Schlieren
Vergabepraxis von Submissionen wird zum Politikum

Der Knatsch um die Vergabe von Arbeiten auf der Parzelle in Schlieren West, auf der zurzeit das Reitmen-Schulhaus gebaut wird, erreicht nun auch den Schlieremer Gemeinderat.

Merken
Drucken
Teilen
Die Baustelle vom Schlieremer Schulhaus Reitmen steht am Anfang des politischen Knatchs.

Die Baustelle vom Schlieremer Schulhaus Reitmen steht am Anfang des politischen Knatchs.

Erika Mettier

Im März dieses Jahres hatte sich bereits der Weininger Unternehmer Jakob Richi darüber beklagt, dass die Stadt Schlieren die Arbeiten für Rückbau, Altlastensanierung und Aushub an einen — günstigeren — Winterthurer Anbieter vergeben hatte und nicht an ein Limmattaler Unternehmen wie das seine.

Das mache insbesondere ökologisch keinen Sinn, monierte Richi damals: «Rechtlich gesehen hat die Stadt nichts falsch gemacht, doch im Sinne der Nachhaltigkeit hat sie sicherlich nicht entschieden», gab er in der Limmattaler Zeitung zu Protokoll.

Nun weist GLP-Gemeinderat Nikolaus Wyss den Schlieremer Stadtrat in einer kleinen Anfrage auf den Paragrafen in der kantonalen Submissionsverordnung hin, der besagt, dass neben dem Preis auch andere Kriterien wie eben die «Nachhaltigkeit» für Arbeitsvergaben «berücksichtigt werden können».

Was heisst «Nachhaltigkeit»?

Wyss will vom Stadtrat nun wissen, wie diese Kriterien der «Nachhaltigkeit» definiert sind, welche Bedeutung ihnen bei den Arbeitsvergaben zukommt, wie stark die Nachhaltigkeits-Kriterien gewichtet werden und bei welcher Art von Arbeiten diese überhaupt zum Zug kommen. Zudem will Wyss in Erfahrung bringen, wie der Stadtrat die weiteren in der Verordnung erwähnten Kriterien — «Kreativität» und «technischer Wert» — interpretiert. (rue)