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Verkauf von "Schoggitalern": Das Limmattal trotzt schmelzenden Verkaufszahlen

Auch in diesem Jahr wird der Schoggitaler wieder verkauft. Über 200 Schüler sind dafür unterwegs. In der Region läuft es besser als erwartet.

Kevin CapellinI
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Vor allem im Herbst jeweils ein bekanntes Bild: Eine Schülerin verkauft den goldenen Schoggitaler auf den Strassen und klingeln an den Haustüren. In diesem Jahr wird Geld für Wildtierkorridore gesammelt. (Symbolbild)

Vor allem im Herbst jeweils ein bekanntes Bild: Eine Schülerin verkauft den goldenen Schoggitaler auf den Strassen und klingeln an den Haustüren. In diesem Jahr wird Geld für Wildtierkorridore gesammelt. (Symbolbild)

Mirjam Wanner

Seit über 70 Jahren klingeln Limmattaler Schüler im Herbst an den Haustüren der Region, um Schoggitaler zu verkaufen. Bezahlen kann man mit ihm zwar nicht, dafür aber für einen guten Zweck spenden. Doch die wohl bekannteste Münze der Nation steckt in der Krise: Wurden 2013 schweizweit noch 370 000 Taler verkauft, waren es 2016 nur noch 306 000.

Auch wenn für dieses Jahr die Zahlen noch nicht vorliegen, da der Verkauf erst vor einer guten Woche begonnen hat, gehe man von einem Rückgang von knapp 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus, prognostiziert Eveline Engeli, Geschäftsleiterin des Schoggitaler-Verkaufs.
In der Region sieht die Situation allerdings besser aus. Letztes Jahr verkauften Limmattaler Schulklassen rund 3 000 Schoggitaler, dieses Jahr wurden zum jetzigen Zeitpunkt fast 20 Prozent mehr bestellt. Die Vorbestellungen deuten also auf ein gutes Resultat hin. Und das, obwohl aus der Fahrweid keine Schulklasse mehr beteiligt ist und die Anzahl mitmachender Klassen von neun auf acht gesunken ist. Allerdings liegen aktuell noch nicht zu allen Gemeinden und Schulen genaue Zahlen vor, da die Aktion noch bis in den Oktober dauert.

Bei der Auswertung der Zahlen wird der Bezirk Dietikon mit der Stadt Zürich zusammengefasst. Weil die Anzahl teilnehmender Schulklassen in Zürich von 41 auf 50 gestiegen ist, ist der Anstieg in der gesamten Region statistisch noch stärker. Und auch punkto Umsatz sehe es besser aus als erwartet, sagt Engeli. Man gehe nach aktuellem Stand davon aus, dass sich die Zahl der veräusserten Schoggitaler im Vergleich zum Jahr 2016, als in der Region Limmattal inklusive Stadt Zürich 25 563 Taler verkauft wurden, sogar leicht erhöhen werde. Darüber sei Engeli «erstaunt». Vor allem, weil die regionalen Schulen bis Ende September wohl auch nochmals einige Taler nachbestellen und sich der Verkaufsumsatz erhöhen werde. Doch nur mit den aktuell guten Verkaufszahlen in der Region lasse sich das Problem aber nicht lösen.

Zu wenig mediale Präsenz

Der schweizweite Rückgang liege vor allem an der Konkurrenz, welche laut Engeli mit jedem Jahr grösser werde, sagt Engeli. Denn immer mehr gemeinnützige Organisationen führen Verkaufs- und Spendenaktionen durch. Und dann sei noch «Jeder Rappen zählt». Der Sammelaktion komme speziell im Herbst so viel Aufmerksamkeit zu, dass vieles andere untergehe, so Engeli.

Das hält die vielen Schüler allerdings nicht davon ab, auch weiter fleissig Schoggitaler zu verkaufen. In diesem Jahr sammelt die Aktion, die gemeinsam vom Schweizer Heimatschutz und Pro Natura durchgeführt wird, finanzielle Mittel für den Bau von Wildtierkorridoren.