Dietikon
Vereine ärgern sich über die neue Parkgebühr bei der Stadthalle

Wer bei der Stadthalle parkiert, bezahlt. So will der Stadtrat den Verkehr reduzieren und Dauerparkierer fernhalten. Sportvereine und Schrebergärtner kritisieren den neuen Kurs.

Bettina Hamilton-Irvine
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Der Dietiker Stadtrat bleibt dabei: Wer mit dem Auto zur Stadthalle fährt, um im Schwimmbad Fondli nebenan eine Runde zu drehen oder sich ein Handballspiel anzuschauen, muss für das Parkieren bezahlen. Damit will man einerseits bewirken, dass Besucher eher mit dem öffentlichen Verkehr, zu Fuss oder mit dem Velo anreisen. Zudem sollen alle Parkplatznutzer gleich behandelt werden, schreibt der Stadtrat in der Antwort auf eine Kleine Anfrage von FDP-Gemeinderat Philipp Müller.

Dauerparkierer ausbremsen

Denn: Bis vor kurzem wurden nur den Veranstaltern von Grossanlässen in der Stadthalle die Kosten für den Verkehrs- und Parkdienst verrechnet. Seit Dezember 2013 müssen nun aber neu alle Autofahrer, die ihren Wagen bei der Stadthalle abstellen, dafür bezahlen. Nicht zuletzt soll damit verhindert werden, dass die Parkflächen von Geschäftslieferwagen als Dauerparkierplätze benutzt werden.

Dies zumindest kann Müller nachvollziehen, wie er sagt: «Ich verstehe sehr gut, dass man die Dauerparkierer weghaben will.» Ihn störe es aber, dass nun auch Freizeitsportler schon ab der ersten Minute zur Kasse gebeten würden.

Er sei nicht der Einzige, der sich mit dem neuen Konzept nicht anfreunden könne, sagt Müller, der selber beim Handballclub Dietikon-Urdorf spielt: «Im Club ist das ein Thema. Viele Mitglieder ärgern sich, dass sie und ihre Angehörigen nun für jedes Handballspiel Parkgebühren bezahlen müssen.» Auch im Tennisclub Dietikon hinter der Stadthalle ist man «gar nicht glücklich» darüber, wie Präsident Freek Offers sagt. Zwar hat der Club zehn eigene Parkplätze. Doch diese seien fast immer belegt, so Offers. Zudem befürchte man, dass nun, wer nichts bezahlen wolle, auf die Parkplätze des Tennisclubs ausweiche. Verärgert sind auch einige der Schrebergärtner, die der Stadt einen Protestbrief geschrieben haben. Nicht tangiert ist hingegen der Familiengartenverein Weinrebe, der genügend eigene Parkplätze hat.

Müller hatte dem Stadtrat den Vorschlag gemacht, das Parkieren erst nach zwei Stunden kostenpflichtig zu machen, um die Vereine zu entlasten. Davon will die Exekutive aber nichts wissen. Mit der Einführung der Gebührenpflicht soll der Verkehr vermindert werden, heisst es in der Antwort. Dies sei aber nur möglich, wenn man konsequent sei. Zudem sei das Parkieren immer noch günstig, findet der Stadtrat: 50 Rappen pro 30 Minuten seien im Vergleich mit anderen Parkplätzen bei Mehrzweckhallen wenig. Bei einer Gratisparkzeit von zwei Stunden könnte man die Kosten der Verkehrs- und Kontrollorgane nicht mehr decken, schreibt der Stadtrat. Das findet Müller verwunderlich: «Ich verstehe nicht, was an der Kontrolle dieser Parkplätze so teuer sein soll.»

Nun trägt der Gast die Kosten

Bei der Erstellung des neuen Konzepts mitgearbeitet hat auch die Genossenschaft Stadthalle Dietikon. Deren Präsident Reto Siegrist erklärt die Änderung so: «Früher wurden die Veranstalter von Anlässen mit mehr als 500 Personen verpflichtet, die Kosten des Verkehrsdienstes zu tragen. Neu trägt der Gast die Kosten des Verkehrsdienstes über die Parkgebühren.» Dies sei fairer: Denn zuvor habe der Mieter der Stadthalle den Verkehrsdienst auch für Anlässe in der Nähe bezahlt, wenn diese gleichzeitig stattgefunden hätten. Dass nun auch Sportler fürs Parkieren bezahlen müssten, sei vertretbar, so Siegrist – zumal dies auch anderswo üblich sei.