Skatepark Schlieren
Verhärtete Fronten beim Skatepark

Ärger im Limmattal: Kaum liegt das Baugesuch für die Skate-Anlage im Zelgli auf, künden Anwohner Rekurs an. Das Baugesuch gehe nicht auf ihre Wünsche ein.

Nicole Emmenegger
Drucken
Teilen

Limmattaler Zeitung

Der Weg zum neuen Schlieremer Skatepark im Zelgli-Quartier gestaltet sich als Hindernisparcours: Noch im Herbst hatte die Stadt «konstruktive Gespräche» mit Anwohnern geführt, die dem Projekt kritisch gegenüber standen. Ein Lärmgutachten hatte im Dezember grünes Licht gegeben – jetzt flammt der Widerstand im Quartier wieder auf (siehe auch Box).

Der Grund: Das Baugesuch, das seit einer Woche öffentlich aufliegt, geht nicht auf die Wünsche der Anwohner ein. Diese hatten als Kompromisslösung ein Betriebskonzept mit verkürzten Öffnungszeiten gefordert: an Werk- und Samstagen von 10 bis maximal 20Uhr, an Sonn- und Feiertagen bis 17Uhr. Um die Skateboarder ausserhalb dieser Zeiten fernzuhalten, wurde ein abschliessbarer Zaun gewünscht. Ein solcher ist auch beim neuen Skatepark der Stadt Zürich auf der Allmend Brunau geplant.

«Wir sind massiv enttäuscht»

«Wir sind massiv enttäuscht von der Stadt. Keines unserer Anliegen wurde berücksichtigt», sagt Jean-Marc Fischer, der laut eigener Aussage Wortführer von rund 80Anwohnern ist. Er kündet an, dass man Einsprache erhebe, falls der städtische Ausschuss «Bau und Planung» den Skatepark in dieser Form bewillige. «Das Projekt, wie es aufliegt, ist für die Anwohner nicht akzeptabel», so Fischer.

Einige Quartierbewohner würden den Rasenplatz vor der Schulanlage Zelgli am liebsten so belassen, wie er ist: grün. «Wir sind der Meinung, dass der Skatepark in einem Wohnquartier am falschen Ort ist», sagt Fischer. Bereits heute würden sich Nachbarn über den Lärmpegel des angrenzenden Sportplatzes ärgern. Mit dem Skatepark werde das Mass überschritten.

Lärm nicht störend

Weniger das Scheppern und Rollen der Skateboards bereitet den Anwohnern Sorgen – sondern der «soziale Lärm», den die Anlage in ihren Augen mit sich bringt: Jugendliche, die sich lautstark unterhalten, die nach dem Sport auf der Anlage Party machen. Im Lärmgutachten der Stadt Schlieren wird diesem «sozialen Lärm» kein grosses Gewicht gegeben. «Gespräche der Skater und der übrige Verhaltenslärm sind für die Störwirkung des Skatepark-Betriebs nicht massgebend. Sie treten nur wenig sowie in geringerer Lautstärke auf», heisst es.

Stadt will keinen Zaun bauen

Warum ist die Stadt nicht auf die Sorgen der Anwohner eingegangen? Laut Stadtrat und Werkvorstand Christian Meier lassen sich deren Wünsche nur schwer umsetzen. «Öffentliche Anlagen sind in der Regel nicht abgesperrt», sagt er. Meier ist der Meinung: Wenn sich Jugendliche nachts beim Skatepark treffen wollen, kann dies ein Zaun nicht verhindern. «Dann unterhalten sie sich eben ausserhalb des Zauns», so Meier. Sollten Ruhestörungen auftreten, wovon der Werkvorstand nicht ausgeht, müssten diese «auf dem üblichen Weg bekämpft werden». Der Zaun ist für Meier zudem eine Personal- und Ressourcenfrage: Die Anlage müsste täglich auf- oder zugeschlossen werden.

Auch an den Öffnungszeiten hat Meier festgehalten: Der Skatepark soll an Werk- und Samstagen von 8 bis 22Uhr und an Sonntagen von 10 bis 22Uhr genutzt werden können.

Kompromisse möglich

Das letzte Wort zwischen den Fronten ist allerdings noch nicht gesprochen: Werkvorstand Meier will abwarten, welche Parteien in den nächsten Tagen tatsächlich den Bauentscheid des städtischen Ausschusses «Bau und Planung» anfordern – und sich dann mit diesen noch einmal an den Tisch setzen. «Wir werden einen Kompromiss suchen, damit es keinen Rekurs gibt», sagt Meier. Und macht klar: «Ich finde, dass das Projekt absolut machbar ist. Es ist ein attraktives Angebot für die Jungen und wertet das Quartier auf.»

Die Skater und Inline-Fahrer werden sich wohl gedulden müssen, bis sie ihre Tricks zeigen können. Die Eröffnung des Skateparks war ursprünglich für Sommer 2011 vorgesehen gewesen. Angesichts des Widerstandes hält Werkvorstand Meier eine Verzögerung für «möglich».

Aufatmen können immerhin die Fussballfans: Der neue Kunstrasenplatz wird wie geplant demnächst gebaut – obwohl man dessen Aushub aus Kostengründen für den Lärmwall des Skateparks verwenden will. Das Erdmaterial wird laut Christian Meier vor Ort zwischengelagert.

Aktuelle Nachrichten