So entscheidet sich, ob die Schule Urdorf nun endlich einen Neubau erstellen kann; und ob Gemeinderat und Schulpflege mit der Erarbeitung einer neuen Gemeindeordnung beauftragt werden, in der es keine Schulpflege mehr geben wird. Diese sprach sich im Vorfeld der Gemeindeversammlung vom November gegen die Initiative aus, der Gemeinderat und die Rechnungsprüfungskommission dafür.

Kindergarten polarisiert

Für das Kindergarten-Projekt der Schulpfelge sah es gut aus an der Gemeindeversammlung: Die Stimmberechtigten stimmten dem Baukredit zu. Sie winkten jedoch auch einen Antrag auf Urnenabstimmung durch. Bereits im März vergangenen Jahres lehnten die Urdorfer das Vorgängerprojekt für einen Kindergarten-Neubau an der Urne ab.

Mit 3,4 Millionen sei es zu teuer, hiess es im Vorfeld von allen Parteien ausser der SP und der SVP. Der deutlich entschlackte, neue Vorschlag der Schulpflege ist manchen mit 1,9 Millionen Franken noch immer zu teuer. Obwohl die Schulpflege nun auf den Bau einer Abwartswohnung verzichtet, sprechen sich EVP, GLP und FDP gegen das Projekt aus. Die CVP, SVP, SP sind dezidiert dafür und halten das Projekt für eine gelungene Lösung.

FDP-Präsident Stephan Mazan moniert, dass niemand ein einstöckiges Gebäude für diese Summe bauen würde. GLP-Präsidentin Silvia Rimensberger hält fest, dass andere Gemeinden vergleichbare Gebäude wesentlich günstiger erstellen. Marcel Zirngast (EVP) sagt: «Ohne den Landpreis ist diese Bausumme in der Tat viel zu hoch.»

SVP-Ortspräsident Markus Binder hält das Projekt noch immer für gelungen und verweist auf das Ausbaupotenzial. Hans Balmer, Co-Präsident der SP-Ortspartei, konstatiert, dass die Kosten nicht überrissen und diese Ausgaben für einen Kindergarten gerechtfertigt seien.

CVP und SVP: Noch keine Parole

Auch bei der Einheitsgemeinde-Initiative tut sich zwischen den Ortsparteien ein Graben auf. SP, FDP, GLP und EVP sprechen sich für ein Ja aus. «Wir halten es für wichtig, dass die Gemeinde Optionen ihrer Organisation für die Zukunft prüft», sagt etwa Mazan (FDP).

Auch SP-Co-Präsident Balmer will, dass Schulpflege und Gemeinderat mit der Erarbeitung einer neuen Gemeindeordnung beauftragt werden, mit der die Schule noch immer autonom agieren kann: «Die Schulpflege und der Gemeinderat müssen sich jedoch besser koordinieren.»

Für Rimensberger (GLP) ist es derweil wichtig festzuhalten, dass der Schulpflege mit einer Einheitsgemeinde nichts weggenommen würde und dass weder sie noch die Schulbildung an Bedeutung verlieren würde. Auch Zirngast (EVP) hält eine Institutionalisierung der Zusammenarbeit der beiden Gremien für dringend geboten.

Die CVP und die Partei des Initianten Jürg Pauli, die SVP, sind in dieser Frage gespalten. Laut SVP-Präsident Markus Binder habe man die Erheblichkeitserklärung in der Partei schon des öfteren besprochen: «Die Meinungen gehen auseinander.» Ende November finde eine Generalversammlung statt.

Ob sich die Partei dann aber zu einer Parole für die Vorlage durchringen kann, ist laut Binder nicht absehbar. Fest steht bereits jetzt, dass die CVP keine Parole fassen wird. Ortspräsident Danilo Follador verweist darauf, dass parteiintern kontrovers diskutiert werde und sich keine klare Mehrheit herauskristallisiere.

Daher organisieren CVP, FDP und SVP eine Informationsveranstaltung. Am kommenden Dienstag werden ab 19.30 Uhr Jörg Kündig, Gemeindepräsident Gossau und André Bender, Gemeindepräsident Oberengstringen, für beziehungsweise gegen die Einheitsgemeinde argumentieren. «Dies soll den Wählern einen Überblick über die Vor- und Nachteile geben und den Meinungsbildungsprozess vorantreiben», so Follador.