Schlieren
Verein will «Comedy und Events» weiterführen –sofern die Stadt mithilft

Viele Gäste im Zirkuszelt auf dem Stadtplatz waren nicht nur von den Darbietungen auf der Bühne begeistert – Lob erhielt auch ein weitaus stillerer Ort.

Florian Niedermann
Merken
Drucken
Teilen
An der ersten Veranstaltungsreihe unter dem Titel «Comedy und Events» begeisterte etwa der Hypnotiseur «Zyculus» das Publikum.

An der ersten Veranstaltungsreihe unter dem Titel «Comedy und Events» begeisterte etwa der Hypnotiseur «Zyculus» das Publikum.

Christoph Merki

Wer hätte das gedacht: Der Verein Event Schlieren ist mit dem Verlauf des «Comedy und Events» im Zirkuszelt auf dem Stadtplatz nach der ersten Ausgabe zufrieden. Mehr noch: «Die Veranstaltungen waren alles in allem ein voller Erfolg», sagt Rolf Wild, der Präsident des Vereins. Er und sein Team versuchten von Oktober bis Ende Dezember 2014 das Stadtzentrum mit Auftritten von Comedians, Events, wie etwa einem Bierdinner, sowie Anlässen Dritter zu beleben. Sein Urteil überrascht deshalb, weil noch vor einem Jahr die Organisatoren der Vorgängerveranstaltungsreihe «Comédy-Herbst» wegen enttäuschender Nachfrage ihre Zelte auf dem Stadtplatz endgültig abbrachen.

Weil es dem Stadtrat ein Anliegen war, dass das Stadtzentrum auch weiterhin im Herbst belebt wird, ging sie damals auf den nicht gewinnorientierten Verein Event Schlieren zu, der auch mit der Organisation des Schlierefäschts betraut ist. Der Verein schloss mit der Stadt in der Folge eine Leistungsvereinbarung ab, wonach sie die Infrastruktur stellt. Im Gegenzug verpflichtete sich der Verein dazu, mindestens 20 Anlässe und das ergänzende Gastroangebot zu organisieren. Rolf Wild und Programmchefin Barbara Gysling gaben der Veranstaltungsreihe nach dem Scheitern des Vorgängerkonzepts eine neue Prägung: Statt ausschliesslich auf Comedy zu setzen, wollten sie die Bevölkerung der Region auch mit Anlässen wie edlen Dinners oder einem Weihnachts-Gospel-Konzert nach Schlieren locken.

Die Mischung machts

Und ihre Rechnung ging auf, wie Wild sagt: «Genaue Besucher- und Ertragszahlen habe ich noch nicht. Aber nach ersten Abklärungen sagt mir mein Bauchgefühl, dass wir wie budgetiert eine schwarze Null schreiben werden.» Für ihn steht deshalb ausser Frage: Wenn der Stadtrat bereit ist, den Verein mit einer Leistungsvereinbarung weiterhin zu unterstützen, so wird auch 2015 trotz des Schlierefäschts im September ab Oktober wieder ein «Comedy und Events« stattfinden. Zum Erfolg beigetragen haben laut Wild nicht nur bekannte Comedians wie das Duo Sutter Pfändler, sondern etwa auch das Abschlusskonzert von Richard Broadnax und den Zion Gospel Singers. «Da war das Zelt proppenvoll. Rund 270 Gäste kamen, um das Weihnachtskonzert zu sehen», sagt er.

Insgesamt organisierte der Verein 14 eigene Anlässe. Bei fast allen seien seine Erwartungen betreffend des Eintrittsverkaufs erfüllt, wenn nicht gar übertroffen worden, so Wild: «Nur die Halloween-Party, die Comedians ‹Starbugs› oder das Bierdinner, bei dem zu jedem Gang ein spezielles Bier serviert wurde, hätten mehr Publikum verdient.» Wenn man nicht die ganz grossen Namen aufbiete, locke man mit Comedy schlicht zu wenig Publikum an, weiss Wild heute.

Ausstrahlung muss wachsen

Hat der Verein nun bereits einen Plan, wie er solche schwach besuchten Abende künftig vermeiden kann? Braucht es doch eine Anpassung des Programms? Der Vereinspräsident verneint: Das Ziel müsse es sein, dass die Limmattaler Bevölkerung Anlässe, die in ähnlicher Form auch in den Städten Zürich oder Baden angeboten werden, in Schlieren besucht. Voraussetzung dafür sei, dass die Ausstrahlung der Veranstaltungsreihe und des Stadtzentrums generell verstärkt werde, so Wild: «Zu einem festen Bestandteil des regionalen Kulturangebots zu werden, ist wichtiger, als jede kurzfristige Werbung.»

Neben den Anlässen des Vereins Event Schlieren mieteten sich im Zelt, das die Stadt vom Zirkus Balloni gemietet hat, an insgesamt 17 Abenden andere Veranstalter ein. Dazu gehörten die Stadtverwaltung sowie mehrere Private, Vereine und Firmen. Sie musten entsprechend dem Konzept der Trublerhütte eine Miete zwischen 100 und 500 Franken entrichten und die Getränke über den Verein Event Schlieren beziehen. An diesen Anlässen arbeiteten neben rund 50 freiwilligen Helferinnen und Helfern jeweils auch die OK-Mitglieder von «Comedy und Events» selber mit.

Toiletten überraschten die Gäste

Dabei hat der Präsident von Event Schlieren erfahren, wer der eigentliche Star des «Comedy und Events» gewesen sei: die mobile WC-Anlage. Er habe im Vorfeld gesagt, dass die sanitären Anlagen «etwas hergeben» müssten, erklärt Wild. Was der damit betraute externe Anbieter dann aber geliefert hat, übertraf nicht nur die Erwartungen der Organisatoren: «Die Toiletten waren so edel, dass mir Gäste erstaunt gestanden, dass unser stilles Örtchen schöner sei, als jenes bei ihnen zu Hause», sagt er und lacht.