Der A1-Ausbau soll nicht unnötig verzögert werden. Deshalb verzichtet das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) darauf, das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts weiterzuziehen. Es akzeptiert damit den Entscheid der St. Galler Richter. Den Ausschlag dafür gegeben habe zum einen, dass die Plangenehmigung des Uvek in zentralen Punkten gestützt worden sei. Zum anderen wolle man Verzögerungen vermeiden, schreibt das Uvek in einer gestern veröffentlichten Mitteilung.

Gegen die vom Uvek Anfang 2012 erteilte Plangenehmigung zum Ausbau der Zürcher Nordumfahrung haben Dietikon, Weiningen, Geroldswil und verschiedene Privatpersonen Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingelegt. So forderte unter anderem Weiningen, dass das westliche Portal des Gubristtunnels auf einer Länge von 270 Metern überdeckt wird.

Vor knapp einem Monat hat das Bundesverwaltungsgericht sein Urteil gefällt und die Beschwerden teilweise gutgeheissen. So muss das Bundesamt für Strassen (Astra), welches das Ausbauprojekt ausgearbeitet hat, die 100 Meter lange Überdeckung des Tunnelportals bei Weiningen detailliert prüfen, auf die sich Bund, Kanton Zürich und Weiningen bereits im Dezember 2012 in einer Absichtserklärung geeinigt haben. Im ursprünglichen Projekt für den Ausbau der Nordumfahrung, deren Kernstücke eine dritte Gubriströhre ist, war gar keine Überdeckung vorgesehen.

Uvek anerkennt Optimierungen

Weiter wurde das Astra dazu verpflichtet, alternative Standorte für die Strassenabwasseranlage zu prüfen, die neben dem Dietiker Flachmoor Schachenmatt eingeplant war. Zudem sind zusätzliche Schutzmassnahmen gegen Lärm und Erschütterungen nötig. Ein 270 Meter langer «Deckel» wurde vom Bundesverwaltungsgericht hingegen als zu teuer eingestuft. Ebenfalls abgelehnt wurde die Verschiebung des Halbanschlusses Weiningen zum Limmattaler Kreuz sowie die Forderung nach einem neuen Standort für die Lüftungsanlage bei Weiningen.

Wie das Uvek nun mitteilt, sollen die unbestrittenen Elemente des Ausbauvorhabens so rasch wie möglich umgesetzt werden. Gleichzeitig räumt es aber auch ein, dass das Projekt im Rahmen der Detailprojektierung in einigen Punkten Optimierungspotenzial habe. Die erneute Prüfung der vom Bundesverwaltungsgericht geforderten Projektelemente verursache allerdings einen zeitlichen Mehraufwand. Das genaue Ausmass könne heute noch nicht abgeschätzt werden, weil dies auch von einem allfälligen Weiterzug der Urteile anderer involvierter Parteien an das Bundesgericht abhänge.

Weiningen hat das Urteil bereits weiter ans Bundesgericht gezogen, und zwar vorsorglich. Denn der Gemeinderat will zuerst die Gemeindeversammlung anfragen, ob sie an ihrem früher gefällten Entscheid, die 270 Meter lange Überdeckung notfalls auf dem Rechtsweg einzufordern, festhalten will. Der Entscheid des Uvek hat auf den Weininger Weiterzug deshalb keinen Einfluss.