Dietikon
Viele Ausgesteuerte: «Wir stellen keine besondere Resignation fest»

Dietikon Heute werden wegen der revidierten Arbeitslosengesetzgebung viele Personen gleichzeitig ausgesteuert. Eine Herausforderung für die Sozialämter, wie Dietikons Sozialvorstand Johannes Felber weiss.

Bettina Hamilton-Irvine
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Johannes Felber (CVP).

Johannes Felber (CVP).

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Aufgrund der Revision derArbeitslosenversicherung kommt es ab Anfang April in der Schweiz schlagartig zu Tausenden von neuen Ausgesteuerten. Mit wie vielen rechnen Sie in Dietikon?

Johannes Felber: Gemäss letzter Meldung des RAV werden circa 220Personen in Dietikon ab dem
1. April ausgesteuert sein.

Wird Dietikon aufgrund der etwas höheren Arbeitslosigkeit stärker betroffen sein als andere Gemeinden?

Aufgrund unserer soziodemografischen Situation gehen wir davon aus, dass wir besonders stark betroffen sind.

Rechnen Sie schon kurz nach dem 1.April mit einem grossen Ansturm von Personen?

Ab April 2011 rechnen wir mit einer Zunahme von gegen 60 bis 80 Personen, die neu auf Sozialhilfe angewiesen sein werden.

Braucht die Sozialabteilung zusätzliche personelle Unterstützung, um die anfallende Arbeit zu bewältigen?

Für die erwartete Zunahme von Fällen wurde eine befristete Aushilfestelle bewilligt.

Die Kürzung der Taggelderbezugsdauer betrifft vor allem Junge. Teilen Sie den Optimismus des Seco, dass die Zahl der Ausgesteuerten tiefer ausfallen wird, weil Junge schneller wieder eine Stelle finden?

Da es sich in Dietikon vermehrt um junge Erwachsene mit tiefem Bildungsstand handelt, wird der Erfolg auf Arbeit eher schwieriger sein. Ebenfalls ist nur schwierig abzuschätzen, wieweit das Elternhaus in die Unterstützung einsteigt. Für Dietikon stehen wir dem Optimismus des SECO kritisch gegenüber, freuen uns jedoch, wenn er berechtigt ist.

Stellen Sie bei jungen Erwachsenen, die erstmals Sozialhilfe beziehen, eine besondere Resignation fest?

Wir stellen keine besondere Resignation bei der Erstanmeldung fest, doch benötigen diese jungen Menschen starke Unterstützung, um überhaupt in der ersten Arbeitswelt Fuss fassen zu können.