Die Geldstrafe ist hoch — 150 Tagessätze zu 780 Franken — also 117 000 Franken. Doch bezahlen muss der Beschuldigte die Strafe nicht. Sie wird bedingt ausgesprochen, wie aus einem rechtskräftigen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis hervorgeht. Sollte er sich in den nächsten zwei Jahren nichts zuschulden kommen lassen, wird er die Strafe nie zahlen müssen. Der 50-Jährige hat kein Bagatelldelikt begangen: Er ist dafür verantwortlich, dass ein Mensch ums Leben gekommen ist.

2017 war es, auf der A4 bei der Raststätte Knonaueramt, als sich der schwere Unfall ereignete. Im Morgenverkehr Richtung Zürich war der Finanzfachmann auf der Überholspur unterwegs. Mit rund 135 km/h fuhr er hinter dem späteren Todesopfer, einem 48-Jährigen, her. Die vorderen Fahrzeuge verlangsamten, weil es auf eine Baustelle zuging und es langsam zum Stau kam. Dem Beschuldigten entging das offenbar. Gemäss Strafbefehl, weil «er den Blick auf die Normalspur gerichtet hatte». Ob das tatsächlich die ganze Ablenkung war, muss offenbleiben.

In vorderen Wagen gedrückt

Was diese kleine Unaufmerksamkeit ausgelöst hat, ist schrecklich. Denn erstellt ist, dass der Tesla des 50-Jährigen mit voller Wucht in das Heck des vor ihm fahrenden Autos krachte. Spezialisten haben errechnet, dass der Tacho noch immer 122 km/h anzeigte, kaum weniger als zuvor also. Der Aufprall war so stark, dass das Auto des Todesopfers in den vorderen Wagen gedrückt wurde. Das Opfer erlitt schwerste Verletzungen an Kopf und Oberkörper. Es musste durch die Feuerwehr geborgen werden. An Bord eines Helikopters auf dem Weg ins Spital verstarb er. Weder der Fahrer des vordersten beteiligten Autos noch der Unfallverursacher wurden beim heftigen Aufprall verletzt.

Die Höchststrafe für fahrlässige Tötung liegt bei drei Jahren Gefängnis. Ungewöhnlich ist das Urteil aber nicht, denn auch Geldstrafen sind üblich. Neben der bedingten Geldstrafe wegen fahrlässiger Tötung muss der Finanzfachmann eine Entschädigung an die Opferfamilie zahlen. Genau 3192,75 Franken werden den Angehörigen zugesprochen.