Altpapier

Vereine in Dietikon sammeln Altpapier, um die Vereinskasse zu füllen

Zwölf Mal im Jahr sammeln Vereine in Dietikon Altpapier. Dabei stocken diese auch gleich ihre Vereinskasse auf. Diesen Monat ist die Pfadi St. Ulrich an der Reihe.

Mehrere Equipen sind im Einsatz. Die einen in orangen Kombis, die von der Stadt zur Verfügung gestellt wurden, die anderen in Fahrzeugen, die von der Pfadi St. Ulrich selbst organisiert wurden. Die fleissigen Helfer opfern ihren freien Tag und engagieren sich nicht nur für ihre Pfadi, sondern gleichzeitig auch für die Stadt: «Für mich gehört es zum Anstand», sagt Willy Vogel und erklärt damit, wieso er sich jedes Jahr als Fahrer und Helfer einspannen lässt, obwohl der 59-Jährige seit Jahren nicht mehr in Dietikon wohnt: «Mein Bruder ist noch ein aktives Pfadimitglied, ich bin hier aufgewachsen und war seit ich denken kann dabei.» Dass Willy Vogel - auch unter dem Pfadinamen «Käfer» bekannt - seltener als die anderen in der Pfadi St. Ulrich und somit in Dietikon verkehrt, merkt man erst, als ihn seine Begleiter auf den Hintersitzen durch die Strassen lotsen.


Jung und Alt gemeinsam

Die Equipen der Pfadi sind altersmässig durchmischt, sodass die Generationen aufeinandertreffen; Jung und Alt arbeiten zusammen. Begleitet wird Vogel von dem 69-jährigen Benedikt Hüsser, der 22-jährigen Kryssia Kurth und der zwölfjährigen Valeria da Silva. Dabei ergänzt sich das Team ideal in dieser Zusammenstellung: Die jungen Mädchen glänzen durch ihre Aufmerksamkeit und finden sogar unauffällige Zeitungshaufen hinter Garagen und die älteren Herren schmeissen die schweren Bündel auf die Ladefläche des orangen Kombis.

Das gesammelte Papier und der Kartonabfall werden später recycelt. Deswegen gibt es einiges zu beachten: Waschmittelverpackungen und Altpapier in Papiersäcken dürfen beispielsweise nicht mitgenommen werden. «Bei Papiersäcken kann es sein, dass es zwischen dem anderen Altpapier beschichtetes Papier drin hat, was natürlich nicht ins Recycling gehört», erklärt Vogel und fügt noch hinzu, dass er in all den Jahren schon auf Verschiedenstes gestossen sei: «Nicht selten kommt es vor, dass die Leute das Altpapier mit anderen Abfällen wie zum Beispiel Altkleidern und Kleiderbügeln vermischen, das finde ich wirklich unglaublich», sagt der 59-Jährige in einem ernsten Ton. Frustrierend für die Sammler ist es auch, wenn das Altpapier schlecht gebündelt ist und beim Tragen alles auseinanderfällt: «Können die das nicht fest anziehen?», ärgert sich die zwölfjährige Valeria, als sie die zerstreuten Kataloge und Briefe vom matschigen Boden aufsammelt. Doch für die fleissigen Pfadimitglieder gibt es an diesem Tag nicht nur Saures, hin und wieder werden sie für ihre Mühen belohnt. Als die Gruppe vor einem Haus einen besonders grossen Haufen auf die Ladefläche schmeisst, erhalten sie als Dankeschön eine Cola von einem Bewohner.

Beliebter Verdienst für Vereine

Das Papiersammeln ist im Allgemeinen sehr beliebt, vom Sportverein bis hin zu älteren Gemeinschaften, der Zustupf ans Vereinsbudget ist sehr willkommen: «An einer durchschnittlichen Sammlung können die Vereine mehrere tausend Franken verdienen», sagt Bruno Rabe, Leiter des Amtes für Umwelt und Gesundheit der Stadt Dietikon. Das gesammelte Papier werde an einen Altstoffhändler verkauft und der Erlös lasse somit die Vereinskasse klingeln. Die Pfadi St. Ulrich ist seit über 60 Jahren dabei, früher waren die Pfadis sogar mit Leiterwagen unterwegs. Heute stellt die Stadt zwei Kombis zur Verfügung, für jedes gesammelte Kilo gibt es elf Rappen. «Wichtiger als der Verdienst ist der Beitrag für die Allgemeinheit», ergänzt Rabe abschliessend.

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