Schlieren
Verlängerung der Goldschlägistrasse ist eingeweiht – die Entlastung des Zentrums beginnt

Die Erweiterung der Goldschlägistrasse ist jetzt Teil des Verkehrsnetzes und bietet eine alternative Nord-West-Verbindung.

Alex Rudolf
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Eröffnung Goldschlägistrasse Schlieren
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Die Goldschlägistrasse ist eröffnet
Noch kann man auf der Strasse stehen - die geladenen Gäste bei der Einweihung
Das Rietbach-Quartier ist nun besser erschlossen

Eröffnung Goldschlägistrasse Schlieren

Alex Rudolf

Seit gestern ist der rund hundert Meter lange Strassenabschnitt, der die Goldschlägi- mit der Bernstrasse verbindet, für den Autoverkehr geöffnet. Neu können von Dietikon und Zürich kommende Autolenker direkt in die Goldschlägistrasse einbiegen und haben so einen direkten Anschluss ans Rietbach-Quartier. Bewohner dieses Quartiers können neu direkt in die Bernstrasse einbiegen und brauchen den Umweg über die Engstringerstrasse nicht mehr zu machen.

Vertreter der Stadt, der angrenzenden Unternehmen und die Bauleute weihten den Abschnitt gestern ein. Noch vor wenigen Monaten war er lediglich ein kleiner Weg, der nur für Fussgänger und Velofahrer begehbar war. Diese Verbindung bedeute für Schlieren sehr viel, sagte Bauvorstand Markus Bärtschiger (SP). «Der Kanton ist derzeit daran, die Bern- und Überlandstrasse auszubauen. Ohne die Goldschlägistrasse wäre dies gar nicht möglich, da sie als Umleitungsstrasse dient», so Bärtschiger. Später, wenn dann die Limmattalbahn ab dem Jahr 2019 zwischen Zürich Altstetten und Schlieren verkehrt, diene die Goldschlägistrasse der Entlastung des Stadtzentrums, so Bärtschiger weiter.

Alle dafür ausser Quartierverein

Im Dezember 2014 sagten rund zwei Drittel der Schlieremer Stimmberechtigten Ja zur Umfahrungsstrasse. Sämtliche Parteien mit Ausnahme des Quartiervereins Schlieren (QVS) fassten die Ja-Parole zur Vorlage. Der QVS monierte, dass mit dieser neuen Verbindung der Verkehr auf der Badenerstrasse viel zu stark zunehme und zudem seien die Kosten zu hoch. In der Tat war der Bau des kurzen Strassenabschnitts nicht gerade günstig. Der Baukredit belief sich auf 6,5 Millionen Franken, 3,8 Millionen davon entfielen auf den Erwerb von Grundstücken, die es zum Bau der Strasse brauchte.

Bei Tiefbauprojekten sei es für die Bevölkerung stets schwer nachvollziehbar, wie diese Millionen verschlingen können, sagte der Schlieremer Stadtplaner Hans-Ueli Hohl bei der Einweihung. «Im Hochbau sieht man bei Fertigstellung beispielsweise ein Schulhaus oder einen Kindergarten. Im Tiefbau ist es halt oft ‹nur› eine Strasse», so Hohl. Doch können auch im Tiefbau die Dimensionen eindrücklich sein: Hohl veranschaulichte, um wie viel die Goldschlägistrasse mit dieser Erweiterung gewachsen ist. So habe der Flurweg, der zuvor hier war, eine Fläche von rund 400 Quadratmetern eingenommen. «Heute ist die Fläche des gebauten Abschnitts mit 5200 Quadratmeter so gross wie 32 Volleyballfelder», sagte Hohl.

Eine von vielen Massnahmen

Die Verlängerung der Goldschlägistrasse ist nur eine von vielen Massnahmen, die derzeit im Rahmen der flankierenden Massnahmen zum Bau der Limmattalbahn in Schlieren geplant oder umgesetzt werden. Derzeit wird die Hallerkreuzung erneuert und um eine Spur erweitert. Bereits Mitte 2017 will der Kanton die Gaswerkbrücke verstärken und bis Ende des kommenden Jahres die SBB-Brücke und die Kreuzung Schönenwerd erweitern und erneuern. Die Untertunnelung der Engstringerkreuzung in ost-westlicher Richtung ist nach 2019 geplant. Dann ist die Limmattalbahn bereits in Betrieb. Ziel ist es, den Autoverkehr auf die Bernstrasse zu verlagern, damit auf der Badenerstrasse genug Platz für die Bahn vorhanden ist und der Autoverkehr aus den Limmattaler Innenstädten gebracht wird.