Mit einem Blumenstrauss in der Hand stand Karin Boog (FDP) auf der Bühne und bedankte sich bei ihren Kollegen und den Mitarbeitern der Verwaltung. An der Gemeindeversammlung vom Dienstagabend wurde die Fürsorge- und Gesundheitsvorsteherin offiziell verabschiedet. Eigentlich hätte auch Werkvorstand Urs Landis (parteilos) Abschied nehmen sollen. Noch im Sommer hiess es, dass er zu den Gesamterneuerungswahlen vom 9. Februar 2014 nicht wieder antreten werde.

Landis für Generationenwechsel

Zur Überraschung der Anwesenden an der Gemeindeversammlung hat sich Landis nun anders entschieden. Und nicht nur das. Neben einer Wiederkandidatur als Gemeinderat steigt er auch noch ins Rennen um das Gemeindepräsidium ein. Damit sind es nun drei Kandidaten, die ab kommendem Frühjahr die Exekutive präsidieren wollen. Neben Landis haben bereits der amtierende Präsident Paul Studer (FDP) sowie Bauvorstand Walter Bühler (SVP) ihre Kandidatur bekannt gegeben.

Der Grund für Landis' Umdenken sind die vielen Reaktionen aus der Bevölkerung. «Das Echo war gross, als die Leute hörten, dass ich aufhöre. Viele haben mich gebeten, weiterzumachen. Das ist Motivation genug für eine erneute Kandidatur», sagt Landis.

Er habe eigentlich gehofft, dass es auf die neue Amtsperiode hin zu einem Generationswechsel kommen würde. Als die beiden langjährigen Gemeinderäte Paul Studer und Walter Bühler ihre Kandidatur bekannt gegeben hatten, sei für ihn klar gewesen, aufzuhören, sagt Landis. «Da ich nun weiter machen und den Generationenwechsel will, ist es nur konsequent, wenn ich auch noch fürs Gemeindepräsidium kandiere», so Landis.

Kampfwahl um Gemeinderatssitze

Der Werkvorstand wurde vor vier Jahren in die Exekutive gewählt. Damals kam es um die fünf Sitze im Gemeinderat zu einer Kampfwahl. Das wird auch 2014 nicht anders sein. Neben den vier Bisherigen Paul Studer, Walter Bühler, Urs Landis sowie Rico Frei (SVP) wurden nun zwei weitere Kandidaten bekannt. Die FDP hat Rahel von Planta nominiert.

Sie wird noch bis im Sommer für die Primarschulpflege Oetwil-Geroldswil tätig sein und dann, nach insgesamt acht Jahren, aufhören. «Schon damals als ich für die Schulpflege kandidierte, war es mir ein Anliegen, mich an meinem Wohnort zu engagieren. Das ist auch der Grund dafür, dass ich nun für den Gemeinderat kandidiere», sagt von Planta.

Zudem wolle sie nach acht Jahren in der Schulpflege etwas Neues machen. «Da ist es ein logischer Schritt, sich für ein Amt im Gemeinderat zu bewerben», so von Planta.
Der sechste Kandidat heisst Thomas Bernegger und wurde von der CVP nominiert, die nach Jahren wieder aktiv wird. Auch ihm ist es ein Anliegen, sich an seinem Wohnort zu engagieren. «In den letzten Jahren sind viele Familien nach Oetwil gezogen. Es wäre deshalb gut, wenn eine Partei, die sich stark mit Familien- und Bildungsthemen auseinandersetzt, in der Exekutive vertreten ist», sagt Bernegger. Zudem sei es nun an der Zeit, die CVP aus ihrem Dornröschenschlaf, der schon einige Jahre andauere, zu wecken.