Im zweiten Finalspiel der letztjährigen 2.-Liga-Saison im Inlinehockey trafen wir in Hochdorf auf Linth. Den ersten Match gewannen wir 7:5, wir reisten also mit einem kleinen Polster an. Bald lagen wir 0:1 im Rückstand. In der Folge verlief die Partie ausgeglichen, wir führten aber nie. Zehn Minuten vor Schluss lagen wir sogar mit 5:8 hinten. Wir probierten alles, aber die Zeit drohte uns davonzurennen. Es war gefährlich: Weil wir offensiv spielen mussten, liessen wir automatisch Konter zu. Drei Minuten vor dem Ende gab es eine Strafe gegen den Gegner. Wir hofften darauf, unser Powerplay aufziehen zu können. Doch nicht einmal das brachten wir zustande.

In der letzten Minute setzten wir alles auf eine Karte, und man nahm mich als Goalie zugunsten eines weiteren Feldspielers heraus. 30 Sekunden vor Schluss gelang uns das sechste Tor. Christoph Frei erzielte es auf Pass von Pascal Wittwer, der Eishockey in der Nationalliga B spielt. Es war eigentlich schön, dass es nicht Wittwer selbst schoss, weil es immer heisst, er würde als Nati-B-Spieler alle Tore machen.

Ich kriegte das nicht mit, weil ich gerade über die Bande geklettert war. Im Inlinehockey kannst du im Gegensatz zum Eishockey nicht so gut bremsen, du wirfst dich irgendwie drüber. Ich rappelte mich auf, als ich die anderen jubeln sah. Allerdings mussten wir zuerst den Schiedsrichter fragen, ob bei derselben Tordifferenz die erzielten Tore zählen würden oder ob es Verlängerung geben würde. Die fünfminütige Verlängerung plätscherte dahin, ehe uns eine Minute vor Schluss der Siegtreffer gelang. Wittwer lief mit der Scheibe in die Zone, der Gegner dachte wohl, er würde selbst abschliessen. Uneigennützig spielte er aber auf Sven Kabosch, der im Nachschuss traf.

Wir gewannen in der Endabrechnung den Meistertitel gegen ein stark besetztes Team und stiegen in die 1. Liga auf. Weil wir selbst davon so überrascht waren, hatten wir keine Feier geplant. Irgendjemand aus dem Team meinte, wir brauchten eine Meisterzigarre. Ich machte den dummen Spruch, er soll doch den Gegner fragen, der sicherlich vorgesorgt hatte. Tatsächlich kam er mit einer Kiste Zigarren zurück. Wir bezahlten natürlich dafür, aber eigentlich war es eine Frechheit, dass wir überhaupt danach fragten. Schliesslich deckten wir uns am Tankstellenshop mit Grillwaren ein und gingen feiern.