Während der Technik- und Informatikwoche erleben die Jugendlichen, die eineinhalb Jahre vor der Matur stehen, Technik hautnah. «Ich habe meine Klasse für diese Technikwoche vorgeschlagen, weil sie sehr gut mitarbeitet, interessiert und engagiert ist», so Klassenlehrerin Martine Vetterli. Es gehe auch darum, bei den Schülern Vorurteile gegenüber der Technik abzubauen, gerade weil ihre Klasse als Schwerpunkt Neusprachen hat.

Seit 1992 organisiert der Verband «IngCH Engineers Shape our Future» schweizweit die Technik- und Informatikwoche. «Unser Ziel ist es, bei den Jugendlichen ein Bewusstsein für die Vielfalt technischer Berufe zu schaffen und ihnen eine Entscheidungshilfe in der Berufswahl zu bieten», erklärt Projektleiter Richard Staub.

Berufsleute und Studierende technischer Fachrichtungen berichten in Referaten und bei Firmenführungen über ihr Tätigkeitsfeld. Dabei erhalten die Jugendlichen einen ersten Einblick. «Bei der Besichtigung der ABB haben mich vor allem die Grösse der Anlagen und die Komplexität der Prozesse eines Stromnetzes beeindruckt», sagt der 16-jährige Thierry Broye.

Aber trotzdem könne er sich nicht vorstellen, eine technische Studienrichtung einzuschlagen. Vielmehr würden ihn Psychologie und Psychiatrie interessieren. «Der schnelle technische Fortschritt ist faszinierend, etwa wie die EWZ von der Luft- zur Gas-Isolation wechselte und damit nur noch einen Bruchteil an Raum für ihre Anlagen benötigt», erzählt der 16-jährige Jérôme Hadorn, der durchaus Interesse an einem technischen Beruf hat.

Eher auf eine Arbeit mit Menschen fokussiert ist die 16-jährige Weiningerin Cathrin Schultheiss. Sie möchte Anwältin oder Lehrerin werden. «Von einem Bachelorstudent habe ich erfahren, dass man nicht gleich aufgeben soll, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt», antwortet Cathrin auf die Frage, was sie von dieser Woche mitnimmt.

Eleganz und Originalität

Beim Brückenbau-Wettbewerb am Mittwoch werden die Gruppen, die zusammen eine Brücke bauen, zufällig zusammengestellt. Jedes Team erhält geschäumtes Papier, Holzstäbe, Schnüre, Leim und Papier. Bewertet werden neben Länge, Gewicht und Belastbarkeit auch Eleganz und Originalität der erstellten Brücken. Zusätzlich wird auch die Zusammenarbeit im Team mitberücksichtigt.

Die Golden Gay Bridge wiegt 700 Gramm und  trägt 55 Kilo Gewicht.

Die Golden Gay Bridge wiegt 700 Gramm und trägt 55 Kilo Gewicht.

In der Kategorie Eleganz gewinnt die «Fall Bridge», die mit herbstlichem Laub geschmückt ist und ästhetisch durch die zur Gewichtsentlastung gespannten Schnüre besticht. Die meisten Punkte über alle Kriterien hinweg erhält die «Golden Gay Bridge», die laut den jungen Machern der «Anti-Anti-Gay-Bewegung» gewidmet ist und bei einem Gewicht von nur 685 Gramm eine Last von 55 Kilo tragen kann.

An Ideen fehlt es den Jugendlichen nicht. Neben der Technik lassen sie auch ökologische, kulturelle und soziale Aspekte in ihren Brückenbau einfliessen.