RAV Dietikon
Veränderter Stellenmarkt: Das RAV rät zu Alternativen

Die Coronakrise beeinflusst den Arbeitsmarkt stark. Dietiker RAV-Leiter Peter Greif und sein Team empfehlen den Arbeitssuchenden in der Krise darum, flexibel zu sein.

Carmen Frei
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Das RAV in Dietikon rät zur Flexibilität bei der Stellensuche.

Das RAV in Dietikon rät zur Flexibilität bei der Stellensuche.

Raphael Biermayr

«Der Wunsch, eine Arbeitsstelle zu finden, ist nach wie vor sehr stark», sagt Peter Greif. Der Leiter des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) im Bezirk Dietikon lobt die Stellensuchenden, die sich seit Beginn der Coronakrise beim RAV als arbeitslos meldeten und eine neue Arbeit suchten. Das RAV-Team in Dietikon habe gemerkt, dass alle konstant auf Stellensuche seien, sagt Greif. «Sie haben sich laufend Gedanken gemacht.» Der veränderte Stellenmarkt in der Krisenzeit führe beim RAV zu veränderten Empfehlungen für die Suchenden. So empfehle man den Stellensuchenden zum Beispiel, auch ähnliche Berufe im Bereich des Grundberufs in Betracht zu ziehen. «Wir raten, sich Alternativen zu überlegen», sagt er.

Wegen Corona seien in den letzten Monaten für Stellensuchende auch ganz neue Prioritäten wichtig geworden: «Eine grosse Frage war, ob die Firma über Schutzkonzepte verfügen», sagt Greif. Die Arbeitgeber in der Region hätten schnell auf die Krise reagiert und Schutzkonzepte ausgearbeitet. Ausserdem hätten viele abgeklärt, ob sie Kurzarbeitsentschädigung beantragen könnten, um ihren Mitarbeitenden nicht kündigen zu müssen. «Für uns war spürbar, dass ein starkes Interesse daran bestand, das bisherige Personal zu behalten», sagt Greif.

Viele freie Stellen in der Online-Logistik

Als RAV-Leiter erlebte er die Entwicklungen in verschiedenen Branchen unmittelbar mit. «Die Stellenmeldungen gingen auf der Seite der betroffenen Branchen stark zurück», sagt er. «In der Gastronomie gab es etwa sehr wenige Stellenmeldungen. Ausserdem betroffen waren der Detailhandel sowie die produzierende Maschinenbranche.» Generell hätten Branchen, die von den behördlichen Schliessungsmassnahmen betroffen waren, stärker zu kämpfen. Aber auch die Gewinner der Krise seien ersichtlich. «In der Online-Logistik verzeichneten wir viele Meldungen», sagt Greif. Dort seien für das RAV auch viele Vermittlungen möglich gewesen.

Während des Lockdowns nahm die Anzahl Arbeitsloser im Bezirk Dietikon insgesamt zu. Doch laut Greif hätte es schlimmer kommen können. «Viele Firmen haben die Kurzarbeitsentschädigung genutzt, um Kündigungen zu verhindern. Dadurch konnte ein stärkerer Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindert werden», sagt er.

Telefonische Beratung ­funktionierte gut

Auch im RAV selbst musste von einem Tag auf den anderen umgestellt werden. Als der Lockdown Tatsache war, reagierte das RAV sofort mit Schutzmassnahmen. Anmelde- und Beratungsgespräche wurden nur noch per Telefon durchgeführt. Die Kundinnen und Kunden hätten dafür aber Verständnis gehabt, sagt Greif. «Die Erfahrung in dieser Zeit zeigte, dass die telefonische Beratung gut funktioniert.»

Die regionalen Arbeitsvermittlungen wurden ab 8. Juni schrittweise geöffnet. Zuerst wurden Beratungen vor Ort mit jenen Personen durchgeführt, die sich während des Lockdowns angemeldet, aber noch keinen persönlichen Kontakt mit ihrer Beratungsperson hatten. Ab 6. Juli waren Anmeldungen vor Ort sowie persönliche Gespräche wieder möglich.