Da der Angeklagte bereits ein umfassendes Geständnis abgelegt hatte, war es eine aussergewöhnlich kurze Gerichtsverhandlung, die am Montag am Bezirksgericht Dietikon stattfand (az Limmattaler Zeitung vom 16.August). Der Limmattaler Tischtennis-Lehrer gab alles zu: Demnach hatte er ab Anfang 2009 ein damals 13-jähriges Mädchen über längere Zeit sexuell missbraucht. Der Tischtennis-Trainer wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten verurteilt.

Die Nachricht der Verurteilung löste bei den Eltern, deren Kinder im entsprechenden Klub trainieren, offenbar grosse Besorgnis aus. Dies sagte die Freundin einer Mutter, deren Tochter ebenfalls beim verurteilten Lehrer trainiert (alle Namen der Redaktion bekannt), gestern gegenüber der az Limmattaler Zeitung. Offenbar unterrichte der Trainer nach wie vor im Limmattaler Tischtennis-Klub. «Das darf doch nicht wahr sein», so die Freundin.

Auf den Fall angesprochen erklärt der Präsident des Limmattaler Tischtennis-Klubs: «Wir nehmen die Sache sehr ernst.» Er habe selber erst aus der Presse die Details vernommen. «Ich war entsprechend schockiert und berührt.» Man habe denn auch bereits Massnahmen getroffen, so der Präsident: «Weitere Schritte werden zurzeit besprochen und definiert.» Dabei gehe es vor allem um Sicherheitsmassnahmen und Prävention. Mit dem Thema sexueller Missbrauch habe sich nicht nur der Klub bereits früher auseinandergesetzt: Den Lehrern – alle seien Jugend-und-Sport-zertifiziert – seien Verhaltensregeln und Vorgaben bekannt.

Keinen Grund für Ausschluss

Auf die Massnahmen gegenüber des verurteilten Lehrers angesprochen sagt der Präsident: «Aufgrund unserer Informationen gibt es keinen Grund, ihn aus dem Klub auszuschliessen.» Doch: «Er gibt sicher keinen Unterricht mehr im Rahmen von Jugend und Sport, das ist klar.» Man sei ausserdem im Gespräch mit den Eltern und wolle diese im Zusammenhang mit Kontakt um ihr schriftliches Einverständnis bitten.

Ob der verurteilte Lehrer tatsächlich keinen Kontakt mit der Altersgruppe des Opfers mehr haben wird, wie es Experten empfehlen, bleibt jedoch offen. Die besorgte Freundin glaubt nicht daran: Der Trainer, mit dem sie gestern ein Gespräch geführt habe, plane am Wochenende mit dem Auto an ein Turnier zu fahren – und dabei zwei Schülerinnen mitzunehmen.