Zürich

Velodiebe greifen im Limmattal zu: beim Spital kamen Fahrräder weg

Sie sind praktisch, aber auch nicht immer ganz sicher: die öffentlichen Veloständer an den Bahnhöfen. (Archivbild)

Sie sind praktisch, aber auch nicht immer ganz sicher: die öffentlichen Veloständer an den Bahnhöfen. (Archivbild)

Beim Spital und an den Bahnhöfen kamen Fahrräder weg. Die Zahl der Velodiebstähle bleibt gemäss Kantonspolizei aber stabil.

Die Warnschilder beim Spital Limmattal waren in den vergangenen Wochen unübersehbar: «Achtung, Velodiebe!», hiess es auf Schildern bei den Veloständern. Das Areal werde vorübergehend mithilfe von Videokameras überwacht, stand da weiter.

Auch andernorts im Limmattal werden Velos gemeldet, die verschwunden sind. So ist am Bahnhof Glanzenberg einer Pendlerin am Montag ein Rennrad abhandengekommen. In einer Dietiker Facebook-Gruppe fordert sie den Dieb dazu auf, dass dieser doch das Velo wieder zurückstellen möge. Der Dieb hat auf den Eintrag nicht reagiert – aber ein Dutzend andere Internetnutzer haben sich gemeldet. Demnach kommen Fahrräder im Limmattal häufig weg. «Meins haben sie auch geklaut», schreibt eine Nutzerin. In seiner Familie sei ein Mitglied ebenfalls schon Opfer eines Velodiebs geworden, hält der Dietiker AL-Gemeinderat Ernst Joss fest. Am Bahnhof Schlieren sei ein gut gesichertes Crossbike weggekommen, sagt er auf Anfrage. Und in dieser Woche vermeldete die Kantonspolizei Zürich, dass sie zwei 17- und 19-Jährige verhaftet habe, die im Zürcher Unterland eine grössere Anzahl Fahrräder und Elektrobikes aus Velokellern und Tiefgaragen entwendet hätten. Die Deliktsumme wird auf mehrere zehntausend Franken beziffert.

Gemäss Statistik gibt es keine Zunahme

Trotz all dieser Meldungen: Die Daten, die bei der Kantonspolizei zusammenlaufen, sprechen nicht für eine Häufung der Velodiebstähle. Die Zahlen seien relativ konstant, sagt Mediensprecher Stefan Oberlin. Dies gelte einerseits für den gesamten Kanton, andererseits auch im Speziellen für das Limmattal, wie er nach einem Blick in die Statistik sagt. Im Bezirk Dietikon werden demnach jährlich rund 270 Fahrräder als gestohlen gemeldet.
Dabei gibt es im Jahresverlauf zwei unterschiedliche Kurven. Einerseits folgt die Zahl der spontanen Velodiebstähle naturgemäss der Temperaturkurve; im Sommer, wenn sich generell mehr Personen im Freien tummeln und damit auch mehr Velos im Freien herumstehen, werden diese auch öfter für eine Fahrt entwendet als im Winter. Andererseits ist die Zahl der eher gezielten Diebstähle, bei denen die Beute gewinnbringend weiterverkauft werden soll, über das gesamte Jahr keiner derartigen Wellenbewegung unterworfen.

Zwei Zunahmen verzeichnet die Kantonspolizei aber: So ist gemäss Oberlin die Zahl der gestohlenen E-Bikes in den vergangenen Jahren angestiegen. Allerdings aus einem naheliegenden und profanen Grund; derartige Gefährte sind ja auch erst aufgekommen, vor zehn Jahren konnten noch kaum welche gestohlen werden. Und zudem werden seit ein paar Jahren grundsätzlich mehr Velodiebstähle angezeigt als früher. Dies dürfte auf eine neue Anzeigemöglichkeit zurückzuführen sein – seit 2013 können einfache Diebstähle und Sachbeschädigungen auch online über «Suisse ePolice» gemeldet werden. «Alle Meldungen gehen automatisch an das zuständige Polizeikorps und können als PDF heruntergeladen und für die Versicherung genutzt werden», heisst es auf dem Portal. Die verschiedenen Polizeikorps gehen davon aus, dass durch diese einfache Anzeigemöglichkeit heute auch Velos als gestohlen gemeldet werden, deren Besitzer früher wegen des erforderlichen Gangs auf einen Polizeiposten auf eine Anzeige verzichtet hätten.

Abschliessen in der eigenen Garage

«Insgesamt ist keine Zunahme bei den Velodiebstählen festzustellen, auch nicht im Limmattal», sagt Stefan Oberlin von der Zürcher Kantonspolizei deshalb. Dass jeder einzelne Besitzer, dessen Velo geklaut wird, verärgert ist, versteht Oberlin. Er rät den Besitzerinnen und Besitzern von teuren Fahrrädern und E-Bikes, dass sie diese auch in der eigenen Tiefgarage gut abschliessen. Dies gehe nach einem langen Tag beim nach Hause kommen oft vergessen.

Im Spital Limmattal hat sich die Situation inzwischen beruhigt, wie der Medienverantwortliche Stefan Strusinski auf Anfrage sagt. Nachdem Anfang September beim Limmi eine Zunahme von Fahrraddiebstählen festgestellt wurde, seien die Warnschilder aufgestellt worden. Zudem sei rund um das Areal mehr kontrolliert worden, und die Mitarbeitenden seien darauf hingewiesen worden, dass sie ihre Velos nach Möglichkeit beim Abschliessen mit einem fixen Gegenstand wie dem Veloständer verbinden soll. Diese Massnahmen hätten ihre erwünschte Wirkung erzielt, sagt Strusinski. Die Warnschilder bei den Veloständern sind vergangene Woche wieder entfernt worden.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1