Uitikon
Vergnügtes Publikum beim «Touch the Keys»-Konzert

«Touch the Keys» war das Motto des Abends. Was darunter zu verstehen ist, demonstrierten Jackie M. Rubi-Günthart, Livio Castione und Wim Dykstra an einem stimmungsvollen Konzert in der reformierten Kirche Uitikon.

Christian Murer
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«Touch the Keys»-Festival in uitikon
8 Bilder
Laecheln fuer den Fotografen- Jackie M Rubi-Guenthart aus Unterengstringen
Livio Castioni am Digitalpiano
Der Hollaender Wim Dykstra am Schlagzeug
Livio Castioni ist auch noch Organist
Die Orgel der reformierten Kirche Uitikon hat zwei Manuale und ein Pedal
Jackie M Rubi-Guenthart an der Orgel in Uitikon
Schlagzeuger Wim Dykstra die Organisten Jackie M Rubi-Guenthard und Livio Castioni

«Touch the Keys»-Festival in uitikon

Christian Murer

Grossartiges Schlagzeugsolo

Mit Orgel, Klavier und Schlagzeug setzten die drei Musiker musikalische Leckerbissen von Barock über Jazz bis zum fetzigen Schlagzeugsolo in Szene. Dieses hatte sich gewaschen: Was der gebürtige Holländer Wim Dykstra beim Stück «Saint Thomas» von Sonny Rollins bot, war schlicht phänomenal. Minutenlang kübelte und kesselte der Drummer auf den Perkussionsinstrumenten herum. Das kam auch beim Publikum ausgezeichnet an. «Das Schlagzeugsolo war einfach grossartig», sagte eine Zuhörerin beim anschliessenden Apéro im reformierten Kirchgemeindezentrum. Für sie sei es der Höhepunkt des ganzen Konzertabends gewesen.

Doch es war bei Weitem nicht der Einzige: Kleinere und grössere Highlights gab es zuhauf. Stimmungsvoll war das «Präludium und Fuge in C» von Johann Sebastian Bach, das vom Organisten Livio Castioni, der auch sonst in der reformierten Kirche Uitikon spielt, souverän interpretiert wurde. Auch der «March d'Athalie» von Felix Mendelssohn und die Toccata in D-Dur des Franzosen Theodor Dubois kamen gut an. Mit viel Sachkenntnis und Humor präsentierte Jackie M. Rubi-Günthart, Gründerin des Orgelsuriums in Unterengstringen, dazwischen die einzelnen Werke.

«Händ Sie mis Hündli gseh?»

Zu den Höhepunkten gehörten aber auch die wunderschönen Klänge für Orgel und Klavier «Auf dem persischen Markt» von Albert William Ketèlbury. Da hörte man tatsächlich das Geld klimpern und die schwer beladenen Kamele vorbeitrotten. Beim «Colonel Bogey March» des britischen Militärmusikers und Komponisten Kenneth Alford und zum Marsch «Alte Kameraden» von Carl Tieke wippte das Publikum in den Kirchenbänken vergnügt mit. Und die Titelmusik aus dem Film «Die Brücke am Kwai» - auch bekannt als «Fröilein, händ Sie mis Hündli gseh» - erhellte die Gesichter der recht zahlreich erschienenen Zuhörerinnen und Zuhörer.

Was für eine wunderschöne Welt

Doch im Uitiker Gotteshaus ertönten auch jazzige und rockige Klänge wie «New York, New York» von John Kander oder der eindrückliche Song «What a Wonderful World», den man speziell für Louis Armstrong geschrieben hatte. Dieses Lied nahm der amerikanische Jazztrompeter mit seiner unverkennbar heiseren Stimme in der Zeit der Proteste der Bürgerrechts-Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg im August 1967 auf.

Weniger heiser, doch nicht weniger ausdrucksstark, erklang auf der Empore die Stimme des Drummers Wim Dykstra, der regelmässig mit Jackie Rubi konzertiert. Trudi und Fritz Fischler aus Urdorf gefiel das Konzert: «Wir fanden die einzelnen Werke sehr schön und abwechslungsreich.»