Urdorf
Urdorf: Erneute Kritik am Kindergarten-Projekt

Die RPK beantragt die Rückweisung beider Varianten und stösst bei der Schule damit auf Unverständnis.

Alex Rudolf
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Erneut steht der Kindergarten Feld im Fokus einer Gemeindeversammlung. fni

Erneut steht der Kindergarten Feld im Fokus einer Gemeindeversammlung. fni

Florian Niedermann

Die Leidensgeschichte um den Kindergarten Feld wird um ein Kapitel reicher. Die Rechnungsprüfungskommission (RPK) empfiehlt den Stimmbürgern an der Gemeindeversammlung vom 25. November eine Rückweisung des Kredits. Vor zwei Wochen präsentierte der Liegenschaftsvorstand der Schule, René Eberle (SVP), die inzwischen dritte und vierte Variante für die Schaffung des dringend benötigten Schulraums.

Bereits an zwei Urnenabstimmungen – eine im März 2014, die andere im März 2015 – lehnten die Stimmberechtigten die Vorschläge der Schulgemeinde ab. Bemängelt wurden im Vorfeld die hohen Kosten und der Mangel an Alternativen.

Gleich aus zwei Möglichkeiten wird die Schulgemeinde die Stimmberechtigten am 25. November auswählen lassen: Zur Wahl steht ein Modulbau für 1,78 Millionen Franken als Hauptantrag und ein Containerbau für 1,6 Millionen Franken als Variantenantrag. Die RPK ist jedoch mit beiden Lösungen nicht zufrieden. So heisst es in ihrem Abschied, dass der effektive Kostenunterschied zwischen der Modulbau-Lösung und der im letzten März verworfenen Festbau-Variante nur gerade 40 000 Franken betrage. «Aufgrund eines schlechteren Preis-Leistungsverhältnisses ist diese Lösung aus wirtschaftlicher Sicht nicht optimal», sagt RPK-Präsident Emanuel Agustoni auf Anfrage.

Auch der Containerbau erntet Kritik. Dieser könne weder erneuert noch saniert werden und verfüge über eine Lebensdauer von rund 20 bis 25 Jahren. «Demgegenüber zeichnet sich der Modulbau durch eine bessere Wirtschaftlichkeit aus», sagt Agustoni weiter. Dass die RPK die beiden von ihr geforderten Alternativen wieder zur Ablehnung empfiehlt, war auch für Agustoni eine Überraschung. «Den geringen Preisunterschied zwischen Modul- und Festbau, aber auch die geringen Einsparungen beim Containerbau haben wir nicht erwartet.»

Dabei betont Agustoni jedoch, dass die RPK grundsätzlich für den Bau des Kindergartens ist. Die Vermutung, dass sich die RPK das Projekt vom vergangenen März zurückwünscht, bestätigt und dementiert Agustoni nicht, da dies nicht die Aufgabe seines Gremiums sei. Doch habe er auf dem Gemeindeamt des Kantons Zürich abgeklärt, ob die Schulgemeinde bei einer allfälligen Ablehnung der beiden Anträge erneut mit dem Festbau-Projekt für 1,89 Millionen Franken vor eine spätere Gemeindeversammlung treten dürfe. «Dies wäre problemlos möglich.»

Umgebungsarbeiten sind teuer

Der Liegenschaftsvorstand der Schule, René Eberle (SVP), versteht die Reaktion der RPK nicht. «Erst wurde bemängelt, dass man zu wenig Auswahl habe. Nun geben wir Varianten und trotzdem ist man nicht zufrieden», sagt er. Dabei gehe er mit der RPK überein, dass die Kostendifferenz von 40 000 Franken zwischen dem im März verworfenen Fest- und dem aktuellen Modulbau zu gering sind. «Auch wir waren überrascht, dass sich hier keine grösseren Einsparungen ergeben», so Eberle. Gründe dafür gebe es einige: So seien die Umgebungsarbeiten bei beiden Projekten gleich teuer und die technischen und energetischen Vorgaben des Kantons würden den Preis nach oben treiben.

Sanierung ist keine Option

Wie geht es weiter, wenn die Urdorfer Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung auf die Rechnungsprüfungskommission hören? Für René Eberle steht fest: «Dann wollen die Urdorfer an diesem Standort keinen Kindergarten bauen.» Die Sanierung des teils schwer beschädigten Gebäudes würde in seinen Augen keinen Sinn machen, da auch diese mit rund 1,6 Millionen Franken zu Buche schlägt: «Ohne dass damit das Platzproblem bei den Urdorfer Kindergärten gelöst ist.» Für eine allfällige Mietlösung kann sich Eberle nicht erwärmen. «Wir besitzen das perfekt erschlossene Land ja bereits. Nur bei der Umsetzung eines Projekts hapert es.»