Urdorf
Gemeindeversammlung fällt zum dritten Mal in Folge aus – wegen Corona und weil die Geschäfte nicht dringend sind

Der Urdorfer Gemeinderat und die Schulpflege verschieben die Gemeindeversammlung vom Juni auf den Dezember. Der Austausch über politische Anliegen soll bis dahin aber trotzdem möglich sein.

Sibylle Egloff
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Die Mehrzweckhalle im Zentrum Spitzacker diente schon lange nicht mehr als Austragungsort einer Gemeindeversammlung. Auch jene vom Juni 2021 ist nun abgesagt.

Die Mehrzweckhalle im Zentrum Spitzacker diente schon lange nicht mehr als Austragungsort einer Gemeindeversammlung. Auch jene vom Juni 2021 ist nun abgesagt.

Archivbild: Bettina Hamilton-Irvine

Die Gemeinde- und die Schulgemeindeversammlung vom 2. Juni sind abgesagt. Aufgrund der Coronapandemie verzichten der Urdorfer Gemeinderat und die Schulpflege in Absprache mit dem Kanton auf die Durchführung der Veranstaltung. Über die drei Geschäfte – die Jahresrechnungen 2020 der beiden Güter sowie die Kreditabrechnung der Lernlandschaften in der Sekundarschule Moosmatt – sollen die Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung am 1. Dezember befinden.

«Die drei Vorlagen sind zeitlich nicht dringlich, deshalb haben sich der Gemeinderat und die Schulpflege Mitte April dazu entschieden, sie auf die kommende Gemeindeversammlung im Dezember zu verschieben», sagt Patrick Müller, Leiter Stab der Gemeinde Urdorf.

Es ist bereits das dritte Mal, dass die Gemeindeversammlung in Urdorf wegen der Coronakrise nicht stattfindet. Letztmals trafen Politik und Bevölkerung am 4. Dezember 2019 aufeinander. Die geplanten Gemeindeversammlungen im Juni und Dezember 2020 fielen aus. Letztere wurde durch eine Urnenabstimmung am 31. Januar 2021 ersetzt.

Kontakt mit Politikern als Alternative

Der Austausch leidet seit dem Ausbruch des Virus. «Doch wer im Dorf politische Anliegen hat, der hat jederzeit die Möglichkeit, mit Politikern und der Gemeindeverwaltung online oder im Gemeindehaus in Kontakt zu treten», sagt Müller. Die Gemeinde bemühe sich, alternative Kanäle anzubieten. In der Weisung zur Urnenabstimmung im Januar habe man beispielsweise betont, dass man bei konkreten Fragen auf die Gemeinde zukommen könne.

Müller verweist zudem auf die Sprechstunden mit Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner (EVP) als weitere Option für einen Austausch. «Das Gesellschaftliche und Soziale kommt in dieser Pandemie aber ganz klar zu kurz, das ist unbestritten», so Müller.

Jahresrechnungen schliessen beide mit einem Plus – dank Steuern auf Grundstückgewinne

Immerhin: Die Zahlen hinter den drei Vorlagen, die der Gemeinderat und die Schulpflege nun erst Ende Jahr präsentieren werden, sind ziemlich erfreulich. Die Jahresrechnung der politischen Gemeinde weist bei einem Aufwand von 52,33 Millionen Franken und einem Ertrag von 53,78 Millionen Franken ein Plus von 1,45 Millionen Franken aus. Das ist um 2,3 Millionen Franken besser als erwartet. Stabile Kosten und Sondereffekte wie Minderaufwendungen bei der gesetzlichen wirtschaftlichen Hilfe hätten zum guten Ergebnis beigetragen, schreibt der Gemeinderat. Zudem sei das Plus auch auf Mehrerträge aus Grundstückgewinnsteuern zurückzuführen.

Die Jahresrechnung 2020 der Schulgemeinde schliesst bei einem Aufwand von 22,76 Millionen Franken und einem Ertrag von 23,97 Millionen Franken mit einem Plus von 1,21 Millionen Franken. Das ist rund 44'000 Franken schlechter als budgetiert. Das habe damit zu tun, dass der kantonale Ressourcenausgleich tiefer ausfiel als erwartet, wie die Schulpflege schreibt. Aufgrund Covid-19 waren zudem die Kosten für das Reinigungspersonal höher. Bei den Einnahmen war der Steuerertrag höher als erwartet und der Sachaufwand blieb unter Budget.

Die Kreditabrechnung zum Projekt «Lernlandschaften Sekundarstufe Moosmatt» zeigt ebenso ein positives Ergebnis. Der revidierte Kostenvoranschlag von 598'300 Franken wurde um 14'500 Franken unterschritten. Während der Planungsphase war aufgrund der unerwartet gestiegenen Schülerzahl mit einem im revidierten Kostenvoranschlag enthaltenen Zusatzkredit von 71'500 Franken ein zusätzliches Klassenzimmer bewilligt worden.