Staatsanwalt Christian Philipp rechne demnächst mit dem Abschluss der Untersuchung im Fall des achtjährigen Mädchens, das 2011 im Cevi-Lager im Wald bei Oetwil auf einer selbst gebauten Seilbahn tödlich verunglückt sei, schreibt der "Tagesanzeiger". Ein aufwendiges Gutachten eines Experten im Bereich Outdoor-Aktivitäten sei noch in Bearbeitung, aber ansonsten befinde man sich in der Endphase der aufwendigen Untersuchung.

Die Staatsanwaltschaft ermittle gegen drei am Seilbahnbau und der Organisation der Übung beteiligte Personen. Zwei davon seien Mitglieder des christlichen Jugendverbands Cevi. Ob eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben werde, könne derzeit noch nicht abschliessend beurteilt werden. Philipp vermute aber, dass der Fall nicht per Strafbefehl von der Staatsanwaltschaft erledigt werden könne. Wegen seiner grossen Tragweite solle in dem Fall ein Gericht entscheiden. Bei einer Anklage wegen fahrlässiger Tötung sei ein Strafmass von einer Geldstrafe bis zu einem Freiheitsentzug von 3 Jahren möglich.

Der Unfall geschah im Pfingstlager der Cevi Weiningen-Geroldswil. Das Mädchen, das heute 11 Jahre alt wäre, starb bei einem tragischen Seilbahnunfall: Die Bremsvorrichtung einer zwischen zwei Bäumen angebrachten Seilbahnkonstruktion versagte. Das Kind sauste mit solchem Tempo auf den weiter unten gelegenen Baum zu, dass es noch am selben Abend im Spital seinen schweren Verletzungen erlag. Seilbahnexperten kritisierten in den folgenden Tagen, dass das laut Angaben der Kantonspolizei 100 Meter lange Seil mit seinen 30 bis 40 Metern Höhenunterschied zu steil aufgezogen worden sei. (fwa)