Dies hat aber nicht in erster Linie mit Wachstum zu tun. Sondern damit, dass das Bundesamt für Statistik kürzlich die Definition der Stadt angepasst hat. Weil nun nicht mehr einfach Gemeinden mit mehr als 10'000 Einwohnern als Städte gelten, ist auch Urdorf neu eine Stadt – dort wohnen gemäss aktuellsten Zahlen des Statistischen Amts des Kantons Zürich nur 9611 Personen.

Agglomeration Zürich ist grösser

Die neue statistische Definition der Stadt basiert im Wesentlichen auf den Kriterien der Dichte, die sich aus der Summe von Einwohnern, Beschäftigten und Logiernächten in Hotels ergibt. Mit der neuen Definition soll aber auch der Einfluss von Gemeindefusionen abgeschwächt werden.

So gibt es Gemeinden, die durch eine Fusion zwar mehr als 10'000 Einwohner zählen, aber trotzdem keine Stadt sind, weil ihnen das dominante Zentrum fehlt.

Der städtische Raum der Schweiz hat sich seit dem Jahr 2000, als die Definitionen letztmals bestimmt wurden, mit Bezug auf die Bevölkerung und die räumlichen Strukturen verändert. Deshalb hat das Bundesamt für Statistik auch eine neue Agglomerationsmethodik entwickelt, die seit Dezember 2014 gilt.

Sie hat auch Auswirkungen auf die Agglomeration Zürich. Diese war schon vorher mit Abstand die bevölkerungsreichste der Schweiz und ist nun auf einen Schlag noch viel grösser als vorher, wie das Statistische Amt der Stadt Zürich am Donnerstagabend mitteilte.

Neu besteht die Agglomeration Zürich aus 151 Gemeinden. Vier Gemeinden gehören nicht mehr dazu: Knonau zählt neu zur Agglomeration Zug und Neuenhof zur Agglomeration Baden/Brugg. Ehrendingen und Remetschwil, die zuvor beide zum Agglomerationsraum Zürich zählten, gelten neu als «mehrfach orientierte Gemeinden» als Spezialfälle. Sie gehören keinem Raum mehr an.

Dafür kamen 25 neue Gemeinden zur Agglo Zürich hinzu. Davon sind zwei aus dem Kanton Schaffhausen, fünf aus dem Kanton Aargau und 18 aus dem Kanton Zürich. Wetzikon beispielsweise wurde vorher als eigenständige Agglomeration betrachtet, zählt neu aber zum Raum Zürich.

Die Fläche der Agglomeration Zürich hat sich mit der neuen Definition um 20,3 Prozent vergrössert, während die Bevölkerungszahl nur um 5,2 Prozent zugenommen hat. Weil nun auch Urdorf als Stadt bezeichnet wird, besteht die Agglomeration Zürich neu aus 30 Städten.

Wachstum vor allem in der Agglo

Gemäss Angaben des Statistischen Amts der Stadt Zürich lebten noch im Jahr 1850 erst 200'000 Personen auf dem Gebiet der heutigen Agglomeration Zürich. Neu sind es nun 1,3 Millionen. 30 Prozent davon leben in der Stadt Zürich.

Während das Bevölkerungswachstum von 1850 bis 1950 vor allem in der Stadt Zürich stattfand, zeigt sich für die Periode von 1990 bis 2013 ein anderes Bild: In dieser Zeit ist der Bevölkerungsbestand in der Agglomeration deutlich stärker gewachsen.