Geroldswil
Vater, Mutter und Kind: Im Gemeindehaus wohnt jetzt eine neue «Familie»

Geroldswil fördert Kunst – und gleichzeitig den Zusammenhalt der Bevölkerung in Zeiten von Corona.

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Eine Familie aus Holz: Vater, Kind und Mutter im Eingang des Geroldswiler Gemeindehauses.

Eine Familie aus Holz: Vater, Kind und Mutter im Eingang des Geroldswiler Gemeindehauses.

zvg

Geroldswil ist ein familienfreundliches Dorf – mit Kindern am rechten Ufer der Limmat zu wohnen oder dort aufzuwachsen, hat bestimmt seine Reize. Den Wert der Familie möchte die Gemeinde nun auch symbolisch unterstreichen: In der Haupteingangshalle der Gemeindeverwaltung befinden sich seit neustem nämlich drei menschengrosse Holzskulpturen. Zusammen bilden sie «Die Familie», wie das Kunstobjekt heisst, bestehend aus den Eltern und einem Kind.

Dabei unterscheiden sich die Objekte durch die Grösse und die Holzart: Der Vater wurde aus einer heimischen Eiche gefertigt, die Mutter sowie das Kind aus einem heimischen Judas-Baum. Die drei Skulpturen stammen vom Künstler Erich Brandenberger-Kreissl, der in Hombrechtikon ein Kunstatelier betreibt.

Die Bevölkerung muss sich noch gedulden

«Vor allem jetzt, in Zeiten von Corona, bekommt die Familie einen noch wichtigeren Stellenwert. Der Zusammenhalt muss gefördert werden», erklärt der Geroldswiler Gemeindeschreiber Gregor Jurt den Gedanken hinter der Holzkunst. Die Gemeinde habe den Auftrag, für die Bevölkerung da zu sein und ihr ein Gemeinschaftsgefühl zu geben. «Dies möchten wir mittels dieser Skulpturen nun zur Geltung bringen.»

Nebst der Symbolik passen die Figuren aber auch optisch gut in die Eingangshalle: «Die grauen Betonwände erscheinen durch die braunen Farbtupfer lebendiger, die Halle wird ausgeschmückt.» Zudem befindet sich gleich neben den neuen Holzskulpturen bereits ein Kunstobjekt mit dem Namen «Die Gesellschaft» sowie eine Holzschale. Der Gemeinde sei es ein Anliegen gewesen, einen passenden Bezug zwischen den beiden Objekten zu schaffen, sagt Jurt.

Erhält die «Familie» schon bald Zuwachs?

Aufgrund des Lockdown ist die Gemeindeverwaltung aktuell allerdings geschlossen, weswegen sich die Einwohnerinnen und Einwohner von Geroldswil noch ein wenig gedulden müssen, bis sie die neu zugezogene «Familie» zu Gesicht bekommen. Eine Einweihung ist ebenfalls keine vorgesehen. Dennoch freue er sich schon jetzt auf das Feedback der Bevölkerung, sagt Jurt. Zumindest aus dem Gemeinderat habe er bisher grosses Lob vernehmen können.

Sobald die Lage es dann zulässt, sollen die Holzskulpturen nicht nur in der Eingangshalle des Gemeindehauses, sondern an verschiedenen Standorten und Plätzen in der Ortschaft anzutreffen sein. «Die Figuren sind nicht wirklich schwer. Man kann sie ohne Probleme selbst hochheben und transportieren.» Und vielleicht erhält die «Familie» schon bald Zuwachs. «Ja, wir können uns durchaus vorstellen, weitere Kunstobjekte aufzustellen und unsere Ansammlung zu erweitern», sagt der Gemeindeschreiber. «Wir haben auch schon ein paar lose Ideen.»

Jurt kann sich beispielsweise ein Wandgemälde vorstellen, das gut mit den Skulpturen harmoniert. Diverse Künstler sollen berücksichtigt werden, man sei grundsätzlich offen für verschiedene Ideen. Wichtig sei, dass die Gemeinde – genau genommen die Abteilung Bevölkerungsdienst – ihren Auftrag wahrnehme und ihren Bürgern etwas bieten könne.

Erich Brandenberger-Kreissl

Der Künstler Erich Brandenberger-Kreissl betreibt in Hombrechtikon ein Kunstatelier. Nebst Holzfiguren und Skulpturen entstehen dort auch Keramik- und Tongegenstände. Zudem bietet er Kurse an. Einzelpersonen und Gruppen können sich unter www.rauchbrand-toepferei.ch anmelden.