Urdorf
«Sie haben auf diesem langen Weg durchgehalten» – 132 Schüler der Kanti Limmattal feiern ihre bestandene Matura

Maturandinnen und Maturanden erhielten in zwei Etappen ihre Zeugnisse und viele Lebensweisheiten für ihre Zukunft überreicht.

Sibylle Egloff
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Beeindruckende Maturaresultate: 13 Schülerinnen und Schüler erreichten einen Notendurchschnitt von mindestens 5,3. Salomé Capossele (mit langem Kleid) wurde mit einem Notendurchschnitt von 5,6 Jahrgangsbeste.

Beeindruckende Maturaresultate: 13 Schülerinnen und Schüler erreichten einen Notendurchschnitt von mindestens 5,3. Salomé Capossele (mit langem Kleid) wurde mit einem Notendurchschnitt von 5,6 Jahrgangsbeste.

Severin Bigler

Es liegen bewegte Monate hinter den Abschlussklassen der Kantonsschule Limmattal. Sie mussten sich nicht nur mit Lernstress und Prüfungsangst herumplagen, sondern auch noch einem Virus und den dazugehörigen einschneidenden schulischen und sozialen Veränderungen trotzen. Umso stolzer zeigte sich Rektor Werner De Luca bei seiner Begrüssungsrede an der diesjährigen Maturitätsfeier, die wie letztes Jahr aufgrund der Pandemie in zwei Etappen und mit beschränkter Teilnehmerzahl in der Zentrumshalle Spitzacker in Urdorf stattfand. «Sie haben auf diesem langen Weg durchgehalten und vor allem in den letzten eineinhalb Jahren der coronabedingten Unsicherheit Immenses geleistet. Das verdient unseren allerallergrössten Respekt», sagte De Luca.

Übergabe der Maturzeugnisse an der Maturitätsfeier der Kantonsschule Limmattal in der Zentrumshalle Spitzacker Urdorf am 8. Juli 2021.
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Übergabe der Maturzeugnisse an der Maturitätsfeier der Kantonsschule Limmattal in der Zentrumshalle Spitzacker Urdorf am 8. Juli 2021.
Übergabe der Maturzeugnisse an der Maturitätsfeier der Kantonsschule Limmattal in der Zentrumshalle Spitzacker Urdorf am 8. Juli 2021.
Rektor Werner De Luca gratuliert den Maturandinnen und Maturanden zu ihren Leistungen.
Übergabe der Maturzeugnisse an der Maturitätsfeier der Kantonsschule Limmattal in der Zentrumshalle Spitzacker Urdorf am 8. Juli 2021.
Freundschaften nicht vergessen, war der Appell von Maturand Jan Hellwig, der die Maturrede hielt.
Schüler Vitor Varyvoda gab an der Maturitätsfeier das Stück «Prelude 1» von Heitor Villa-Lobos zum Besten.
Der Chro und die Band der Maturandinnen und Maturanden untermalten die Feier musikalisch.
Letzter Auftritt als Rektor: Werner De Luca übergibt das Amt per Schuljahresende an Prorektor Andreas Messmer, bleibt der Kanti Limmattal aber als Lehrperson erhalten.

Übergabe der Maturzeugnisse an der Maturitätsfeier der Kantonsschule Limmattal in der Zentrumshalle Spitzacker Urdorf am 8. Juli 2021.

Severin Bigler

136 Schülerinnen und Schüler zählt der Maturajahrgang, 132 haben erfolgreich bestanden. Ihnen gab der Rektor das Gedicht «Lebenskunst» des deutschen Sängers und Komikers Otto Reutter mit auf den Weg. «Nutz den Frühling Deines Lebens, leb im Sommer nicht vergebens, denn gar bald stehst Du im Herbste, bis der Winter naht, dann sterbste», zitierte De Luca und wandte sich dann an die Maturae und Maturi:

«Ich wünsche Ihnen ein Leben, in dem Sie Zeit zum Innehalten und Ruhen haben, Zeit für Musse und auch Zeit dafür, zwischendurch zu reflektieren, was Sie tatsächlich und von sich aus willentlich anpacken wollen.»

Und weiter empfahl er: «Leben Sie bewusst alle Jahreszeiten Ihrer bevorstehenden Zeit.» Für seine Worte: «Ich wünsche Ihnen viel Erfolg, viel Glück und vor allem natürlich ein erfülltes Leben», erntete De Luca von den Maturandinnen und Maturanden und ihren Angehörigen einen grossen Applaus.

Die letzte Maturitätsfeier als Rektor der Kanti Limmattal

Auch für ihn war es ein spezieller Anlass. Wird er doch das letzte Mal als Rektor auf der Bühne stehen. De Luca gibt sein Amt Ende Schuljahr aufgrund einer Amtszeitbeschränkung von zwölf Jahren an den derzeitigen Prorektor Andreas Messmer ab. Er bleibt der Kanti Limmattal als Lehrperson erhalten. «Ich danke dir für all die Unterstützung und das Wohlwollen, die du unseren Studentinnen und Studenten in den letzten zwölf Jahren entgegengebracht hast», verabschiedete Schulkommissionspräsidentin Marie-Thérèse Miller De Luca als Rektor.

Sie zeichnete an der Feier drei sehr gute Maturitätsarbeiten aus. Eine davon stammt von Eva Verstraeten. Sie produzierte einen Dokumentarfilm zur Metamorphose und verglich dabei jene des Grasfroschs mit jener des Bergmolchs. Prämiert wurde auch Nicolas Wehrli. Er befasste sich mit dem Thema Preisdiskriminierung im Zeitalter der Digitalisierung am Beispiel von Online-Einkäufen. Begeistert hat die Schulkommission auch die Arbeit von Tamara Schneider. Sie konzipierte, programmierte und baute eine lateinische Uhr.

Schulkommissionspräsidentin Miller ehrte zudem 13 Schülerinnen und Schüler mit den besten Maturaresultaten. Salomé Capossele schloss mit einem Notendurchschnitt von 5,6 als Jahrgangsbeste ab.

Maturand Jan Hellwig fasste das Leben an der Kanti Limmattal in seiner Rede an seine Mitschülerinnen und Mitschüler auf amüsante Art und Weise zusammen. «Wir haben es tatsächlich geschafft, nach allen Breakdowns, eingezogenen Handys und Kommafehlern sind wir nun hier. Wir feiern, dass wir in den Augen des Staats nun reif genug sind, um auf die Welt losgelassen zu werden. Auch wenn wir das in unseren Augen vielleicht noch lange nicht sein werden», sagte er.

Trotz neuem Lebensabschnitt Freundschaften nicht vergessen

Die sechsjährige Schulzeit sei dank Klimademos, Donald Trump, der Pandemie, Skypekonferenzen, legendären Kantibällen, Lernstress und Mensa-Pommes vom Vortag nie langweilig geworden. Freundschaften und Beziehungen hätten dabei geholfen, die schulischen Herausforderungen und auch die Coronahindernisse zu überwinden. Hellwig gab daher zu bedenken, dass man sich trotz neuem Lebensabschnitt, Studium und Karriere stets auf das Essenzielle zurückbesinnen soll – nämlich die Freundschaften, die man an der Kanti Limmattal geschlossen habe, und die Menschen, die einen in dieser Zeit unterstützt hätten.

Er verwies auf das Lied «The Nights» von Avicii, das der Chor und die Band der Maturandinnen und Maturanden zuvor zum Besten gab. «Darin ging es darum, ein Leben zu leben, an das man sich erinnern wird. Lasst uns also ein Leben leben, an das man sich erinnern kann. Aber es ist wichtig zu wissen, dass einem die schönsten Erinnerungen nichts nützen, wenn es niemanden gibt, mit dem man sie teilen kann.»