Der Gemeinderat beabsichtigt, allen anspruchsberechtigten Urdorferinnen und Urdorfer den Zugang zu finanziell unterstützten Angeboten der familienergänzenden Kinderbetreuung im Vorschulalter mittels Betreuungsgutscheinen zu ermöglichen.

Er setze damit die übergeordneten rechtlichen Grundlagen und seine eigene Zielsetzung um, schreibt der Gemeinderat in einer Pressemitteilung. Die Urdorfer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger werden an der Gemeindeversammlung vom 30.November über den Systemwechsel bestimmen können.

Am 13.Juni 2010 hatte das Zürcher Stimmvolk dem Gegenvorschlag des Kantonsrats zur Initiative «Kinderbetreuung Ja!» zugestimmt. Für die Gemeinden bedeutet dies, dass sie künftig für ein bedarfsgerechtes Angebot an familienergänzenden Betreuungsplätzen im Vorschulalter sorgen müssen.

Zudem habe der Gemeinderat in seinem Leitbild «Urdorf 2010+» postuliert, «dass die Vereinbarkeit von familiären und beruflichen Verpflichtungen der Urdorfer Familien gefördert werden soll», heisst es in der Mitteilung weiter. Damit werde die Attraktivität Urdorfs als Wohnort, insbesondere für Familien, ergänzt.

Der Gemeinderat Urdorf habe sich in den vergangenen Monaten intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt, schreibt er in der Mitteilung weiter.
In einem ersten Schritt habe er den Bedarf an Betreuungsplätzen im Vorschulalter ermittelt. Aus den Abklärungen ergibt sich, dass neben dem bestehenden Angebot von 37 Krippenplätzen und rund 7 Tagesfamilienplätzen in Zukunft rund 45 zusätzliche Krippenplätze sowie etwa
28 neue Plätze in Tagesfamilien benötigt würden.

Bis anhin wurde durch die Gemeinde Urdorf nur das Angebot des «Chinderhuus» im Sinne einer Defizitgarantie und damit ein beschränktes Kontingent an Betreuungsplätzen finanziert. Diese Objektsubventionierung («Chinderhuus») soll durch eine Subjektsubventionierung (Eltern) abgelöst werden. «Urdorfer Eltern, welche einer Erwerbstätigkeit nachgehen und auf einen Betreuungsplatz angewiesen sind, erhalten von der Gemeinde einen Beitrag an die Kinderbetreuung in Form eines Betreuungsgutscheines», so der Gemeinderat. Der Umfang des Gemeindebeitrags werde abhängig von der Höhe des Einkommens und des Vermögens der Eltern sein: «Auf jeden Fall aber haben sie einen Mindestbetrag in Höhe von 20 Franken pro Betreuungstag selber zu bezahlen.» Es handle sich dabei um ein Modell, das in verschiedenen Gemeinden, mitunter auch im Limmattal, bereits umgesetzt sei.

In der Folge und vor dem Hintergrund, dass die Führung von kommunalen Kindertagesstätten im Vorschulalter nicht Kernaufgabe einer politischen Gemeinde ist, sucht der Gemeinderat mittels einer Ausschreibung eine private Trägerschaft für die Übernahme des Betriebs des «Chinderhuus». Aus diesem Wechsel sollen insbesondere für die Eltern der betreuten Kinder keine Nachteile entstehen.

An der Gemeindeversammlung vom 30.November wird der entsprechende Grundsatzbeschluss in Form einer Verordnung den Stimmberechtigten vorgelegt. Nach Abschluss der laufenden Abklärungen will der Gemeinderat im Spätsommer ausführlich über die Vorlage informieren. (az)