Urdorf/Parsonz
Urdorfer Pfadfinder auf den Spuren von Robin Hood

Die Urdorfer Pfadfinder befinden sich derzeit in ihrem Sommerlager in Parsonz im Kanton Graubünden. Ein Besuch vor Ort zeigt, dass trotz des kämpferischen Lager-Themas ein friedliches Zusammensein herrscht.

Christian Murer v/o Kodak
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Alexander hat ein schmackhaftes Mah-Meh zubereitet (Fotos: Christian Murer)
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Zum Glück bringt Robin Hood die gestohlenen Würste
Urdorfer Pfadilager im bündnerischen Parsonz
Beim Hissen der Fahne
Dario und Fabian erstellen Zelte aus Militärblachen

Alexander hat ein schmackhaftes Mah-Meh zubereitet (Fotos: Christian Murer)

Limmattaler Zeitung

«Wir sind im Nottingham Forest und werden vom dortigen König, dem Grafen Edward von Nottingham, unterdrückt», erklärt der Lagerleiter Mike «Inkubus» Heid das diesjährige Lagermotto «Robin Hood». «Die Pfadis sind dabei auf der Suche nach Robin Hoods goldenem Pfeilbogen», erzählt der 18-jährige Multimedia-Elektronikerlehrling. Denn: «Damit sind die Jungs unbesiegbar und gut gerüstet, um gegen den König und seine Schergen zu kämpfen und sich vom Tyrannen für immer zu befreien.»

Üben für die Pfadiprüfung

Allerdings ist am Donnerstagmorgen von diesem kämpferischen Treiben wenig bis gar nichts zu spüren. Im Gegenteil: Auf dem Lagerplatz Caneglias oberhalb von Parsonz im Kanton Graubünden herrscht ein friedliches Zusammensein. Seit Tagen ist das Wetter durchzogen. Nur selten zeigt sich die Sonne. Beim dreitägigen Lageraufbau anfangs Woche regnete es praktisch ununterbrochen. «Scheisswetter!», lautet der Kurzkommentar von Steve «Sid» Heid. Nun also üben die elf Buben mit ihrem Leiter Fabio «Murmeli» Dannenmann die Jungpfadfinder-Anforderungen für die kommenden Prüfungen. Dario und Fabian erstellen aus Militärblachen zahlreiche Zelte.

Auf dem Tisch nebenan knüpfen Severin, David und Nicolas Achterschlingen, Samariterknoten und den Maurer. Auf dem Übungsprogramm stehen ebenso Kartenkunde, Erste Hilfe, Pfadibewegung, Pioniertechnik sowie Schätzen und Messen. Inzwischen ist es Zeit zum Mittagessen geworden. Alexander «Turmalin» De Lorenzi hat ein schmackhaftes Mah-Meh mit Mischsalat zubereitet. Im Nu sind Pfanne und Teller leer. Das nasskalte Wetter gibt Hunger.

Robin Hood bringt die Würste

Am Donnerstagnachmittag laufen die Buben eine Stunde bergabwärts nach Savognin. Beim so genannten «Crazy Challenge» geht es darum, die Leute im Dorf etwas näher kennen zu lernen. Die Gruppen lösen dabei verschiedene Aufgaben. So müssen sie zum Beispiel ein Spiegelei bringen, in einem Hotel eine Portion Rahm schlagen, bei jemandem duschen gehen oder eine Vogelscheuche bauen. Ein besonders «nachhaltiges» Pfadfinder-Erlebnis macht José «Asmodi» Bacher. Der 14-Jährige lässt sich bei der Coiffeuse Margrit Wasescha Mèches in seine schwarzen Haare zaubern – zum grossen Gaudi der Kollegen. Zurück von diesem Plauschspiel warten die Hungrigen aufs Nachtessen. Zum Glück bringt Robin Hood die gestohlenen Würste. Die Nässe macht das Entzünden des Feuers zu einem wahren Geduldspiel. Eine Velopumpe entfacht schlussendlich die Glut.

Poulets im Gips

Anderntags wartet das traditionelle Zwölf-Stunden-Game auf die Jugendlichen. Da werden zahlreiche Spiele ineinander verstrickt. Gegen Mittag bringt Lagerkoch Christoph «Biber» Meili ein feines Birchermüesli aufs Spielgelände oberhalb des Lagerplatzes. Am Abend verwöhnt er die Kids mit Älplermakkaronen. Nach dem Schlaf raubenden Geländespiel wartet ein Powerfrühstück mit Speck, Rührei und Orangensaft auf die Spielboys. «Chillen» heisst dann die Devise – und sich auf den Elternbesuchstag am Sonntag vorbereiten.

Nachtrag: Gestern Sonntag besuchten rund dreissig Eltern und Pfadifreunde den Nottingham Forest im Oberhalbstein. Sie liessen sich mit Poulets im Gips, Schlangenbrot und Salat verwöhnen. Der Spielblock an Nachmittag bereitete nicht nur den Erwachsenen viel Spass.