Urdorf
Für 80 Franken mit Namen aufs Spielerdress: Die Fans des EHC Urdorf werden zu Sponsoren

Für die kommende Jubiläumssaison brauchen die Urdorfer Eishockeyaner neue Trikots. Mitfinanzieren sollen auch die Zuschauer.

Ruedi Burkart
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Nächste Saison jubeln sie in neuen Dresses. Stefan Karpf, Valentin Kiser und Louis Leimgruber sowie Keegan Evangelista (von links) von der Urdorfer 3.-Liga-Mannschaft.

Nächste Saison jubeln sie in neuen Dresses. Stefan Karpf, Valentin Kiser und Louis Leimgruber sowie Keegan Evangelista (von links) von der Urdorfer 3.-Liga-Mannschaft.

Ruedi Burkart

Der Eishockey-Club Urdorf ist längst ein Traditionsverein. Im Jahr 1941 gegründet, ist er seit 80 Jahren im Dorf verwurzelt. Das sportliche Aushängeschild, die 3.-Liga-Mannschaft der Männer, nimmt im kommenden Winter einen erneuten Anlauf Richtung Wiederaufstieg in die 2. Liga. Mindestens ebenso wichtig: Beim EHC Urdorf lernen rund 150 Mädchen und Buben das Eishockey-ABC. Die «Stiere» führen fünf Nachwuchsteams von den U9 bis zu den U15 sowie die Hockeyschule für die vier- bis siebenjährigen Kinder. «Die Nachwuchsförderung liegt uns am Herzen, die Kleinen sind unsere Zukunft», sagt Vereinspräsident Daniel Bucher. Damit ebendiese Zukunft mittelfristig gesichert ist, hat sich der Klubvorstand bezüglich Sponsoring etwas Spezielles einfallen lassen.

Schwarz und weiss sollen die neuen Trikots der «Stiere» werden.

Schwarz und weiss sollen die neuen Trikots der «Stiere» werden.

Zvg / Limmattaler Zeitung

Wer in den kommenden Wochen mindestens 80 Franken überweist, darf seinen Namen auf das Jubiläumstrikot drucken lassen. «80 Franken deshalb, weil wir dieses Jahr das 80-Jahr-Jubiläum feiern», so Bucher. Revolutionär ist die Idee allerdings nicht, auch andere Vereine drucken Namen von Fans gegen Entgelt auf ihre Dresses. Aber eine spezielle Sache sei das schon, so der Vereinspräsident. Und auf jeden Fall einmalig in der Geschichte des EHC Urdorf.

Nicht auf die Äste hinauslassen will sich Bucher, wenn es um die zu erwartenden Einnahmen der 80-Franken-Aktion geht. «Wie viel Geld wir damit einnehmen werden? Wenn ich das wüsste», sagt er nur. «Wir sind für jeden Beitrag dankbar.» Quasi nach dem Motto: Jeder Franken zählt. Apropos: Die Gesamtkosten für die neue Ausrüstung werden sich auf rund 16'000 Franken belaufen. Viel Geld für einen Verein mit rund 500 Mitgliedern.

Dass sich die Limmattaler Eishockeyaner ein neues Dress leisten wollen, liegt nicht nur am Jubiläum. «Die alten Trikots haben ausgedient», sagt Bucher. «Wir wollen jetzt alle unsere Mannschaften einheitlich ausrüsten. Von den kleinsten Junioren bis zum Männer- und Damenteam.» Corporate Identity auf Schlittschuhen, sozusagen.

Neu werden Dreijahresverträge abgeschlossen

Seit Daniel Bucher im Sommer 2019 den Verein als Präsident übernommen hat und mit einem neuen Team die Geschicke der «Stiere» leitet, kennt man auf der Weihermatt nur eine Richtung: vorwärts. So hat man in den vergangenen Monaten unter anderem auch das Sponsoring neu aufgegleist. Anders als in früheren Jahren schliesst der Verein mit Trikotsponsoren keine Jahresverträge mehr ab, sondern bindet die Geldgeber gleich für drei Jahre. «So müssen wir nicht nach einem oder zwei Jahren Werbeflächen auf den Trikots überdrucken, wenn ein Sponsor aussteigt», sagt Bucher. So könne man drei Saisons lang mit den ursprünglichen Dresses auf Punktejagd gehen.

Schön und gut, aber finden Amateursportvereine in den aktuell schwierigen Zeiten überhaupt Sponsoren? Und dann gleich noch Firmen, die für drei Jahre unterschreiben? «Es ist definitiv keine einfache Aufgabe, neue Beträge zu generieren», sagt der Vereinspräsident. Doch weil sich der EHC Urdorf auf treue Sponsoren und Gönner verlassen dürfe, seien aktuell rund 70 Prozent aller verfügbaren Flächen auf Shirt, Hosen und Stulpen blockiert. Bucher: «Da können wir sehr zufrieden und dankbar sein.» Genaue Angaben betreffend Zahlen kann und will Bucher nicht machen.