Schlieren
Viel Applaus für das neue Schlieremer Schulhausprojekt

Die Stadt verzichtet bei der Planung des neuen Schulhauses auf ein Schwimmbad, um Kosten zu sparen. Die Parteien sind des Lobes voll. Die FDP spricht sogar von einem «weisen Entscheid».

Bettina Hamilton-Irvine
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Das Schulhaus Schlieren West soll ohne Schwimmbad auskommen.

Das Schulhaus Schlieren West soll ohne Schwimmbad auskommen.

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Mehr als 60 Millionen Franken dürfte der Bau des neuen Schulhauses Schlieren West kosten. Wie diese Woche bekannt wurde, will die Stadt aber auf den Bau einer Schwimmhalle verzichten, um Kosten zu sparen. Nebst hohen Baukosten wären jährlich 600000 Franken Unterhalt dazugekommen. Um darauf verzichten zu können, müssen die Schüler auch weiterhin extern schwimmen lernen.
Ein Entscheid, der bei den Schlieremer Parteien durchs Band ausgesprochen gut ankommt. FDP-Präsidentin Barbara Angelsberger bezeichnet ihn sogar als «sehr gut überlegten, weisen Entscheid»: Schwimmhallen seien teuer im Unterhalt und der gewonnene Platz könne besser genutzt werden. Zudem seien die umliegenden Gemeinden wohl froh, mit den auswärtigen Schülern ihre Hallenbäder besser auslasten zu können. Die FDP verstehe den Entscheid des Stadtrates sehr gut - umso mehr, weil statt des Schwimmbades «eine tolle Aula zu haben ist und diverse Räumlichkeiten grosszügiger gestaltet werden können», so Angelsberger.
Weitsicht, Vernunft, Bescheidenheit
Applaus gibt es auch von der CVP, die voll und ganz hinter dem Entscheid der Stadt steht, auf ein Schwimmbad zu verzichten, wie Präsident Stefano Kunz sagt. «Aus unserer Sicht hätte genau dieses Schwimmbad, wäre es im Projekt geblieben, zu einem allfälligen Absturz beitragen können.» Stadtrat und Schulpflege hätten daher mit «viel Weitsicht und Vernunft, aber auch Bescheidenheit» reagiert. Dass die Schüler in einer anderen Gemeinde zum Schwimmunterricht müssten, sei kein Problem, so Kunz: «Wir sehen nicht, was daran falsch sein soll.»
Wo die Kinder Schwimmunterricht hätten, sei «zweitrangig», findet auch Reto Bär, Präsident der EVP. Wichtig sei, dass sie überhaupt schwimmen lernen könnten. Sich nebst der Biobadi noch ein zweites Schwimmbad zu leisten, habe zurzeit «sicher nicht oberste Priorität für Schlieren», so Bär. Hingegen sei es «bitter nötig», dass nun «endlich ein Schulhaus gebaut werde». Da dieses sicher nicht billig werde, begrüsse die EVP Möglichkeiten, durch Optimierungen Geld einzusparen.
Ein «Muss für das Quartier»
«Das Schulhaus ist für das wachsende Quartier ein Muss», sagt auch Ruedi Dober, Präsident der SVP. Seine Partei stehe dem Projekt positiv gegenüber und befürworte auch den Verzicht auf ein Lernschwimmbecken. Schliesslich habe sich der Besuch der Schwimmbäder in Urdorf und Zürich Altstetten «seit Jahrzehnten bewährt». Von Mai bis Dezember könne zudem das geheizte Schwimmbad im Moos benützt werden.
Etwas verhaltener, aber immer noch positiv äussert sich SP-Präsidentin Béatrice Bürgin zum Thema: «Wir stehen hinter der Entscheidung des Stadtrats, aus pragmatischen Gründen.» Bei den vielen Investitionen, die für die Stadt anstehen, müsse man Prioritäten setzen, fügt sie hinzu.
Noch keine Stellungnahme abgeben will laut Jürg Naumann der Quartierverein. Man habe dazu bisher noch zu wenig Informationen.

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