Für 3,4 Millionen soll der Kindergarten Feld inklusive Hauswartwohnungen neu gebaut werden. Für Urdorf ist das viel Geld – vor allem, wenn man bedenkt, dass die Schulgemeinde in letzter Zeit einige grössere Investitionen tätigen musste.

Trotzdem versuchte die Schulpflege an der Schulgemeindeversammlung vom Mittwochabend, die 127 anwesenden Stimmberechtigten von der Notwendigkeit des neuen Kindergartens zu überzeugen. Dies, obwohl die «Gmeind» noch nicht abstimmen konnte, sondern das Geschäft nur vorberaten durfte: Abgestimmt wird am 9. Februar an der Urne.

Steigende Kinderzahlen

Ab dem nächsten Schuljahr rechne man mit stark steigenden Schülerzahlen im Kindergarten, sagte der Liegenschaftenvorstand der Schulpflege, René Eberle. Daher brauche man dringend eine Kindergarteneinheit mehr.

Zurzeit gehen die Kinder in der Schulanlage Feld in einem 1957 erbauten Pavillon in den Kindergarten. Weil das Gebäude in der Bausubstanz erhebliche Mängel aufweist, würde sich eine Sanierung gemäss Schulpflege aber nicht lohnen.

«Man soll ein Stoppzeichen setzen»

Die Rechnungsprüfungskommission sah das anders: Man müsse nicht immer neu bauen, man könne auch einmal etwas sanieren, sagte Präsident Emanuele Agustoni. Seine Kommission sprach sich daher gegen das Geschäft aus. «Wir sind der Meinung, man soll hier mal ein Stoppzeichen setzen und das Ganze nochmals genauer anschauen», sagte Agustoni.

Es sei zwar durchaus machbar, das Gebäude zu sanieren, sagte Eberle. «Dadurch haben wir aber keinen Mehrwert», sagte er.

Die Schulpflege bewirtschafte ihr Immobilienportfolio seriös, sagte CVP-Präsident Danilo Follador. Trotzdem könne sich die CVP für dieses Projekt «leider nicht so erwärmen», sagte er. Eine Investition von 3,4 Millionen sei «ein rechter Mocken», zumal seine Partei ebenfalls glaube, dass ein Neubau nicht zwingend sei. Daher empfehle die CVP, das Geschäft an der Urne abzulehnen.

«Notwendigkeit ausgewiesen»

Seine Partei habe ebenfalls Vorbehalte, sagte Marcel Zirngast, Präsident der EVP. «Wir fragen uns, ob man nicht auch flexibel auf die Erhöhung der Kinderzahlen reagieren kann», sagte er. Es sei auch zu untersuchen, ob es Alternativen gäbe, wie eine Mietlösung oder ein Waldkindergarten. «Der Kindergarten ist sicher sinnvoll», sagte René Gutknecht, Präsident der GLP. Seine Partei lehne den Kredit aber aus finanziellen Gründen ebenfalls ab.

Für das Projekt sprach sich die SVP aus, wie Markus Binder sagte. «Die Notwendigkeit ist eindeutig ausgewiesen.» Die SVP sei überzeugt, dass die Investition tragbar sei.

Auch Ursula Baumgartner, Co-Präsidentin der SP, sagte, der finanzielle Rahmen stimme im Vergleich zu anderen Projekten. Die SP habe noch keine Parole gefasst, aber werde der Vorlage «mit grösster Wahrscheinlichkeit» zustimmen.

Ausgesprochen kritisch äusserte sich gegen Ende der Diskussion ein Votant aus der Bevölkerung. Dass die Schulpflege das Geschäft vorschlage, ohne eine Alternative mitzuliefern, sei inakzeptabel, sagte er. Er erwarte, dass man verschiedene Lösungen prüfe und diese auch vorstelle. «So bringt es doch gar nichts, dass wir überhaupt darüber abstimmen.»