Limmattaler Sport

Urdorfer «Swiss Chinese Kung Fu School» erstmals Organisator der Schweizer Wushu-Meisterschaften

An der «Swiss Chinese Kung Fu School» in Urdorf wird die Tradition und Kultur der chinesischen Kampfkunst grossgeschrieben. Erstmals richtet die Kampfkunstschule nun die Schweizer Meisterschaft aus.

Am Sonntag messen sich die besten Schweizer Kung-Fu-Kämpfer und Kampfkünstler in Bonstetten. Organisator der Schweizer Wushu-Meisterschaften ist erstmals die «Swiss Chinese Kung Fu School» in Urdorf. Als die Schule vor 23 Jahren an der Grubenstrasse ihre Türen öffnete, gehörte der damals 15-jährige Roger Müller zu den ersten Schülern. Knapp 14 Jahre später leitet er mittlerweile die Schule, wo er rund 80 Schüler und Schülerinnen zwischen 6 und 60 Jahren trainiert.

Müller hat im Kung Fu seinen perfekten Ausgleich zur täglichen Arbeit und dem Druck der Leistungsgesellschaft gefunden. «In der globalisierten und schnelllebigen Welt haben viele Menschen verlernt, ruhig in sich einzukehren und reinzuhören», sagt er. Dank seiner tiefen Auseinandersetzung mit der Kampfkunst wurde er 2011 in die 32. Generation von Shaolin aufgenommen, dem legendenumwobenen buddhistischen chinesischen Mönchsorden. Fünf Jahre später ernannte der Abt des Ursprungsklosters des Ordens im chinesischen Dengfeng Müller offiziell zu seinem Schüler und verlieh ihm den Namen Shi Yan Long.

Swiss Chinese Kung Fu School Urdorf

Swiss Chinese Kung Fu School Urdorf

Training der Erwachsenen in der Kung Fu Schule von Roger Müller in Urdorf. Mit dabei ist auch Géraldine Balint (in schwarz).

In der Kung-Fu-Schule sei jedem selbst überlassen, seine Ziele zu definieren. «Die Menschen kommen aus ganz unterschiedlichen Gründen zu uns», sagt Müller. Verschiedene würden gerne dem Alltagsstress entfliehen oder mental an sich arbeiten, andere ihren Körper stählen und wiederum andere seien dank ihrem Interesse an der chinesischen Kultur ins Training gekommen.

Shaolin-Tempel an der Wand

Die Kultur und Tradition wird hier grossgeschrieben. Das fängt im Eingangsbereich der Schule an mit dem traditionellen chinesischen Teeset und den Schriftrollen an den Wänden. Hinter der Trainingsfläche erstreckt sich ein gemaltes Bild von den Eingangstoren des Shaolin-Tempels in China über die gesamte Wand.

In seinem kleinen Büro neben der mit Matten ausgelegten Trainingsfläche hängt ein Bild seines chinesischen Meisters. «Wir sind eine Kampfkunstschule, keine Kampfsportschule» präzisiert der 39-Jährige. Dahinter stünden 1500 Jahre Geschichte. «Ich will die Tradition aufrechterhalten und die Kultur von Shaolin in der Schweiz fördern und der Gesellschaft zugänglich machen.»

Roger Müller in seiner Schule.

Roger Müller in seiner Schule.

In der Vergangenheit haben die Urdorfer bereits mehrere Qualifikationsturniere für die Meisterschaft am Ende des Jahres ausgerichtet. «Jetzt wollten wir es mal wissen und das Highlight des Jahres in die Region holen», sagt Müller. Seit einigen Monaten bereitet ein Kernteam von rund zehn Helfern den Anlass vor.

Die Organisation sei nicht viel aufwendiger als bei den bisherigen Turnieren, die Hauptunterschiede lägen in der Grösse und aufwendigeren Inszenierung. Denn am Sonntag werden neben den 250 Athleten und Helfern auch rund 600 bis 700 Zuschauer im Sportzentrum Schachen in Bonstetten erwartet.

Wushu? Kung Fu? Shaolin? Eine Begriffserklärung

Wushu ist der allgemeine chinesische Oberbegriff für alle chinesischen Kampfkünste. Das im Westen in den 60er-Jahren unter anderem durch Bruce Lee populär gewordene «Kung Fu» wird ähnlich verwendet und hat sich mittlerweile auch in China etabliert, um traditionelle Kampfkunst vom wettkampforientierten Wushu zu unterscheiden.

Kung Fu (gebildet aus den Schriftzeichen Gōng, das Errungenschaft oder Leistung bedeutet, und Fū, das für reifer Mensch steht) gilt als Ursprung mehrerer asiatischer Kampfkünste, die vor rund 1500 Jahren von den Mönchen des Shaolin-Tempels in Dengfeng (Provinz Henan, China) entwickelt wurden. In der «Swiss Chinese Kung Fu School» Urdorf lernen die Schüler drei verschiedene Kung-Fu-Stile.

Das Selbstverteidigungssystem Wing Chun mit schnellen und direkten Bewegungen, das Angriffssystem Choy Li Fut mit langen Armbewegungen und Shaolin, bekannt für seine Formenbewegungen, mit denen ein Kampf gegen einen imaginären Gegner inszeniert wird. Dabei können auch Waffen wie Säbel oder Speere zum Einsatz kommen. Ergänzend wird in der Schule auch Qi Gong und Fitnesstraining mit Tritt- und Schlagtechniken angeboten. 

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