Urdorf
Urdorfer Künstler Walter Ehrismann ist tot

Walter Ehrismann erlag am vergangenen Montag im Spital Limmattal den Folgen eines Hirnschlags. Der Künstler, der am 6. April 1943 in Chur geboren ist, wäre in wenigen Tagen 70 Jahre alt geworden.

Flavio Fuoli
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Walter Ehrismann (1943 bis 2013)

Walter Ehrismann (1943 bis 2013)

Limmattaler Zeitung

Die Gemeinde beabsichtigte, ihn für sein Lebenswerk zu würdigen, wie Martin Büchi, Bereichsleiter Verwaltung auf der Gemeinde, auf Anfrage der Limmattaler Zeitung sagte. Vorgesehen war am 6. April 2013 ein Gemeindeanlass, an dem die Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner ihn in einer Laudatio gewürdigt hätte.

Walter Ehrismann hatte ein bewegtes Leben. 1959 bis 1964 absolvierte er die Lehrerausbildung. Danach, zwischen 1954 und 1966, die Fachhochschule für Gestaltung in Zürich, die ehemalige Kunstgewerbeschule. 1966 erfolgte jedoch ein harter Bruch. Nach einem Unfall im Meer - er stürzte sich in eine Welle - war er an den Rollstuhl gebunden. 1968 heiratete er seine Frau Alice, 1970 und 1973 kamen seine Kinder Urs und Markus zur Welt.

Walter Ehrismann arbeitete bis zu seiner Pensionierung als Lehrer im Moosmatt-Schulhaus. «Er war von Anfang an dabei. Man baute sogar das Schulhaus wegen ihm behindertengerecht aus», erinnert sich ein Weggefährte. Er war zuerst Real-, später Sek-A-Lehrer. Ehrismann sei im Schulhaus eine Leaderfigur gewesen, der sehr fundiert und zurückhaltend gewesen sei. «Aber wenn er etwas sagte, dann hats gesessen», erinnerte sich sein Wegbegleiter.

Maler, Grafiker, Fotograf, Autor

Walter Ehrismann eröffnete 1974 sein Atelier in Urdorf. Denn neben seinem Brotberuf hatte er zahlreiche andere Leidenschaften. Er malte, machte Druckgrafiken, fotografierte und schrieb mehrere Bücher. Darunter waren auch Romane, wie etwa «berührt», den er 2011 veröffentlichte. «Ich erarbeite gerne etwas aus Dingen, die bereits bestehen - es gibt nichts Elenderes als eine weisse Leinwand», sagte er einmal in einem Zeitungsinterview über seine Schaffenskraft.
In der Gemeinde bedauert man den Verlust ausserordentlich. «Er war eine Persönlichkeit als Lehrer und ein begnadeter Künstler», attestierte ihm Martin Büchi. Er sei einer der bekanntesten Urdorfer Künstler gewesen. Ehrismann habe das Kulturschaffen in Urdorf wesentlich geprägt und sich am Kulturleben der Gemeinde beteiligt. «Er hat dafür gesorgt, dass die Kunst weiterlebt», so Büchi. «Wir haben eine tragende Persönlichkeit verloren.»

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