„Mein Sohn hat schmutzige Wörter von sich gegeben, dennoch tut es mir Leid, dass ich ihn geschlagen habe“, entschuldigte sich der heute 33-jährige Vater am Mittwoch vor dem Bezirksgericht Dietikon. Es war am vergangenen 7. März, als der Gelegenheitsarbeiter seinen neunjährigen Sohn am Nachmittag in Oberengstringen zum Schulhaus begleitete.

Wuchtige Ohrfeige und Klaps auf den Po

Fest steht, dass das Kind plötzlich gegen seinen Vater plötzlich aufbegehrte und zu schimpfen begann. Ebenso sicher ist, dass der Mann seinem Kind nicht nur eine wuchtige Ohrfeige versetzte, sondern ihm auch einen Klaps auf den Po gab. Der schockierte Schüler rannte danach nach Hause und erzählte seiner vom Vater geschiedenen Mutter von den Übergriffen. Diese begab sich nicht nur zum Arzt, sondern erstattete auch Strafanzeige bei der Polizei. Diese erstellte mehrere Fotos vom verletzten Kind, das nachweislich an der linken Wange einen grossflächigen Bluterguss aufwies.

Verhaftet und verurteilt

Die eingeschaltete Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis liess den Vater zwei Wochen später nicht nur für zwei Tage in Haft nehmen, sondern verurteilte ihn auch per Strafbefehl wegen Körperverletzung und Tätlichkeiten zu einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 70 Franken. Bei einer maximalen Probezeit von fünf Jahren. Zudem sprach die zuständige Staatsanwältin eine happige Busse von 1800 Franken aus.

Da der Beschuldigte Einsprache gegen den Entscheid einlegte, beschäftigte der Fall am Mittwoch das Bezirksgericht Dietikon.

Verletzung auf Gebüsch geschoben

Der Vater bedauerte vor Gericht seine Schläge, wies aber die Verantwortung für die erhebliche Wangenverletzung zurück. So sei sein Sohn nach der Züchtigung in ein Gebüsch geflohen und habe ich dort an den Ästen verletzt, zeigte er sich überzeugt. Sein Verteidiger hoffte auf eine Einstellung des Strafverfahrens und forderte die im Gerichtssaal anwesende Mutter zu einem Rückzug ihrer Strafanträge auf. Der Anwalt machte geltend, dass der Vater sein Kind seit den Vorfällen nicht mehr gesehen habe und sprach sich für eine einvernehmliche Lösung aus.

Ohne Erfolg, da sich die sichtlich emotional verletzte Mutter weigerte und explizit ausführte, dass es für das Kind besser sei, wenn es ohne diesen Vater aufwachse. Ihre Ausführung, dass ihr Sohn seinen Vater aus eigenem Antrieb nicht mehr sehen wolle, hatte jedoch aufgrund des sehr jungen Alters des Kindes den Beigeschmack von Beeinflussung.

Allerdings hinterliess auch der Beschuldigte nicht den besten Eindruck. So bestand er in seinem Schlusswort auf einem Schwangerschaftstest.   

Auch der Klaps auf den Po strafbar

Das Gericht kam zum Schluss zu umfassenden Schuldsprüchen und setzte neben einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 70 Franken eine Busse von 200 Franken fest. Die Einzelrichterin ging von einer Körperverletzung durch die Ohrfeige aus, da ein Busch keine derartig grossflächigen Verletzungen verursache.

Sie sprach von einer Machtdemonstration des völlig ausgerasteten Vaters gegenüber dem Sohn. Das Gericht stufte auch den zusätzlichen Klaps auf den Po als strafbar ein, setzte aber dafür aber nur eine Busse von 200 Franken fest.

Zum Schluss hielt das Gericht dem Vater sein Geständnis zugute und hielt ihm eine günstige Prognose zugute. So tue es ihm heute Leid, befand die Richterin.