Spitalverband
Urdorf will aus dem Spitalverband Limmattal austreten

Mit Urdorf prüft eine Standortgemeinde und Mitbegründerin des Spitals Limmattal den Austritt aus dem Zweckverband. Die Nachricht löste am Mittwoch sowohl an der Delegiertenversammlung als auch bei der Spitalleitung Befremden aus.

Jürg Krebs und Bettina Hamilton-Irvine
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Urdorf will aus dem Spitalverband Limmattal austreten

Urdorf will aus dem Spitalverband Limmattal austreten

Colette Binder

Unverständnis, Ärger, Verwirrung: Die Reaktionen an der Delegiertenversammlung des Spitalverbands Limmattal waren am Mittwochabend vielfältig. Auslöser war die Bekanntgabe des Urdorfer Gemeinderats, der Gemeindeversammlung am 19. September den Austritt aus der Spitalträgerschaft zu beantragen. Obwohl sich die Gemeinden neu nicht mehr an den Betriebskosten des Spitals beteiligen müssen, befürchtet der Gemeinderat, dass finanzielle Mehrlasten auf die ohnehin überschuldete Gemeinde zukommen. Gleichzeitig lehnt der Gemeinderat die neuen Statuten ab. Er kritisiert die bestehende Rechtsform des Zweckverbands als nicht mehr zeitgemäss.

Delegierte aus Dietikon, Schlieren und Aesch kritisierten die Urdorfer Kollegen harsch. Den geplanten Austritt Urdorfs mochten sie noch akzeptieren. Dass Urdorf aber die Statuten ablehnt und den Spitalverband damit seiner Handlungsfähigkeit im Rahmen der neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen beraubt, wurde nicht goutiert. Das sei nicht korrekt, sagte Aeschs Delegierter Hans Jahn. Schlierens Manuela Stiefel sprach von «Arbeitsverweigerung». Dietikons Karin Hauser zeigte sich «befremdet».

Thema an der Delegiertenversammlung im Spital Limmattal war die Statutenrevision, die bereits zweimal behandelt worden war. Urdorf und Regensdorf lehnten sie in der Abstimmung ab. Entscheidend wird letztlich aber sein, ob die Statutenrevision bei den Abstimmungen in allen Trägergemeinden angenommen wird.

CVP Urdorf kündet Widerstand an

Die CVP Urdorf akzeptiert den Antrag des Gemeinderats nicht, wie Urs Ramer am Rande der «Limmi»-Delegiertenversammlung sagte. Urdorf müsse das grösste Interesse haben, dass es dem Spital gut gehe. Als regionales Gesundheitszentrum und als Standortvorteil habe es einen nicht zu unterschätzenden Stellenwert.

Auch beim Spital Limmattal zeigte man sich konsterniert über den Entscheid des Gemeinderats. «Wir sind aus allen Wolken gefallen», sagte Verwaltungsratspräsident Markus Bärtschiger. «Urdorf erwischt uns damit auf dem falschen Fuss.»

In einer Medienmitteilung wählte auch die Spitaldirektion sehr deutliche Worte. Der Entscheid des Urdorfer Gemeinderats «befremde ausserordentlich», hiess es. Dass Urdorf offensichtlich in Zukunft nicht mehr «zum wichtigen Thema der Gesundheitsversorgung, zur Angebotspalette und zur Entwicklung des Spitals» Einfluss nehmen wolle, sei «nicht nachvollziehbar».