Dietikon
Verweilen auf dem Rapidplatz - ein Stuhl kommt selten allein

Der Rapidplatz in Dietikon bietet neue Sitzgelegenheiten und soll zum Verweilen einladen. Damit ist er in bester Gesellschaft - einigen urbanen Plätzen wird im Sommer neues Leben eingehaucht.

Daniel Diriwächter
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Warten auf müde Beine: Stühle und Bänkli auf dem Rapidplatz
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Michael Seiler von der Standortförderung Dietikon ist der erste Sitzgast der frisch platzierten Stühle.
Stühle auf dem Rapidplatz

Warten auf müde Beine: Stühle und Bänkli auf dem Rapidplatz

Daniel Diriwächter

Die Stadt Dietikon bietet auf dem Rapidplatz seit gestern flexible Sitzgelegenheiten an. Damit will sie die Anwohnerschaft im Quartier Limmatfeld zum Verweilen einladen. Konkret wurden auf dem Platz acht Stühle und eine Sitzbank der Zürcher Firma «Manufakt» aufgestellt. Das Modell «Bättig» wurde ausgewählt, weil das Design gut in die urbane Gegend passe, sagt Michael Seiler, Leiter der Standortförderung Dietikon. Zudem ist er stolz, dass es sich dabei um Schweizer Qualität handelt.

Stühle sollen Plätze beleben

Nicht nur der Rapidplatz erhielt neues Mobiliar, sondern auch das Dietiker Zentrum. Damit dieses belebter wird, ist seit gestern auf dem Kirchplatz die gleiche Anzahl der Stühle zu finden. Seiler hofft, dass beide Orte von der Investition profitieren werden. Wie hoch die Kosten dafür insgesamt ausfielen, will er nicht verraten. Nur so viel: Der einzelne Armlehnstuhl kostet regulär 375 Franken – wobei die Stadt aber einen Spezialpreis vom Hersteller erhielt.

Dass relativ simple Massnahmen wie neue Sitzgelegenheiten einen Platz aufwerten können, glaubt auch die Arbeitsgruppe «Schlieren Südwest». Am Dienstag wurde der Kesslerplatz in Schlieren nämlich mit einem ähnlichen Konzept aufgewertet: Ein neuer Tisch, vier Bänke, zwei öffentliche WCs und Pflanzenkisten sollen die Bevölkerung anlocken und den Platz zum Begegnungsort verwandeln.

Beispiel Zürich stimmt optimistisch

Auch die Stadt Zürich hat gestern einen weiteren urbanen Ort neu gestaltet: den Escher-Wyss-Platz (siehe Seite 21). Zürich hat bereits «sehr gute» Erfahrungen mit den 100 Stühlen auf dem Sechseläutenplatz gemacht, die im Frühling 2014 aufgestellt wurden, wie Stefan Hackh vom Tiefbauamt der Stadt Zürich auf Anfrage erklärt – so gute, dass bereits 100 weitere bestellt sind. Von der ersten Tranche sind noch 90 vorhanden. Zwei der vermissten Stühle fand man mittlerweile auf dem Grund des Sees.

Über Diebstähle macht sich Seiler derweil keine Sorgen. Wie jene vor dem Opernhaus, werden auch die Stühle in Dietikon paarweise durch eine Kette gesichert, die ein unbefugtes Abtransportieren erschweren soll. Die Stadt gibt sich deshalb optimistisch und will beweisen, dass auch hier «eine solche Aktion durchaus möglich ist».

Doch nicht nur die neue Bestuhlung soll zum Verweilen auf dem Rapidplatz einladen, sondern auch ein Sommer-Fest: Die dort ansässige Filiale von «Domino’s Pizza» organisiert bis Mitte August einen «Summer Fun Park», der seine Tore heute öffnet. Besonders der eigens aufgestellte Pool, der von einem Badmeister bewacht wird, dürfte Beachtung finden. Ein Fussballfeld und eine Hüpfburg gehören zu den weiteren Attraktionen. Auch Events wie eine Hypnose-Show sollen Besucher anlocken.

Die Stadt unterstützt die Aktion und erteilte auch die Bewilligung. Da das Fest eine Nutzung auf öffentlichem Grund ist, war dies möglich – trotz des anhaltenden Konflikts zwischen der Stadt und der Halter AG, die wider Willen immer noch die Westhälfte des Platzes besitzt.