Verschmierte Wände, demolierte Abfalleimer und aus der Betonwand gebrochene Türrahmen – die Toiletten im Parkhaus Kirchplatz in Dietikon wurden zum wiederholten Mal von Vandalen heimgesucht.

Die jüngsten Sachbeschädigungen dürften wohl über die Festtage angerichtet worden sein, vermutet Dietikons Sicherheits- und Gesundheitsvorstand Heinz Illi. «Dieses Mal wurde rohe Gewalt eingesetzt. Rein mit Muskelkraft lassen sich keine Türrahmen aus der Betonwand brechen», so Illi.

Den Schaden schätze er auf einen fünfstelligen Betrag. «10000 Franken reichen aber nicht mehr aus, um alles wieder instandzustellen», sagt Illi.

Anlage ist derzeit geschlossen

Ob dies überhaupt gemacht wird, ist ohnehin eine andere Frage. Die WC-Anlagen im Untergeschoss beim Parkhaus sind schon seit längerem «Problemkinder» und werden immer wieder von Vandalen verwüstet.

«Wir haben deshalb schon die Trennwände zwischen den Pissoirs und die Seifenspender entfernt, weil sie regelmässig demoliert wurden. Die Wände sind mit einem Graffitischutz überzogen, sodass sich Schmierereien abwischen lassen», erklärt Illi.

Doch nun sei man an einem Punkt angekommen, an dem es genug sei. «Wir müssen immer wieder Steuergelder dafür aufwenden, die Toiletten zu reparieren», sagt Illi. Normalerweise ist die Anlage über Nacht geschlossen und nur während der Betriebszeiten im Zentrum geöffnet. Zurzeit ist sie infolge der heftigen Beschädigungen ganz geschlossen.

«Es sind verschiedene Möglichkeiten denkbar», hält der Stadtrat fest. Eine Option sei, die gesamte Anlage zu schliessen. Damit würde man aber alle bestrafen, die sich korrekt verhielten. «Eine andere Variante bestünde darin, dass die Toiletten nur noch bei Anlässen geöffnet sind, und dass dann der Zugang zu den WCs durch eine Aufsichtsperson kontrolliert wird», so Illi.

Eine weitere Idee bestünde darin, die Toiletten nach oben, also an die Oberfläche, zu verlegen. Denn im Untergeschoss fehle die soziale Kontrolle. Zudem gebe es immer mehr Leute, die nicht gerne in die Tiefgarage gingen, um die Toilette aufzusuchen.

Belohnung für Hinweise

Auch im jüngsten Fall hat sich noch niemand bei der Stadt gemeldet, der etwas von den Verwüstungen mitbekommen hat. Illi bittet die Bevölkerung deshalb eindringlich, mit offenen Augen durchs Zentrum zu gehen und verdächtige Handlungen der Polizei zu melden.

«Auffällig oft, und das gilt nicht nur für die Toiletten, ist in letzter Zeit auch der Slogan ‹8953 Dietikon› an Wänden und Mauern zu lesen. Für sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung, die helfen, die Täterschaft zur Verantwortung zu ziehen, setzen wir eine Belohnung von 500 Franken aus», so Illi. Die Stadt selber habe wie immer in solchen Fällen Strafanzeige gegen unbekannt eingereicht.

Während von den Vandalenakten ausschliesslich das Damen- und das Herren-WC betroffen sind, ist die Behindertentoilette unversehrt. Dies hängt damit zusammen, dass die Stadt für die Benutzung dieser Anlage eine Lösung gefunden hat.

Das Behinderten-WC wurde mit einem so genannten Eurokey-System ausgestattet. Der Eurokey wird in ganz Europa als Schlüssel zu Liften und Toilettenanlagen eingesetzt – exklusiv für Menschen mit Behinderung. In der Schweiz wird die Dienstleistung von Pro Infirmis koordiniert. Die Bezüger eines solchen Schlüssels sind bei der Stadt registriert.