Urdorf
Urdorf ist familienfreundlich – aber es hat zu wenig Platz

Zu- und Wegziehende in Urdorf wurden zu ihren Gründen befragt. Die Ergebnisse kamen zwischen Juli bis Dezember 2011 und Juni bis Dezember 2012 zustande. Von 1860 angefragten Personen gaben deren 286 die Fragebogen ab.

Flavio Fuoli
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Wer neu nach Urdorf zieht, der hat vor allem drei Gründe: Er hat erstens besseren Wohnraum gefunden, wohnt zweitens urbaner als vorher, oder, je nach Perspektive ländlicher als vorher und findet das aktive Sozialleben der Gemeinde mit der attraktiven Infrastruktur und den vielen Vereinen gut. Und drittens wählte er Urdorf wegen eines höheren Sicherheitsempfindens.

15 Prozent Rücklauf

Patrick Müller, Leiter Stab auf der Gemeindeverwaltung, nennt gegenüber der Limmattaler Zeitung auch die Gründe der Wegziehenden: «Es zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Die Leute haben keinen bedarfsgerechten Wohnraum mehr gefunden, respektive haben diesen in einer anderen Gemeinde bekommen. Und dann sind die Einwohner vor allem aus familiären Gründen weggezogen, also beispielsweise wegen Heirat, Kinder, Todesfall und so weiter.»

Die Ergebnisse kamen zwischen Juli bis Dezember 2011 und Juni bis Dezember 2012 zustande. Alle Zu- und Wegziehenden erhielten von der Einwohnerkontrolle einen Fragebogen mit zwanzig von der Gemeinde selbst definierten Kriterien, bei denen es zum Beispiel um die Zufriedenheit mit der Kinderbetreuung und der Jugendarbeit ging. Von 1860 angefragten Personen gaben deren 286 die Fragebogen ab. Das ist eine Rücklaufquote von 15 Prozent. «Das reicht uns für erste Rückschlüsse», sagt Müller.

«Urdorf familienfreundlich»

«Wir nehmen mit, dass wir die vom Gemeinderat in seinem Leitbild angestrebte Positionierung von Urdorf als familienfreundliche Gemeinde bestätigt erhalten haben», so Müller. «Bei den Wegziehenden sehen wir Handlungsbedarf bei zusätzlichem Wohnraum. Wir haben zu wenig davon oder er passt nicht.»

Diese Erkenntnisse über die Wanderbewegungen werden in ein Gemeinde- und Standortentwicklungskonzept fliessen. Dort wird Urdorf anhand von sechs Themenfeldern analysiert: Siedlung und Landschaft, Entwicklung der Wirtschaftsräume Bergermoos und Nord inklusive Limmattalbahn, Verkehrsentwicklung, Infrastrukturanlagen der Gemeinde, energetische Weiterentwicklung und schliesslich, welchen Einfluss das alles auf die Gemeindefinanzen hat. Daraus resultieren konkrete Handlungsoptionen. Bereits heute ist absehbar, dass Handlungsbedarf insbesondere bei der Bereitstellung von zusätzlichem Wohnraum gegeben ist.

Minimale Baulandreserven

Das ist gar nicht so einfach. Zurzeit beträgt die Einwohnerzahl 9412 Personen. Die Baulandreserven der Gemeinde sind gemäss Auswertung vor rund zwei Jahren die kleinsten des Kantons Zürich und betragen lediglich 2,7 Prozent. Das vor rund drei Jahren erarbeitete Leitbild rechnet bis ins Jahr 2020 mit 9300 Einwohnern.

Dabei sank die Zahl der Einwohner vor noch nicht allzu langer Zeit auf unter 9000. Damals wurden viele alte und grössere Liegenschaften komplett umgebaut oder abgerissen und an ihrer Stelle moderner Wohnraum geschaffen, sei es durch Sanierung oder Neubau. Dies hat die Leute in grosser Zahl wieder in die Gemeinde zuziehen lassen.