Christoph Dammert, Loris Schüpbach, Stephan Sorg und Lilia Kraft.

Wenn wir zum Beispiel in den Ferien sind, gehe ich auf den Golfplatz, wenn mir danach ist.»
Die Reaktionen im Umfeld der Jugendlichen auf ihr Hobby fielen allerdings gemischt aus. «Als ich erzählte, dass ich Golf spiele, hiess es, das sei doch ein Sport für die Reichen und Alten», sagt Aurelia. «Viele denken, wir würden mit dem Elektrowagen auf dem Golfplatz herumfahren, dabei darf man das ja erst ab 18 Jahren.» «Ja, mein Lehrer fragte mich auch, ob unsere Familie reich sei», fügt Alejandro hinzu.

Und Dennis machte die Erfahrung, dass die Leute Golf mit einer anderen, ähnlich klingenden Sportart verwechselten. «Da kam dann die Antwort: ‹Ah, das habe ich auch schon ausprobiert, einfach als Minigolf.›» Dass es Vorurteile gegen ihre Sportart gibt, ist den dreien aber egal. «Ich spiele gern Golf und ziehe das auch durch», sagt Aurelia. «Und einige lassen sich davon begeistern, wenn man ihnen mehr darüber erzählt.»

Keine Golfkarriere in Sicht

Obwohl die drei vom Golfen begeistert sind, streben sie keine Profikarriere an. Der Grund ist der grosse Zeitaufwand. «So anderthalb Stunden Training pro Woche, das geht noch», sagt Alejandro. «Als Profi müsste man aber bis zu acht Stunden pro Tag auf dem Platz stehen.» Und Dennis schrecken vor allem die Trainings im Winter ab. «Einige Plätze sind das ganze Jahr über offen», sagt er.

«Und im Winter auf dem Platz zu stehen, wenn es so kalt ist...» Was ihre Golfkarriere anbelangt, hält sich der Ehrgeiz der Limmattaler also in Grenzen. Dasselbe gilt für das Pädes Junior Golf Open. «Ich will einfach mein Handicap runterspielen», sagt Aurelia. «Und ich will Spass haben.» Dem schliesst sich Alejandro an. Und für Dennis wäre es schön, wenn er auf der ersten Seite des Klassements auftauchen würde: «Das würde mir schon reichen.»