Noch vor zwei Jahren sah die Stadt Dietikon eine Fertigstellung des Projekts «Flussbalkone» auf dem Kronenareal per Ende dieses Jahres als realistisch an, wie die damalige Hochbauvorsteherin Gertrud Disler erklärte. Dies ist unterdessen nicht mehr der Fall, wie Stadtarchitekt Thomas Jung gestern auf Anfrage sagte: «Der Abschluss des Projekts wird sich voraussichtlich um über ein Jahr verzögern.»

Einer von drei Rekursen verloren

Der Grund dafür ist ein Rekurs, den die Stadt verloren hat. Insgesamt gingen drei Rekurse gegen das von Architektin Tilla Theus geplante Projekt ein, welches die Umgestaltung der Liegenschaften rund um das Restaurant Krone zum Ziel hat. Aufgrund der Rekurse ist das Projekt schon seit der Erteilung der Baubewilligung durch den Stadtrat am 24. Januar 2011 blockiert. «In einem der drei Fälle hat das Baurekursgericht nun gegen uns entschieden», so Jung. Konkret geht es um ein Abstandproblem, welches ein benachbarter Grundbesitzer geltend gemacht hat. Eines der vier geplanten Häuser würde zu nahe an eine private Remise zu stehen kommen, wie Jung sagt. Es handelt sich dabei um eine der beiden Ersatzneubauten für das «alte Bauamt».

Laut Jung hat die Stadt beschlossen, den Entscheid des Baurekursgerichts nicht anzufechten. Dies bedeutet jedoch, dass das Projekt angepasst werden muss. Damit der Abstand zur Remise eingehalten werden könne, müsse das entsprechende Gebäude entweder neu geplant oder aber verschmälert werden, erklärt Jung. Er werde sich nächste Woche mit Architektin Tilla Theus treffen, um die Details zu besprechen.

Investor wurde gefunden

Für den Zeitplan heisst dies Folgendes: Im ersten Semester dieses Jahres wird die Umplanung geschehen, im zweiten Semester soll dann das Baubewilligungsverfahren für das angepasste Projekt stattfinden.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Wie Jung sagt, wurde ein Investor für das Projekt gefunden. «Wir haben ihn vertraglich noch nicht angebunden, sind aber in Verhandlungen», so der Stadtarchitekt. Sobald man konkretere Angaben über die Projektanpassung machen könne, werde man den Investor in die weiteren Schritte involvieren. Geplant ist, dass die Stadt drei Gebäude der Kronenliegenschaften mit Land und Baubewilligung verkauft.

«Bären» und Zehntenscheune später

Noch nicht vollständig klar ist, wie die Gebäude Zehntenscheune und «Alter Bären» dereinst genutzt werden. Bekannt ist jedoch, dass zumindest die Zehntenscheune einer kulturellen Nutzung zugeführt werden soll. Diese beiden Bauten sollen in einer zweiten Phase weiterentwickelt werden, wie Jung sagt. Zum heutigen Zeitpunkt könne aber über den Zeitpunkt der Fertigstellung noch keine Aussage gemacht werden.