Birmensdorf

Verwirrungen im «Spital Birmensdorf»

Feiert heute Freitagabend Premiere: Die Theatergruppe Birmensdorf mit dem rasanten Stück «Alles uf Chrankeschiin» des britischen Komödienautors Ray Cooney.

Feiert heute Freitagabend Premiere: Die Theatergruppe Birmensdorf mit dem rasanten Stück «Alles uf Chrankeschiin» des britischen Komödienautors Ray Cooney.

Die neue Produktion der Theatergruppe hat bereits vor der Premiere für Turbulenzen gesorgt.

Was wäre das Theater ohne Ray Cooney? Die Stücke des britischen Komödienautors erfreuen sich höchster Beliebtheit und werden landauf, landab gespielt. Fern des Feuilletons, aber in vollen Sälen.

Auch im Limmattal setzen die Theatergruppen gerne auf Cooneys rasante Werke. Erst im Februar spielte die Waldegg-Bühne sein «Move over, Mrs. Markham» (als «Hoppla, Frau Marquart») und nun nahm sich die Theatergruppe Birmensdorf dem Stück «It runs in the Family» an. In der Schweiz besser bekannt als «Alles uf Chrankeschiin».

«Das Publikum will lachen», sagt der Theaterpräsident Daniel Elsener, der sein Amt seit zwei Spielzeiten innehat. Krimis oder gar dramatische Stoffe würden weniger goutiert. Komödien aber lassen laut Elsener das Publikum für einen Abend die Realität vergessen. Und wenn ein Klassiker wie «Alles uf Chrankeschiin» wie angegossen auf das Ensemble passt, muss man zugreifen. Die nun in Birmensdorf präsentierte Fassung ist die Dialektbearbeitung von Fritz Klein.

Aberwitzige Ausreden

Die Geschichte ist schnell erzählt und spielt sich in der hiesigen Version im «Spital Birmensdorf» ab: Im Ärztezimmer übt Dr. Leo Leu, der Hauptprotagonist, seine Rede für den Neurologenkongress. Sie könnte sein Ticket zum Chefarztposten sein. Dumm nur, dass er dabei stets von den verschiedensten Personen gestört und mit einer längst vergessenen Affäre konfrontiert wird. Fortan windet sich Dr. Leo Leu in aberwitzigen Ausreden, was schliesslich zu zahlreichen Verwechslungen führt.

Das Publikum, dass sich ab heute im Gemeindezentrum Brüelmatt ob der Turbulenzen auf der Bühne erfreuen kann, wird nicht bemerken, dass die Theatergruppe nur wenige Tage vor der Premiere selbst mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. «Zunächst fiel vor wenigen Wochen ein Schauspieler aus, der eine tragende Rolle spielen sollte. Er erschien einfach nicht mehr zu den Proben», sagt Elsener, der selbst auf der Bühne zu sehen ist. Ein Ersatz-Darsteller wurde gefunden, doch dieser erkrankte vergangene Woche und musste alle Vorstellungen absagen. «Das war ein Schock und wir mussten quasi in letzter Minute die Rolle erneut besetzen», so Elsener, was mit vereinten Kräften auch gelang.

Das Ensemble hat die Schwierigkeiten gut gemeistert. «Wir sind ein super Team und solche Situationen schweissen zusammen», so der Präsident Elsener. Und er verweist auch auf seine Vorgängerin Hildegard Rüttimann, die seit der Gründung vor 32 Jahren bei der Theatergruppe dabei ist. Obwohl sie kürzertreten wollte, konnte Rüttimann dem Ruf der Bühne nicht widerstehen und führt bei der neuen Produktion erstmals Regie. Ihre Präsenz und Leidenschaft für das Theater sorgt für die nötige Sicherheit bei dem zwölfköpfigen Laienensemble. Zudem ist sie als resolute Oberschwester Berta in einer Nebenrolle zu sehen.

Extreme Situation gemeistert

«Es war mit den beiden Ausfällen eine extreme Situation, aber aufgeben oder gar die Auftrittsdaten absagen, kam nie infrage», sagt Rüttimann. Zumal sie mit ihrer Regieassistentin Silvia Ramel für die Produktion extra einen Regie-Kurs besuchte und ihr das Debüt entsprechend wichtig ist. «Wir mussten glücklicherweise nur wenig am Drehbuch ändern und ich hoffe, dass das Publikum Nachsicht hat, falls die Souffleuse einmal zu hören ist.»

Die Worte der Souffleuse könnten in den Lachsalven untergehen. Die Generalprobe zeigte, dass das Ensemble die Komödie fest im Griff hat. Mit Philipp Wenk als Dr. Leo Leu verfügt die Gruppe zudem über einen Hauptdarsteller wie einen Fels in der Brandung. Permanent steht er auf der Bühne und überzeugt mit seinem komödiantischen Talent. Auch seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter fühlen sich pudelwohl in ihren Rollen.

Bei den fünf Vorstellungen kann sich das Publikum nebst dem Schauspiel auch auf Kulinarisches freuen: Der Fussballclub Birmensdorf sorgt für das leibliche Wohl. Rüttimann führte den Gastrobetrieb zu den Vorstellungen in ihrer Zeit als Präsidentin ein. «Es ist doch gemütlicher, wenn man sich verköstigen und bei einem Glas Wein die Vorstellung geniessen kann», sagt sie. Es ist ein Erfolgsrezept – die Auslastung liegt im Vorverkauf schon bei fast 70 Prozent, sagt Elsener.

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Autor

Daniel Diriwaechter

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