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Urdorffäscht: «Es ist ein schöner Gegenpol zu den Staumeldungen»

Lädt das Limmattal nach Urdorf ein: Sandra Rottensteiner weiss, was Dorffeste bedeuten.

Lädt das Limmattal nach Urdorf ein: Sandra Rottensteiner weiss, was Dorffeste bedeuten.

Heute startet das Urdorffäscht – Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner über die Highlights und ihre Trinkfestigkeit.

Sandra Rottensteiner, heute beginnt das Urdorffäscht. Wie trinkfest sind Sie?
Sandra Rottensteiner: Mir geht es an diesem Fest nicht um das Trinken, sondern um die Stimmung, die Gemeinschaft und das Erleben des Dorfes.

Aber an Dorffesten wird schon mal eins über den Durst getrunken.

Das stimmt schon. Auch ich werde hier und da anstossen, aber sicherlich mit Mass und vor allem in meinem offiziellen Urdorffäscht-Becher.

Der Slogan des Urdorffäschts ist «Urdorf lebt». War Urdorf davor etwa tot?

Ganz und gar nicht. Bei der Wahl des Slogans ging es darum zu zeigen, dass in Urdorf nicht nur gewohnt und gearbeitet wird. Es wird hier auch gelebt.

Vor allem an den nächsten beiden Wochenenden wird hier viel los sein. Wagen wir zuerst einen kleinen Blick in die Vergangenheit. Welche Erinnerung haben Sie an das letzte Urdorfer Dorffest aus dem Jahr 1994?

Damals war ich leider nicht in Urdorf. Aber viele Erzählungen erreichten mich. Beispielsweise haben Schüler das Urdorfer Wappen nachgestellt. Dies wurde danach in einer imposanten Luftaufnahme fotografiert. Ich bin dabei, mir dieses Foto zu besorgen.

Was wird den Urdorfern aus dem Jahr 2034 vom diesjährigen Urdorffäscht in Erinnerung bleiben?

Ich glaube, dass es die Vielfältigkeit der Attraktionen ist. Für jeden ist etwas dabei. So wird auch jeder Einzelne diese Attraktion in Erinnerung behalten, die ihn am meisten beeindruckte. Für den einen mag es die lange Rutschbahn sein, für den zweiten das Musical «Häxefüür» und den dritten fasziniert das Säulirennen. Dies zeichnet ein Dorffest aus.

War es schwierig, für jeden etwas Interessantes zu finden?

Ich denke, dass dies der falsche Ansatz ist. Das vielseitige Angebot hat sich durch die unterschiedlichen Vereine und das Organisationskomitee ergeben. Das Programm entstand somit von der Basis aus und wurde nicht von oben bestimmt.

Wie schätzen Sie die Bedeutung eines solchen Festes für ein Dorf ein?
Es schafft Zusammenhalt. Die Bewohner können sich mit dem Dorf identifizieren und sind stolz, dass man gemeinsam einen solchen Event auf die Beine stellen konnte.

Hoffen Sie auch, dass sich dieser Anlass positiv auf den Ruf der Gemeinde auswirken wird?

Klar ist es ein schöner Gegenpol zu den täglichen Staumeldungen aus Urdorf. Wir können mit diesem Fest eine andere Seite des Dorfs zeigen, neben der starken Belastung durch den Verkehr. Urdorf ist facettenreicher als das.

Eine lange Planungsphase findet an diesem Fest ihren Höhepunkt.

Sozusagen. In der Strategieplanung zum Start der Legislatur der Exekutive im Jahr 2010 setzten wir uns zum Ziel, ein Dorffest zu unterstützen. Dies auf vielseitigen Wunsch aus der Bevölkerung Urdorfs. Ich bin nun glücklich, dass es heute endlich losgehen kann.

Zum Festakt selber: Auf welchen Anlass freut sich Sandra Rottensteiner ganz persönlich?

Das Musical wird sicherlich eines meiner Highlights.

Sind Sie ein Musical-Fan?

Mich überzeugt in erster Linie das Konzept dahinter. Dass Laien gemeinsam mit Profis etwas Glanzvolles auf die Beine stellen, ist doch wunderbar. Aber auch dem Säulirennen schaue ich mit Vorfreude entgegen.

Haben Sie bereits ein Säuli im Auge, auf das Sie setzen werden?

Dies werde ich vor Ort mit meinem Bauchgefühl entscheiden. Aber auch die grosse Rutschbahn, die vom Gemeindehaus mitten ins Festgelände führt, ist sehr faszinierend.

Also wird die Gemeindepräsidentin mit der Rutschbahn zum Festgelände kommen?

Leider habe ich Höhenangst. Es wäre beklemmend für mich. Aber für alle, die runterfetzen können, freue ich mich. Derweil verpflege ich mich an einem der zahlreichen Essenstände. Ich habe meiner Familie bereits mitgeteilt, dass ich an diesen zwei langen Wochenenden nicht kochen werde. Der Menüplan ist im Urdorffäscht-Programm zu finden (lacht).

Neben den bereits von Ihnen erwähnten Attraktionen gibt es auch ein Beach-Soccer-Turnier sowie eine Gewerbeschau. Wann ist ein Dorffest zu gross?

Dann, wenn alle freiwilligen Helfer nur noch arbeiten und keine Zeit haben, selber die Atmosphäre zu geniessen.

Die Helfer sind ein gutes Stichwort: Wie bedanken Sie sich bei den rund 1000 Freiwilligen?

Die Vereine haben natürlich die Möglichkeit, sich einen Zustupf in die Kasse hinzuzuverdienen. Das ist wichtig. Den Vereinen wird vom Gemeinderat seit jeher viel Wertschätzung entgegengebracht. Ein spezieller Dank gebührt den OK-Mitgliedern unter der Leitung von Stefan Schmid. Deren Energie und Einsatzbereitschaft ist beeindruckend.

Alle Artikel zum Urdorffest finden Sie hier.

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